Große Dinge sind möglich

Manchmal ist es „Komissar Zufall“, der große Dinge ermöglicht.
Auch das Blühstreifenmanagement c/o Zweckbverband Erholungsgebiet Hasetal
hat nun „seine“ Blühwiesen in die interaktive Vernetzungskarte eingetragen.

In dem Gesamtkartenwerk finden sich nahezu ausschließlich mehrjährige Blühwiesen auf der Basis von
regionalem Saatgut. Wenn noch einige Lücken geschlossen werden (Osnabrück, Wallenhorst, Bramsche, Bersenbrück, Quakenbrück)
so lässt sich tatsächlich ein Vernetzungskorridor nachweisen, welcher eine Länge von knapp 100 Kilometern aufweist.
Das wäre der absolute Hammer.
Die Karte ist einsehbar unter http://insektenrettung.de/den-standort-einer-bluehwiese-planen-2/

Standorte von Blühwiesen können von jedermann/frau eingetragen werden unter:
http://insektenrettung.de/bluehwiese-bluehinsel-in-die-karte-eintragen/

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen

González-Romero-Blühwiesenkorridor Blumiger Landkreis Osnabrück
http://blumiger-lkos.de
Damit es weitergeht:
Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabrueck

Auf dem Weg zum Weihnachtsmann

Anträge und Konzepte schreiben, Verwaltungsarbeit (Quittungen sortieren, mit dem Finanzamt, Anwälten und Steuerberatern reden) sowie jede Menge Theoriearbeit gehören nicht immer zu den lustigsten
Arbeiten innerhalb einer Natur- und Tierschutzgruppe, machen aber hier mittlerweile bestimmt etwa 30-40% des Zeitaufwandes aus. 🐌🦔🕵️‍♀️👩‍💼👨‍💼👓👓👓🐛🦋🐝🐛🦋🏴‍☠️🏴‍☠️🏝🏝🏝

Denn: In den seltensten Fällen steht plötzlich der Weihnachtsmann vor der Tür
und überreicht eine große Spende für die nötigen Arbeiten (hatten wir aber auch schonmal :-)).

Naja, wenn der Weihnachtsmann nicht zu einem Selber kommt, dann muss man sich eben selber
auf den Weg in den hohen Norden machen, wo Santa Claus mit seiner Rentierherde lebt.

Nichts ist schlimmer im Tier- oder Naturschutz, als Zustände in denen man ggf.
mangels finanzieller Möglichkeiten handlungsunfähig ist, zum Glück kann man das (ein Stück weit) auch selber beeinflussen.

Also heute bei Santa geklopft:
„Ey, Santa, aufwachen!! Wir haben eine mordsgeniale Idee!“

Santa steckt seine verschlafene Rübe aus dem Fenster und seufzt.

„Ach, Du schon wieder. Mann, wir haben Sommer. Ich hab Urlaub. Kannst Du nicht einmal Ruhe geben??!!“

„Watt Urlaub??! Das Artensterben macht ja auch keinen Urlaub. Hab ich vielleicht Urlaub? Haben die Schmetterlinge Urlaub?
Urlaub, Urlaub….Man, so kommen wir doch hier nicht weiter! Du kannst MORGEN Urlaub machen, ok?
Wir sind da was am Planen dran. Mordsmäßig gute Idee, wird Dir gefallen. Ein ganz neues Insektenschutzprojekt,
natürlich auch mit unseren Gnadenhoftieren. Mach mal die Tür auf…Urlaub, ich glaub, ich spinne!“

Missmutig und resignierend seufzend öffnet Santa die Tür ein bisschen. Ich stecke sofort meinen Fuss in den Türspalt.
Wenn man erstmal „einen Fuß in der Tür hat“, dann hat man schon halb gewonnen.
Dann muss man den Leuten so lange auf den Geist gehen, bis die mitmachen.
Klappt nicht immer aber sehr häufig 🙂

Heute geht ein Antrag an die Niedersächsische Umweltstiftung raus.
Irgendwie muss doch der Fuß in den Türspalt kommen.

Ganze Straßenzüge für Insekten

Und auch Karsten Wachsmuth ist wieder eifrig dabei Flächen zu mähen,
damit sich die Blühwiesen langfristig erhalten können.

In Melle/Oldendorf an den Straßen „Am Wulberg“ und „Eisenbahnstraße“
gibt es mittlerweile ganze Straßenzüge, an denen Blühwiesen im Abstand von etwa 150 Metern blühen.
Unterschiedliche Saatgut-Mischungen, vom Michelin-Sterne-Buffet bis zur Imbissbude für Insekten (leckere Pommes).

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Almabtrieb in Melle

Heute war der Tag für den „Almabtrieb“. 😄🦋🌻👣👣👣🐮🐮🐮🐮🐽🐽🐃🐂🐄🐎🐖🐪🐪🐪🐪🐪🦍🦍🦓🐏🐑🦙🐐🦌🐾🐾🦔🦔🦔
Zeit, eine neue Blühwiese zu beweiden (danke für die Unterstützung an Philipp Horstmann)

Ein „Almabtrieb“ verläuft immer nach bestimmten internationalen Gesetzesmäßigkeiten (stehen auch im Internationalen „Schaf-und-Ziegen-Gesetzbuch“).

Regel Nummer 1: Die Tiere laufen IMMER zuerst da lang, wo sie eigentlich NICHT langlaufen sollen (in diesem Beispiel rechts vom Zaun)
Regel Nummer 2: Auf Basis von Punkt 1 werden dann Zugänge verschlossen, damit sich das möglichst nicht wiederholt.
Regel Nummer 3: Es gibt IMMER mindestens ein Tier, welches sich denkt: „Lass die anderen mal laufen, ich schlage mir hier erstmal ALLEINE den Bauch voll. Dann habe ich mehr vom Ganzen!!“ (in unserem Beispiel Ziege Appollon). Dieses Tier nimmt dann den Weg, welcher auf Basis von Regel 1 und Regel 2 verbaut wurde….
Regel Nummer 4: Erstmal Chaos schaffen und dafür sorgen, dass die Almabtreiber ordentlich am Keuchen sind
Regel Nummer 5: Immer erst die Blüten fressen
Regel Nummer 6: Am Ende findet sich dann doch für alle ein Plätzchen 🙂

Die Chaoten beweiden nun wieder eine frische Fläche. Ein Teil davon (ca. 1000 m²) ist ein Ort, an dem sehr viele Tagfalter aus der Familie der Bläulinge leben.
Sind wir ja schon irgendwie stolz drauf.
Z.B. der kleine Feuerfalter, der Hauhechel-Bläuling, Faulbaum-Bläulig, der Brauner Feuerfalter, der Argus-Bläuling (vermutlich) und der Grüne Zipfelfalter
sind hier bereits gesichtet worden (nicht bei allen zu 100% sicher).
Da lacht das Herz.

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Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen

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Das Volksbegehren Artenvielfalt hat in Niedersachsen gewaltig an Fahrt aufgenommen. Gleichzeitig führt dieses jedoch immer wieder auch zu Missverständnissen und Unklarheiten. Hier mal, nach Durchsicht des vorgelegten Gesetzesentwurfes, einige Hervorhebungen dazu:

Was ist ein Volksbegehren? Wie läuft das Volksbegehren Artenvielfalt ab?

Ein Volksbegehren ist ein ausserordentlich mächtiges Instrument innerhalb einer Demokratie. Dieses verschafft BürgerInnen die Möglichkeit, einen Gesetzesentwurf in ein Parlament zu bringen, sofern innerhalb einer bestimmten Zeit genügend Stimmen der Wahlberechtigten vorliegen.
In Bezug auf das „Volksbegehren Artenvielfalt“ müssen in den ersten 6 Monaten (bis 13. November 2020) 25.000 Stimmen vorliegen. Damit dann aus den juristisch bereits ausformulierten Gesetzes-Forderungen (https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/wp-content/uploads/Volksbegehren_Gesetzentwurf.pdf) auch tatsächlich ein Gesetzentwurf wird, mit dem sich Parlament/Landtag befassen müssen, sind anschließend 610.000 Unterzeichner nötig. Lehnt der Landtag das Vorhaben dann ab, so wird es innerhalb einer Volksabstimmung allen Wahlberechtigen zur Unterschrift vorgelegt.

Welche Volksbegehren für eine höhere Artenvielfalt hat es in der Vergangenheit gegeben?

In Bayern wurde das „Volksbegehren Artenvielfalt“ mit 1,74 Millionen Unterschriften zum bislang erfolgreichsten Volksbegehren innerhalb des Landes. In Baden-Württemberg führte das Volksbegehren zu einem gemeinsam mit der Landesregierung entwickelten alternativen Gesetzentwurf, der am 22.Juli 2020 zu einem Gesetzesbeschluss für mehr Artenschutz führte. Dort geht es jetzt z.B. auch Schotter- und Steingärten „an den Kragen“ (sehr gut!).

In Niedersachsen begann das Volksbegehren Artenvielfalt am 1. Juni 2020. In NRW ist die Volksinitiative Artenvielfalt am 23.7.2020 gestartet. Beide Volksbegehren führen zu einer ganz massiven Verbesserung des Natur- und Artenschutzes.

Welche wesentliche Gesetze werden von dem Volksbegehren Artenvielfalt in Niedersachsen verändert?

• Niedersächsisches Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz
• Nieder sächsischen Wassergesetz
• Niedersächsischen Waldgesetz“

Das Volksbegehren Artenvielfalt geht in seinem Gesetzesentwurf weit über den Bereich der Landwirtschaft hinaus. Es werden gesellschaftlich umfassende Regularien erlassen.

Einige Eckpunkte aus dem Gesetzesentwurf für Niedersachsen:
https://www.artenvielfalt-niedersachsen.jetzt/wp-content/uploads/Volksbegehren_Gesetzentwurf.pdf

Artikel 1
Niedersächsischen Ausführungsgesetzes zum
Bundesnaturschutzgesetz

• §1a Das Ziel ist es, die landwirtschaftlich genutzten Flächen bis 2030 zu mindestens 20% gemäß den Grundsetzen des ökologischen Landbaus zu bewirtschaften
• §1a Der Einsatz von Pestiziden soll bis 2030 um 40% reduziert werden
• §1a Neuversiegelung von Flächen bis 2030 werden auf unter 3 Hektar pro Tag festgelegt
• §4a Beeinträchtigungen der Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich sind zu vermeiden
§15a/b
• Weitgehend keine Pestizide mehr in Naturschutzgebieten möglich

Artikel 2: Änderung des Niedersächsischen Wassergesetzes

• Vereinfacht formuliert: Kein Einsatz von Düngestoffen/Pestiziden in Gewässerrandstreifen mehr möglich

Artikel 3
Änderung des Niedersächsischen Gesetzes über den Wald und die Landschaftsordnung

• Ein Totholzvorrat von 40 Festmetern pro Hektar ist vorzuhalten
• Keine Kahlschlagwirtschaft mehr möglich

Fokussiert steht auf Seite 5:
In Niedersachsen werden ca. 58% der Grundfläche landwirtschaftlich genutzt.
Und weiter: Landwirtinnen und Landwirte bei der Erhaltung einer Kulturlandschaft zu fördern und zu unterstützen trägt in besonderer Weise zur Verwirklichung der Ziele des Natur- und Artenschutzes bei. Leistungen einer nachhaltig sowie umwelt- und naturschutzgerecht wirtschaftenden Landwirtschaft (…) müssen entsprechend honoriert werden.

Ab Seite 7 finden sich umfangreiche und sehr konkrete Ausführungen zu den Entschädigungen für Landwirte.
Angesetzt werden für das Land Niedersachsen z.B. für das Einsatzverbot von Pestiziden in Schutzgebieten eine Summe von etwa 7 Millionen Euro/Jahr. Für die Nutzungseinschränkungen bei gesetzlichen Biotopen werden etwa 4,3 Millionen Euro veranschlagt (143 Euro/Hektar). Bei Nutzungsrestriktionen des Grünlandes zum Schutz brütender Wiesenvogelarten stehen etwa 10 Millionen Euro zur Verfügung (198 Euro/Hektar).
Bei Ackerland wird zum Schutz von Gewässerrandstreifen ein Erschwernisausgleich von bis zu 350 Euro/Hektar kalkuliert.
Die Gesamtkosten für den Landeshaushalt werden auf etwa 45 Millionen Euro angelegt.
Zusätzlich sollen etwa 70 Stellen auf kommunaler Ebene geschaffen werden, da durch das Gesetz ein entsprechender Veraltungsaufwand entsteht. Hierfür werden etwa 5,5 Millionen Euro einkalkuliert.

Hohes Engagement der Häcker Küchen GmbH & Co. KG für die Artenvielfalt

Heute bei der Firma Häcker Küchen GmbH & Co. KG in Rödinghausen gewesen und etwas für deren Nachhaltigkeitsfilm erzählt.🌻🌷🌼😎🌱🌿🌳 Mit Häcker haben wir schon gemeinsam verschiedene Projekte gestaltet. Ohne deren Unterstützung hätte auch das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ nie die Grösse erreicht, die mittlerweile erreicht wurde. Die Förderung von und aktive Beteiligung an Massnahmen zur Erhöhung der Artenvielfalt ist stark!!! Und initiiert wurden die Kooperationen übrigens durch Karsten Wachsmuth, der dort in der Fertigung arbeitet :-)…soll nochmal jemand sagen, Einzelpersonen können keine grossen Dinge anschieben ;-).

Häcker hat auf seinem eigenen Firmengelände eine 2,5-Hektar(!!)Blühwiese angelegt, basierend auf mehrjährigem, artenreichen und regionalen Saatgut. Es blüht in allen Farben und Formen und das unterschiedliche Summen und Sirren ist Musik in den Ohren.
Viele Bäume wurden zudem gepflanzt und wir überlegen nun, was wir am Standort Venne gemeinsam umsetzen können.

Einige Sand-Lehm-Haufen, welche dort ursprünglich für den Bau des Erweiterungswerkes vorgesehen waren, beherbergen mittlerweile Schwalbenarten, die dort vielfach brüten.
Beeindruckend auch: Bei der Verpflegung der Mitarbeiter werden viele regionale und saisonale Produkte eingesetzt. Sogar ein eigener Kräutergarten für die Küche ist angedacht. Das sind Dimensionen der Nachhaltigkeit, die herausragend sind.

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Morgens eine Blume hinrichten

Heute vor der Arbeit noch einmal nach der Elsbeeren geschaut (die werden es packen)
und die kleinen und seltenen Bergsandglöckchen aufgerichtet (leben jetzt ziegensicher im Fort-Knox).

Dabei an den kongenialen Edmund (Eddy) Stoiber gedacht, der in einem amüsantem Interview (Freudscher Versprecher?;-) schon mal betonte,
jeden Tag morgens im Garten eine Blume hinzurichten 😅😅😂😂🤣🤣🌺

https://www.sueddeutsche.de/politik/stoiber-sprueche-1.302424

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Gott und die Bewahrung seiner Schöpfung

Zuweilen schmerzt es ja sehr, 50% der Blühwiesen abmähen zu müssen. Will man diese erhalten und eine neue Blüte bis tief in den Oktober schaffen, dann geht es nicht anders. Das herrliche Blühwiesenmahdgut bleibt einige Tage liegen und wird dann zu Heu für unsere Tiere.
Weiter gings heute am „Tag des Herrn“. Gott ist das egal. „Macht was Ihr für richtig haltet. Aber bewahret die Schöpfung, ansonsten schicke ich Euch noch ein paar mehr Plagen an den Hals! Im Portfolio hätte ich noch ein krasses Baumsterben, einige spannende Pandemien und jahrelange Dürrezustände. Naaa, wie gefällt Euch das??! Und: Gemeint ist NICHT die einzig und alleinige monetäre Werschöpfung, Ihr Arschgeigen!“
Hätten wir mal schon früher die Zeichen erkannt…

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Dicke Sprühsahne-Hummel

Heute ist großer Mahdtag der Blühwiesen –
und eine dicke moppelige Riesenhummel (was für ein Kaliber!) entdeckt…🌻🌻🌻🌻🐝🐝🐝🐝🐝🐝🦋

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Blühwiesen (trotz änlichen Saatgutes)
entwickeln. Eine Wiese heute gemäht mit sehr starkem Besatz von Blutweiderich, auf einer anderen sehr viel Kornblumen und Schafgarbe gesehen, ja, und
dann war da heute noch eine Fläche mit Königskerzen bis zum Horizont.
Königskerzen sind für Unmengen von Insekten interessant.

Heute dort eine Riesen-Moppel-Hummel entdeckt, was für ein Kaliber, fast schon adipös.
Ich so zu der Königskerze hin, mache begeistert einige Fotos von der Moppelhummel.
Sie dann: „Ey, hast Du Sprühsahne sabei?“
„Sprühsahne??“
„Man, frag doch nicht so doof! Sprühsahne! Du weisst schon. Hast Du nun oder hast Du nicht?“

Als guter Naturschützer habe ich natürlich immer auch einige Dosen Sprühsahne dabei.
Sie hält den Rüssel in die Öffnung, drückt mit ihrem Watschelprankenfuß auf den Drücker und ein mordsmäßiges Sauggeraüsch entsteht.
Nach einigen Sekunden ist die Dose halb leer.
Ich bin beeindruckt.
Die Adipositas-Hummel ist nun noch runder als zuvor. „Geiles Zeug“, sagt sie.
„Pollen der Königskerze und Sprühsahne, das habe ich am Liebsten. Sag mal: Hast Du ne Schwarzwälder Kirschtorte dabei?“
Ich verdrehe die Augen nach oben.
„Nein!! Leider habe ich ganz zufällig gerade jetzt KEINE Schwarzwälder Kirschtorte dabei!“
„Schade!“, sagt die Moppelhummel. „Egal. Dann gib mir die Sprühsahne nochmal…“

Was tut man nicht alles für die Insekten.

Dann heute noch in Melle-Wetter bei einem sehr netten Naturschützer eine Blühwiese bearbeitet.
Der vormalige Besitzer der Bäckerei Schiermeyer (mittlerweile über 80 Jahre alt) verfügt über ein exzellentes Wissen über die heimische Tierwelt.
Mit seiner Kamera macht er tolle Aufnahmen von hiesigen Schmetterlingsarten.
Dieses Frühjahr wurde dort eine Blühwiese angelegt.
Wenn man inmitten von Scharfgarbe, Sonnen- und Kornblumen steht, dann ist das ein Privileg.
Die Hälfte der Wiese heute gemäht und zusammengeharkt. Die andere Hälfte folgt erst im Herbst, denn viele Wildbienen fliegen für eine Futtersuche nur wenige Hundert Meter weit.
Wird alles „auf einen Schlag“ gemäht, dann ist das für viele Insekten der sichere Tod.
Das Mahdgut wird zusammengeharkt (um einen Großteil der Fläche auszumagern). Am Rande des Mahdgut-Haufens werden sich Brennnesselkulturen entwickeln. Von diesen profitieren
viele viele Schmetterlingsraupen.

Auf dem Rückweg eine artenreiche Wiese entdeckt, die Teil eines anderen tollen Projektes ist.
Ein Landwirt hat hier ein Paradies für Insekten gschaffen. Anstatt eine Mais-Monokultur anzubauen wird das Schnittgut
im Rahmen des Projektes „Bunte Biomasse“ (https://lebensraum-brache.de/projekte/bunte-biomasse)
in Biogasanlagen in Energie umgewandelt (Regina Haase).
Zitat: „Die Flächen bieten Bodenbrütern im Frühjahr Nistmöglichkeiten und das langanhaltende und vielfältige Blütenangebot verbessert die Nahrungsressourcen für Bienen und Schmetterlinge,
wovon wiederum viele Vogel- und Fledermausarten profitieren. Gleichzeitig produzieren ertragreiche
Wildpflanzenmischungen bis zu 45 t Frischmasse je Hektar“

Es passiert etwas. Überall, und das ist hervorragend.

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Der Anhänger ist wieder fit – Weiter gehts

Endlich ist der Anhänger wieder fit – und durch den TÜV gekommen 🙂 🍒🍒🌷🌷🌻🌻🌻🥳🏎🏎🏎🚠🚠🚠
Danke an die Firma Werges, welche die notwendigen Schritte durchgfeführt hat.
Weiter geht es in den Projekten.

Also heute erst mal jede Menge Futter für die Tiere bei der Wissinger Mühle besorgt. Die Menge auf dem Bild reicht etwa für 3 Wochen.
Viele Wiesen sind mitlerweile schon sehr abgegrast bzw. ausgemagert. Da ist etwas Zusatzfutter eine willkommene Abwechslung.

Und die Blühwiese am „Grünen Markt“ blüht in allen Farben und Variationen.
Natternkopf, Wilde Möhe, Moschusmalve, Färberkamille, Leimkraut, Berufkraut, Ackerwitwenkraut, Schafgarbe, die Wiesenflockenblume und und und…
Viel Betrieb hier. Die Insekten starten und landen im Sekundentakt. Ein Volltreffer für die Artenvielfalt. Regionale Wildblumen für die Biodiversität.

Morgen geht es weiter mit der Mahd auf einigen Flächen.
Das Insektensterben gewährt keine Pause. Eine Mahd in der Sonne, bei frischem Wind und inmitten herrlicher Natur
ist aber gleichzeitig immer auch Entspannung und Ablenkung vom stressigen Alltag.

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Den Mutigen gehört die Welt

Heute am Rumgammeltag mit 3 Km/h über verschiedene unserer Flächen getapert. 🍒🍒🥳🌻😉🐢🐢🐢🐢
Die Obstbäume auf den Streuobstwiesen bzw. Streuobststreifen sind gut angewachsen, heute sogar schon 8 Kirschen geernet 🙂
Die Kombination mit den Blühwiesen scheint zu greifen. Jede Menge los hier.
Und klasse ist: Auf den geschaffenen kleinen Klimaschutzarealen haben es viele Bäume geschafft (etwa 90%).
Roteichen, heimische Buchen, die Europäische Hopfenbuche (mächtig stolz, dass das geklappt hat), Steinkiefer, Schwarzkiefer, Platanen,
Manna-Eschen, einige Atlas-Zedern, Edeltannen. Zudem wachsen hier mittlerweile diverse Speierlinge (an den Rändern der Anpflanzungen, der Speierling braucht viel Licht und Platz).
Es dauert nicht mehr lange, dann startet das Speierling-Projekt gemeinsam mit Gabriele Mörixmann,
aktuell wird noch im Hintergrund vorbereitet und koordiniert. Auch der genetisch beste Kumpel des Speierlings wächst hier:
Die Elsbeere (drei Setzlinge davon wachsen hier aktuell in den Himmel).
Herrlich zu sehen ist es, wie sich Weiden-Stecklinge entwickeln. Einfach einen Stock im Herbst in den Boden setzen. Jetzt im Juli treiben diese bereits nach allen Seiten aus.
Und Weiden sind im Frühjahr eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Insekten. Und überraschend gut wachsen auch die Setzlinge des Loorbeerbaumes an.
Riecht immer ein bisschen so, wie in einem orientalischen Restaurant, wenn man dran vorbei geht 🙂

Ansonsten gestern hier an einem Antrag geschrieben, geschrieben, geschrieben und geschrieben. „Wir sind da was am Planen dran“ (mit verschiedenen Akteuren),
wo wir selber noch nicht genau wissen, was draus wird (ist aber immer so). Wird sich in den nächsten
2 Wochen zeigen. Auf zu neuen Ufern, bereit machen für neue Erfahrungen und ferne Galaxien.
Den Mutigen gehört die Welt und ohne Visionen werden wir den Kampf gegen Artensterben und Klimaerwärmung verlieren.

Gnadenhof Brödel Bissendorf Melle
http://gnadenhof-broedel.de

Wer unsere Arbeit unterstützen möchte:
https://www.betterplace.org/de/projects/71760-gnadenhof-broedel-melle-artenschutzprojekt-blumiger-landkreis-osnabrueck

Die Rasenmäherbande im Einsatz

Unsere vier Quessantschafe Noisette, Kunigunde, Schocki und Lola sind heute in den Sommerurlaub auf eine herrliche Blühwiese mit Obstbaumbestand bei Familie Lülf nach Melle-Oberholsten gezogen. 🍒🍐🌻🥰🐛🐝🦋🐌🐞🌻🌷
Hier haben sie es gut und lernen mal eine ganz frische Fläche kennen, auf der sie nicht von Ziegen geärgert werden.
Das Gelände ist abschüssig und wirkt wie eine Alm in den Bergen. Herrlich ist es hier 🙂 Eine Artenvielfalt, die beeindruckend ist.
Die 4er-Bande fühlt sich sichtlich wohl und übernimmt nun die Pflege der Blühwiese.
Zusätzlich zu dem frischen Grün gibt es natürlich immer ausreichend Heu und erstklassiges Trinkwasser.
Fröhliche Gesichter bei Mensch und Tier, auch der Hund findet es spannend 🙂

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Die Streuobstwiese entwickelt sich

In Gemeinschaft kann man mehr erreichen – Die Streuobstwiese entwickelt sich 🌻🥳🥳🍉🌳🐝🦋🐛🍎🍐🍒🍊🍋🥥🍍🍆🥑🥕🥯
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland….

Letztes Jahr gemeinsam mit der Grundschule Westerhausen, der Firma „Thomas Philipps“ (Uwe Rummel) und der Stadt Melle (George Trenkler)
eine Streuobstwiese geschaffen. Das Unternehmen „Thomas Philipps“ hat eine Fülle von Bio-Obstbäumen zur Verfügung gestellt, ebenso die Stadt Melle
aus ihrem 850-Bäume Projekt. Die Kids haben diese dann begeistert in die Erde gesetzt.

Und alle Bäume sind angegangen 🙂 🙂 Herrlich….
Die entstehende Streuobstwiese wird aktuell noch von unseren Gänsen beweidet, da die Stämme (eingezäunt gegen Fraßschäden)
für Schafe noch etwas zu dünn sind. Die Hinterlassenschaften werden regelmäßig entfernt, damit der Boden ausmagern kann. Auch hier entwickelt sich
eine Blühwiese. Einzelne Exemplare des Natternkopfes, des Bergsandglöckchens (sehr sehr selten!!), Reiherschnabel, der Königskerze blühen hier.
Und der erste Obstbaum trägt sogar schon einige Kirschen. Ein paar Jahre wird es noch dauern, bis die 30 Bäume eine „richtige“ Streuobstwiese bilden, von
welcher dann bis zu 5000 Arten profitieren können.
Da auch bie diesem Biotop das Umfeld maßgeblich ist haben wir an den Rändern 2 kleine Feuchtbiotope geschaffen, schließlich wollen die vielen
Lebewesen, die hier eintrudeln, sich ja auch mal einen Schluck Wasser genehmigen.
An den Rändern der Streuobstwiese wachsen Nussbäume und Schlehen. Eine zum Sommerfest 2019 mitgebrachte Eberesche (Danke dafür an Mirco Bredenförder)
steht nun in einem kleinen Verbund, denn auch die Vogelbeere spendet wertvolle Nahrung (Vitam C-reich) für die Artenvielfalt. Und auch hier
sind die ersten Früchte schon reif. Große Klasse!!! Und um die Streuobstwiese herum – Wildblumen und Kluturblumen (z.B. die Ringelblume). Artenvielfalt pur!

Hier entsteht ein herrliches Kleinod. In etwa 2 Jahren werdfen dann unsere Schafe die Streuobstwiese beweiden.

Und wie es in dem Gedicht von Fontane so schön heisst:

So klagten die Kinder. Das war nicht recht –
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtrauen gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was er damals tat,
Als um eine Birn‘ ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Gnadenhof Brödel
http://gnadenhof-broedel.de

Ein herzlicher Dank geht an Carsten Nieragden von der Wissinger Mühle

Ein herzlicher Dank geht an Carsten Nieragden von der Wissinger Mühle (https://wissinger-muehle.de/, Bahnhofstr. 11a, Wissingen/Bissendorf) für eine hohe Spende an „Blumiger Landkreis Osnabrück“ – das Geld wird in den Kauf eines dringend benötigten zweiten Balkenmähers fließen, um mehr Blühwiesen pflegen zu können.

Auch an der Wissinger Mühle haben wir eine Blühwiese basierend auf regionalem Saatgut angelegt, welche von Tag zu Tag schöner wird.
Die Wissinger Mühle ist übrigens einer unserer Stammläden, wenn wir Futter für den Gnadenhof Brödel oder Werkzeug kaufen. Beeindruckend ist: Im Zeitalter von Großunternehmen und Handelsketten besteht hier seit vielen vielen Jahren ein Traditionsgeschäft als Familienunternehmen. Lohnt sich da mal reinzuschauen.

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Bergsandglöcken – Was für ein Erfolg

Die Sternstunden des Naturschutzes – Gehe ich heute über eine unserer Blühwiesen in Melle und denke ich sehe nicht richtig…🤓🤓🤓🧐🤩🤩🤩🤩🥳🥳🥳

Bergsandglöckchen!!!!!

(in NRW z.B. als gefährdet auf der roten Liste, https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/portraets/bergsandgloeckchen/index.html)
Insgesamt sehr selten geworden: https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Sandgl%C3%B6ckchen

Fassungslos vor Begeisterung halte ich inne, balle dann die Hand zur Becker-Faust und brülle:

„Bergsandglöckchen!! Geil das Ihr da seid!!!“

Im Bewusstsein dessen etwas Besseres zu sein heben die Sandglöckchen die Nase hoch in die Luft. Wer so selten ist, der darf auch arrogant sein.
Ich verstehe und reagiere sofort.

„Entschuldigung, wenn ich Sie anspreche, Eure Durchlaucht. Im Namen aller Naturschützer möchte ich mich höflichst und hochachtungsvoll für Ihr Erscheinen bedanken….“

Die meisten Sandglöckchen halten die Nase weiter hoch in die Lüfte. Immerhin eines lässt sich dazu herab, mit mir zu reden:

„Na gut. Du darfst hier 10 Minuten verweilen und kucken. Aber dann – husch husch – weiter….“

Nach 9 Minuten und 58 Sekunden dackel ich ab.

Um auf die bedrohliche Lage aufmerksam zu machen wurde das Bergsandglöckchen 1990 zur Blume des Jahres auserkoren.

Und es zeigt, dass sich immer wiederkehrender Einsatz lohnt.
Das Areal wurde von uns in den letzten Jahren wieder und wieder abgemagert. Gemäht, Nährstoffe abgetragen. Von Schafen und Ziegen beweidet,
die Hinterlassenschaften der Tiere entfernt, sodass
der Standort immer magerer wurde. Und nun sind sie da, die Prinzessinen der Biodiversität. Nicht schlecht, Herr Specht.

Anschließend heute noch weiter an der Bifurkation das Schnittgut abgetragen.
Diese Blühwiesenarbeit ist Fluch und Segen zugleich. Manchmal ist es einfach sooo viel, dass schon ein schiefer Blick ausreicht, um krawanig zu werden.
Wenn aber genügend Zeit da ist und wir nicht nur von einer Fläche zur nächsten hetzen, dann ist es herrlich.
Das Mahdgut duftet so toll, nach Kräutern, Bewegung an der frischen Luft, viele viele Arten um einen herum.
Paradiesisch!

Abends eine Riesensause gefeiert (heimlich immer wieder zu den Bergsandglöckchen rübergeschielt).
Zu 5! Meine beiden Schuhe, Hund Merlin, ein alkoholfreies Lammsbräu und ich.
Später kam noch ein Tross Ziegen vorbei. Mann muss die Feste feiern wie sie fallen.

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