Gewinner des Foto-Wettbewerbs stehen fest

Die Entscheidung ist gefallen. Die Gewinner des Foto-Wettbewerbs von „Blumiger Landkreis Osnabrück – Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen“ stehen fest.

Platz 1 (Marianne Wuenning): Blühwiese vor der St. Antonius-Kirche Hoyel
Platz 2 (Suse): Glückliche Hummel mit Pollen überall
Platz 3: (Tanja Menke): Bunte Vielfalt am Zwickenbach

Herzlichen Glückwunsch 🙂 Die Gewinner werden in den nächsten Tagen kontaktiert. Die Preise werden im Dezember verschickt. 🙂

Katastrophenalarm aufgrund des Artensterbens

Das größte Artensterben in der Geschichte der Menschheit ist in vollem Gange.
Aus diesem Grunde haben wir daher heute ein neues Straßenverkehrs-Alarm-Blinklicht eingeführt:

Grünes Rundum-Blink-Warnlicht

Bei einem grünen Blinklicht muüssen „Otto Normalverbraucher“ und „Martha Mustermann“ Platz machen, wenn wir zu einem Einsatz
in der Natur gerufen werden. Schön rechts ran fahren, aber zackigiani!
Das Artensterben (insbesondere Insektensterben) gewährt keinen Zeitaufschub mehr….

Unseren Notfalleinsatz haben wir heute gefilmt. Auf einer weiteren Fläche Katastrophenalarm.
Monotone Artenarmut, kaum noch Leben, Tristesse, Aufruhr, tiefe Traurigkeit,
wir haben heute erfahren, dass auch Wiesen, aufgrund des Insekten- und Artensterbens, sich panisch bemerkbar machen können.

Den Film sehr Ihr hier:

Gerne teilen und verbreiten….

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt unterstützen, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

Wir benötigen dringend noch Stimmen, um weiteres Geld für unsere Artenschutzprojekte zu erhalten.
Bitte stimmt hier für uns ab:
https://machsmoeglich.canadalife.de/voting/voting-gesellschaft-bildung/insektenschutzprojekt-blumiger-landkreis-osnabrueck/

Endlich wieder Blühwiesen

Heute endlich wieder ne Blühwiese für das nächste Jahr vorbereitet.
Da endlich der Anhänger repariert ist kann nun wieder vernünftig gearbeitet werden.
800 m² abgemäht und abgetragen, die Insekten freuen sich schon.
Hier wird es summen und brummen, dass es eine Freude ist. Diese Blühwiese betreuen wir nun schon im dritten Jahr. Wir sind gespannt 🙂

Die aktuellen Zahlen zum Insektensterben sind nach wie vor alarmierend (wie sollte es auch anders sein, ist ja kaum was passiert).
Trotzdem ist merkbar, dass es „knistert im Gebälk“. Viele Menschen sind sensibilisiert.
Heute mit zwei sehr netten Personen gesprochen und einen Austausch über insektenfreunliche Gärten geführt.
Es werden immer mehr, die sich engagieren und beteiligen.

Eine sehr gute Initiave: Die SPD in Melle spricht sich dafür aus, dass die klassichen Steinwüsten in neuen Bebauungswüsten nicht mehr erlaubt werden:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1575836/meller-spd-will-steingaerten-verbieten

Zwar gab es in sozialen Netzwerken viel ahnungslose Kritik („Die wollen uns vorschreiben, wie wir unsere Gärten gestalten sollen“),
die Idee ist aber ohne jede Frage gut, richtig & wichtig und sinnvoll (und längst überfällig).
Sterile Steinwüsten in Vorgärten sind nichts anderes als sterile Wüsten der Artenarmut, wer soll dort leben?
Oder anders: Steingärten sind: Sterile Wüsten des Todes (etwas plakativ-drastisch formuliert)

Interessant ist: Die Gesamtheit aller Gärten in der Bundesrepublik umfasst etwa 930.000 Hektar.
Zum Vergleich: Die Gesamtheit der Naturschutzgebiete liegt bei 1.382.000 Hektar.

Die verblühte Wiese heute war nicht ganz ohne: Zwischendurch rauchte sogar der Motor des Balkenmähers. Das Schnittgut landete auf einer Rinderwiese.
Wenn die Rinder es nicht fressen, dann freuen sich verschiedene Kleintiere über eine schöne Schutzburg in kalten Winternächten.

Wir brauchen Geld für frisches Saatgut und vertiefte Umweltbildung: Bitte stimmt für uns ab

Artenvielfalt fördern, Insektensterben stoppen
Auch im Jahre 2019!!! Blumiger Landkreis Osnabrück läuft weiter. Bitte Bitte stimmt hier für uns ab: https://machsmoeglich.canadalife.de/voting/voting-gesellschaft-bildung/insektenschutzprojekt-blumiger-landkreis-osnabrueck/
Bei genügend Stimmen erhalten wir Geld für weiteres Blühwiesensaatgut, die Reperatur von Maschinen
und eine vertiefte Umweltbildung mit Schulen. Um das Artensterben zu stoppen müssen wir bei den „ganz Kleinen“ anfangen.

Bitte teilen und verbreiten.

Für Euch ist es nur die Eingabe einer Mailadresse und ein Mausklick.
Für viele Insekten, Kleinsäuger, Reptilien, Amphibien, Fische und Vögel bedeutet es
Vielfalt und Nahrung. Gemeinsam aktiv gegen das Insektensterben.

Blumiger Landkreis Osnabrück. Ehrenamtlich für eine biologische Vielfalt und gegen das Insektensterben.
http://blumiger-lkos.de

Der Alltag im Ehrenamt

Manchmal werden wir gefragt, wie sich eigentlich unsere Naturschutz- und Gnadenhofarbeit einteilen lässt.

Ca. 60 % der Arbeit sind eindeutig körperlicher Art (ein Großteil davon schlichtweg körperlich harte Maloche):
Blühwiesen fräsen, Mähen, Zusammenharken, Aussäen, Anwalzen, Lehm in Feuchtbiotope schaufeln,
Steine schleppen, Zaunpfosten einschlagen, Zäune spannen, Wiesen von Tiermist befreien, Wasser schleppen (im Sommer am Tag z.B. ca. 120 Liter),
Füttern, abäppeln etc….
Unsere 2 Ponys z.B. produzieren alle 3 Tage eine Schubkarre Mist (siehe Bild, super für Tomaten, Gurken, Zuchini, Kürbisse etc.), der muss von der Wiese runter
(Weidehygiene), Ställe ausmisten etc….Auch das gehört dazu

Ca. 30-35 % der Arbeit sind rein theoretisch (Anträge schreiben (ein „ordentlicher“ Antrag hat in der Regel zwischen 15 und 45 DIN-A4-Seiten)).
Die „hohen“ Anträge benötigen mindestens das Niveau von ’ner Bachlorarbeit, auch das gehört dazu, ansonnsten wird das nix mit Stiftungsgeldern.
Ein Antrag, den wir beim Bundesamt für Naturschutz eingereicht hatten (ca. 60 Seiten) war schon eher ne Masterarbeit und wurde: Abgelehnt.
Auch das gehört dazu. Einige Hundert Stunden Arbeit für die Katz. Kann man was draus lernen, Lehrgeld zahlen,
Projektberichte erstellen, Kalkulationen schreiben, Buchführung, Spenden einwerben, Online-Tätigkeiten, Software programmieren etc.

Dann: Ca. 5-9,5%: Sonstiges
Termine mit Tieren beim Tierarzt, beim Hufschmied, Termine mit Stadt, Landkreis, Anwalt, Steuerberater, Notar, Bank, Treffen mit Sponsoren und Stiftungen, Kampagnen überlegen (verrücktes Zeugs ausdenken), Presse- und Netzwerkarbeit,
Fahrtzeit (Transport von Maschinen), Schulungen,
Reparatur von Maschinen, Umweltbildung mit Schulen etc.

Ca. 0,5 %: Enttüddeln von Schafzäunen (grrrrrrrrrr……=/)

Manche Arbeiten machen nicht so viel Spaß (Buchführung, Schafzäune enttüddeln), andere wiederum sind toll (Füttern z.B.).
Heute abgeäppelt und die Tiere mit Zweigen versorgt. Finden die super 🙂
Die nagen die Rinde richtig ab, das sollen sie auch, denn da sind wichtige Mineralien drin (haben aber auch einen Leckstein und ne extra Leckschale (sogar mit Selen, wichtig für Schafe))

http://umweltschutz-und-lebenshilfe.de

Blühwiesenmahd und Nisthilfen

Und auch heute wieder Klasseeinsatz von Karsten Wachsmuth, Julia Biegall, Joel und Leonie. Große Klasse!! Weitere Blühwiesen bearbeitet. Die Fläche an der Oldendorfer Straße in Melle gehört zu den Arealen, welche wissenschaftlich untersucht wurden: https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/wildbienenmonitoring_endbericht_blumiges_melle.pdf

Dort wurde in der Mitte der Blühwiese nun ein großer Haufen Schnittgut geschaffen, um Insekten und anderen Tieren eine Überwinterungsmöglichkeit zu bieten z. b. Igeln und anderen Kleinsäugern.
Im Frühjahr werden Rebhühner und Fasane dort eine gute Deckung und Futter für die Aufzucht der Jungen finden (wenn die Blühwiese wieder wächst (dann schon im dritten Jahr :-))

Ähnliches wurde heute auch in Melle am Zwickenbach praktiziert. Durch Nährstoffe, welches durch das Schnittgut in den Boden gelangen, bilden sich zumiest Brennesseln. Diese sind außerordentlich wertvoll für viele Raupen von Schmetterlingen.

Buchempfehlung: Das grosse Insektensterben. Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen.

Super Buch gelesen, wer sich weiterbilden möchte:

Literaturtip: Das große Insektensterben. Was es bedeutet und was wir jetzt tun müssen (Andreas H. Segerer, Eva Rosenkranz), oekom-Verlag

Das Buch ist absolut empfehlenswert, es löst „Aha-Effekte“ aus, klärt auf und motiviert. Es gehört zu den besten Büchern, welche ich zu diesem Thema jemals gelesen habe. Seit rund drei Jahren beschäftigen wir (die Organisatoren der Insektenschutzprojekte „Blumiges Melle“ (http://blumiges-melle.de) und „Blumiger Landkreis Osnabrück (http://blumiger-lkos.de) uns ja (mehr oder minder) intensiv mit dem Thema. Trotzdem haben wir in dem Buch noch eine Vielzahl von Fakten und Informationen gefunden, die wir so noch nicht kannten. Das Werk ist lebendig geschrieben und hält eine Menge an wissenschaftlich belegten Informationen bereit (auch für Nichtwissenschaftler). Es sorgt dafür, dass ob der Situationen man als Leser einen trockenen Mund und eine klitzschnasse Stirn bekommt, und gleichzeitig motiviert es in hohem Maße. Nach dem Werk dürfte auch „der/die Letzte“ seine Zweifel am Insektensterben aufgegeben haben. Wer nach dem Schlusssatz nicht motiviert ist, nun endlich mitanzupacken und zu handeln, der ist entweder apathisch-gleichgültig oder hat ein Herz aus Stein. Zum Einstieg ein Kaltstartschocker (S.83):
Das sechste große Massensterben
„Im Lauf der Erdgeschichte sind immer Arten ausgestorben oder neue entstanden. Die Rate, mit der das geschah, lässt sich aus dem Fossilbeleg durch Datierung anhand der geologischen Zeitskala ermitteln. Schon vor 15 Jahren wurden Anzeichen dafür gefunden, dass die heutige Aussterberate rund tausend Mal über dem erdgeschichtlichen „Grundrauschen“ liegt. Diese Befunde haben sich zwischenzeitlich nicht nur erhärtet, sondern tendieren sogar gegen den Faktor Zehntausend. Forscher sprechen von einem „flächenhaften Kahlschlag“ der Tierwelt („Defaunation“) und sind sich inzwischen sicher: Das sind Anzeichen eines globalen Massenaussterbens. Nur fünf Mal sind in den vergangenen 542 Millionen Jahren, in der Ära höheren Lebens auf der Erde (dem Phanerozoikum), hat es Massensterben von vergleichbarer Intensität gegeben. Zuletzt passierte das vor 66 Millionen Jahren, als der Einschlag eines großen Asteroiden die Erde mit einer Wucht von einer Milliarde Atombomben erschütterte und die bereits vorbelasteten Ökosysteme kollabieren ließ.“

Aber der Reihe nach:
Zunächst wird auf die Leistungen der Insekten eingegangen. Als „Bestäuber“ sind 90% der Blütenpflanzen (ca. 80% der Nutzpflanzen) auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Ein beiderseitiges Geschäft. Die Pflanzen sichern sich die Fortpflanzung und die Insekten erhalten im Gegenzug Nahrung. Sie werden mit Pollen als Proteinquelle und Nektar als Kohlenhydrate versorgt.
Als Nahrungsquelle sind sie für Spinnen und andere Gliederfüßer, Amphibien, Fische, Reptilien, Singvögel, Kleinsäuger, Fledermäuse elementar.

Auf den Punkt gebracht (S.34): „Fallen Insekten als Nahrungsquelle aus, wirkt das wie ein Dominoeffekt bis in die feinsten Bereiche des Nahrungsnetzes zurück; es wird von der Basis her löchrig, anfällig für Störungen und kann sogar reißen, was den Kollaps der Ökosysteme bedeuten würde. Dieses Geschehen kann mit einer Pyramide aus Konservendosen verglichen werden, die im Supermarkt aufgestapelt ist; fängt ein Schelm an, ganz unten eine Dose nach der anderen herauszunehmen, dauert es nicht lange, bis die Pyramide teilweise oder, wenn es dumm läuft, sogar ganz in sich zusammenstürzt. Nichts anderes droht in der Natur, wenn eine Art nach der anderen ausstirbt – trifft es die entscheidenden Leistungsträger […] bricht alles zusammen.“

Recycler und Regulierer: Insekten gehörten zu den wenigen Organismen, die durch verschiedene Enzyme in der Lage sind, Aas zu fressen und es für Mikroorganismen „aufzuschließen“. Wären keine Insekten vorhanden, die Zersetzung von „totem Material“ (tierisch oder pflanzlich) würde um ein Vielfaches länger dauern. Nährstoffe würden entsprechend lange brauchen um im Boden zur Verfügung zu stehen. Und noch anders: Es würde stinken! Nach Fäulnis und Verwesung, die Gefahr von Seuchen würde wachsen. In der Stadt und auf dem Land.

Ohne Insekten würde sich unsere pflanzliche Ernährung im Wesentlichen auf Getreide konzentrieren, welches einer Winbbestäubung unterliegt. Oder etwas schärfer: Keine Insekten mehr = Mangelernährung!

Zudem: Die Landschaft würde noch monotoner werden, als sie (z.B. durch Monokulturen) ohnehin schon ist. Arten sterben aus, kein Zwitschern, kein Summen, keine bunten Farben mehr….

In einem weiteren Kapitel wird die „allgemeine Situation“ beschrieben. Das Insektensterben wird z.B. als größere Bedrohung als der Klimawandel dargestellt. Die harten Fakten lassen einem den Atem schwinden. In Bayern gingen in dreißig Jahren (1971-2000) mehr Schmetterlingsarten verloren (226) als in den vorausgegangenen 200 Jahren zuvor (191).
Bei mehr als ¾ unserer Schmetterlinge (Deutschlandweit) haben sich die Populationen um über 90% reduziert. In den Fluren Deutschlands gingen seit 1980 mehr als die Hälfte des Bestandes (55%) aller Vogelarten „verloren“. Zwischen 1998 und 2009 „verschwanden“ ca. 12,7 Millionen Brutpaare in Deutschland – Eine Katastrophe.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der „ökologische Fußabdruck“ der Menschheit. Seit 1970 werden deutlich mehr natürliche Ressourcen verbraucht als die Erde reproduzieren kann. Im „globalen Mittel“ 1,7 X der Planet Erde. In Deutschland ist es noch schlimmer. Hier wird sogar auf Kosten von 3,2 Planeten gelebt.

Auch bei der Ursachenforschung wird „kein Blatt vor den Mund genommen“:
Es liegt eine multikausale (nicht-lineare) Wechselwirkung vor, bestehend hauptsächlich aus:
A) Intensiver Landwirtschaft (Heckenverlust durch Flurbereinigung), Einsatz von Pestiziden (1998 noch 35 Kilotonnen, heute: 47 Kilotonnen), Monokulturen, „Mähen auf Teufel komm raus“ (bis zu 6 mal im Jahr): (S. 95):
„Moderne Mähwerke sind wahre Todesfallen; kommt ein sogenannter Aufbereiter zum Einsatz, sterben rund 60 Prozent aller auf den Pflanzen sitzenden Insekten. Vielfach wird innerhalb weniger Stunden eine riesige Fläche gemäht und gleich für das Silo […]abgeräumt. Insekten finden oft keine Ausweichflächen mehr. Außerdem verschwinden bei zu häufiger Mahd empfindliche Pflanzen – und mit ihnen jene Insekten, die von ihnen leben. Häufig gemähte Biotope verschwinden rasch zu „grünen Wüsten“.“

„Kollateralschäden“ der intensiven Landwirtschaft sind eine abgrundtief grausame und barbarische Tierhaltung, Gülle in Fülle (wer braucht schon sauberes Trinkwasser?), klimawirksame Spurengase, und Antibiotika in der Tierhaltung.
B) Massive Flächenversiegelung: Nach Angaben des Umweltbundesamtes dehnte sich zwischen 1992 und 2015 deutschlandweit die Siedlungsfläche um 29,7 % und die Verkehrsfläche um 10,1 % aus. Täglich verschwinden ca. 104 Hektar unter Beton und Asphalt.

Teil 2 ist ein Lehrstück aus dem Bereich der Mobilisierung hin zu mehr Aktionismus: Natürlich sind wir nicht der Situation hilflos ausgeliefert. Wir alle, jeder Einzelne, hat es in der Hand und kann wertvolle Beiträge leisten:
Neben vielen sinnvollen Hinweisen für eine „übergeordnete Ebene“ (z.B. Politik, Regulierung der Landwirtschaft), können wir auf Balkonen, in Gärten, auf extra gepachteten Flächen (eine Flächenpacht liegt für einen Hektar oft bei wenigen Hundert Euro im Jahr) vieles vieles tun:
(S. 143):
* Standortangepasste Nahrungs- und Wirtspflanzen in ausreichender Menge und über alle Vegetationsmonate verteilt
* Viele ungefüllte Blüten, da bei gefüllten Blüten Insekten Pollen und Nektar nicht erreichen können
* Wiesen, die (wenigstens zum Teil) mit einheimischen Wildblumen aufgewertet und nur zweimal gemäht werden
Siehe auch Blühwiesenanlage und Pflege: http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/
* Mähen in Abschnitten, um nicht alle Insekten dabei zu töten oder alle Nahrungsquellen gleichzeitig zu beseitigen
* Verzicht auf Mähroboter, Laubsauger- und -bläser
* Verschiedenartige Nistplätze für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Insekten
(eigene Anmerkung: Aber nicht den Quatsch aus dem Baumarkt: http://blumiger-lkos.de/insekten-nisthilfe/)
Das Buch (S. 161) zu den herkömmlichen „Baumarkt-Nisthilfen): „Doch wer die teils gewagten Konstruktionen kauft, ist einem PR-Gag aufgesessen – als habe man für einen luxuriösen Preis ein Billighotel ohne Frühstück gebucht. Im Grunde ist schon der Name bezeichnend: Hier ist nichts von Dauer. Aber Insekten sind keine Jetsetter, sie suche eine sichere Bleibe für sich und ihre Nachkommen, und sie brauchen mehr als ein paar Holzriegel, unsachgemäße Holzstücke mit noch unsachgemäßeren Bohrungen.“
* Baumaterial für den Bau von Brutzellen
* Totholz, Sand, Lehm, Steine
* Wasser, Pfützen
* Verwelkte Pflanzen, die über den Winter stehen bleiben
* Verzicht auf Dünger, Herbizide, Insektizide
* Verzicht auf Hybridpflanzen
* Komposthaufen
* Begrünte Fassaden etc. etc.

Interessant ist: Die Gesamtheit aller Gärten in der Bundesrepublik umfasst etwa 930.000 Hektar. Zum Vergleich: Die Gesamtheit der Naturschutzgebiete liegt bei 1.382.000 Hektar.
Blühwiesen: Je nährstoffärmer desto besser (S. 147): „Artenreiche Blumenwiesen gedeihen auf mäßig oder gar nicht gedüngten Böden. Der Artenreichtum steigt von etwa 25 Arten von Blühpflanzen in einer Fettwiese auf über 100 Arten an sehr mageren, stickstoffarmen Böden.“

In dem Buch sind auch jene Pflanzen genannt, welche besonders häufig von Insekten und Wildbienen angeflogen werden, z.B. Wiesenbärenklau, Giersch, Goldrute, Wiesenkerbel, Wiesen-Pippau etc.
Wusstet Ihr, dass Löwenzahn von 25 und Weiden von 28 Wildbienenarten angeflogen werden?
In Kapitel 8 „Die Wiederentdeckung der Bauern“ wird hervorgehoben, dass die Landwirte die potenzielle Rolle als Hüter von Boden, Pflanzen- und Tierwelt innehaben. Eine Vielzahl von Lösungsmöglichkeiten (samt guter Beispiele – auch über die Landwirtschaft hinausgehend) wird hervorgehoben.
Das Buch ist herausragend, ein Kracher! In einem Rutsch durchgelesen und jetzt noch mehr Motivation und Ziele, welche das Insektensterben (bei bei uns in unserem kleinen Rahmen) stoppen sollen. Kaufempfehlung!

Blühwiesenwunder in Vorbereitung

Das Insektensterben wird auch im nächsten Jahr eine massiv zentrale Aufgabe bleiben.
Danke an Karsten Wachsmuth und Julia Biegall. Die beiden haben in Bissendorf bei der Firma Runge 5000 m² gemäht und abgetragen, wow! Das ist Einsatz!
So wird auch im Folgejahr wieder eine tolle Blühwiese entstehen.

Endbericht Insektenmonitoring „Blumiges Melle“

Um dem Insektensterben Einhalt zu bieten ist es unabdingbar wissenschaftliche Untersuchungen zur Bestandsentwicklung von Insekten
zu fördern. Ein Beitrag dazu wurde innerhalb des Projektes „Blumiges Melle“ geleistet.

Den entsprechenden Bericht findet Ihr nun unter folgendem Link:
https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/wildbienenmonitoring_endbericht_blumiges_melle.pdf

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei allen UnterstützerInnen.

Auch unabhängig von dem Report einige zentrale Erfahrungen aus der Projektlaufzeit:

* Viele, viele Menschen wollen aktiv werden, „trauen“ sich aber nicht so recht
(weil sie oft „Angst“ haben, etwas falsch zu machen).
Nimmt man sie „an der Hand“ (und nimmt ihnen die Sorge), dann sind sie oftmals mit sehr hohem persönlichen Einsatz dabei

* Auch Blühwiesen, welche im ersten Jahr nicht so wachsen wie erhofft, können bei einer entsprechenden Pflege (Mahd und Mahdgut abtragen)
im zweiten Jahr ein „Volltreffer“ sein

* Blühwiesen sind nur ein Teil eines Insektenschuztes. Erst durch das Zusammenspiel mit Nisthilfen im nahen Umfeld leisten diese einen maßgeblichen Beitrag.

* Durch das Monitoring festgestellt: Eine im zweiten Jahr wachsende Blühwiese zieht eine höhere Artanzahl, als im ersten Jahr an

* Diverse gefährdete Arten profitieren von Blühwiesen, angelegt mit regionalem Saatgut

Bio-Lebensmittel fördern Biodiversität

Freitag kam unsere wöchentliche Biokiste, ist immer ein Fest.
Oftmals fehlt es an Zeit für einen Einkauf, aber die liefern auch,
und suuuuper Sachen waren wieder drin.

Es besteht kein Zweifel: Wenn wir Verbraucher deutlich mehr Bio und deutlich weniger Produkte aus der
konventionellen Landwirtschaft kaufen (würden + werden), dann (wäre + wird) das Artensterben deutlich geringer ausfallen (ok, der Einkauf, also der Einfluss am Markt, ist nur ein Faktor von vielen, aber ein sehr wichtiger…!).
Vielfach wird durch Bio-Produkte Biodiversität sogar noch gefördert. Und deutlich gesünder als das Zeugs
aus der konventionellen Landwirtschaft ist es auch (und produziert deutlich weniger Tierleid etc.).

Ok, das eine oder andere Produkt kann vielleicht in Ausnahmefällen auch mal
einem „Etikettenschwindel“ unterliegen (auch das gab es schon).
Und klar ist auch: Kaum jemand kann es sich finanziell leisten völlig und komplett auf Bioprodukte umzusteigen (wir auch nicht).

Aber Fakt ist: Je mehr Bio-Produkte wir kaufen, desto weniger Schaden (und oftmals sogar noch Nutzen) wird in der Natur und Tierwelt angerichtet.

Super Bioläden hier bei uns:
Gerogs Bioladen, Melle (http://georgs-bioladen.de)

Wer keine Zeit zum Einkaufen hat und sich die Lebensmittel einmal die Woche liefern lassen möchte:
Die Gemüsegärtner (Bramsche)

Startseite Okt 2016

Kamerateam begleitet Anlage einer Blühwiese

Heute hat uns einen Tag lang ein Filmteam begleitet, um einen Bericht über „Blumiges Melle“ zu drehen.
Wir geben Bescheid, wenn das gesendet wird. Interviews und die Anlage von Blühwiesen von Anfang bis Ende. Hat Spaß gemacht.
Bei der Mahd einer Blühwiese noch eine kleine Maus aufgeschreckt und dann aber galant aus der Gefahrenzone begleitet 🙂

Herbstmahd beginnt

Mitte Oktober – Zeit für die Herbstmahd der Blühwiesen

Hilft alles nichts, wenn es auch im nächsten Frühjahr wieder Pollen und Nektar für die Insekten geben soll,
dann müssen die Blühwiesen gemäht und abgetragen werden. Heute eine Fläche geschafft.
Das ist echt Action, bei dem Wetter ist man danach klitschnass geschwitzt, aber irgendwie auch zufrieden.
Jede Menge Kalorien sind: Weg! Hah! Hab gelesen 8% der Bevölkerung bewegen sich im Alltag nie länger als 2 Minuten am Stück, dabei kann es wirklich auch Spaß machen 🙂 Man hilft der Natur und sich selbst, besser gehts nicht.
Das Mahdgut wird zu Überwinterungshilfen am Wiesenrand aufgeschichtet, da freuen sich diverse Kleinsäuger auf eine kuschelige Winterstätte.

Um Wiesen zu mähen ist es hilfreich auf altbewährtes Werkzeug zurückzugreifen.
Eine Oldschool-Heuharke mit abgerundeten Bucheckernzinken.

Der Unterschied zwischen den Wiesen, welche im Sommer bereits den ersten Schnitt bekommen hatten (und jetzt den zweiten Schnitt erhalten),
und den Wiesen, welche noch garnicht in diesem Jahr gemäht wurden, wird deutlich.
Auf den Sommermahd-Flächen blüht es immer noch (wenn auch nicht mehr besonders üppig, schließlich haben wir ja Mitte Oktober).
Die noch nicht gemähten Flächen sind nur noch eine bräunliche Masse.

Warum müssen Blühwiesen gemäht werden?
Das Saatgut ist in der Regel mehrjährig. Damit die Pflanzen im Frühjahr Licht bekommen, muss verblühtes Zeugs runter.
Und: Bei Blühwiesen gilt: Je nährstoffärmer der Boden desto besser. Deswegen wird empfohlen, die Wiesen NICHT zu mulchen.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

Neue Blühwiesen angelegt

Ein schöner sonniger Tag und endlich: Zeit!
Wochenende, hoch die Hände.
Heute eine neue Weidefläche für unsere Gnadenhoftiere abgesteckt, 2000 m², da haben die ordentlich was zu futtern. Die Pfähle für den Zaun sitzen.

Und: 2500 m² neue Blühwiese angelegt. herrlich, einfach machen, keiner quatscht einem rein, und abends den Sonnenuntergang genossen 🙂
Und ne tolle Baumwurzel organisiert: Das wird eine Toholz-Nisthilfe für Insekten.

Blühwiesen-Gnadenhof darf bleiben!!!

Gnadenhof Brödel Melle (Nds.) – Der Kampf hat sich gelohnt, Wir haben es geschafft!!!!
Der Duldungsbescheid ist eingegangen !!! – Blühwiesenpflege wird in offiziell in Gnadenhofkonzept übernommen
Tierhaltung wirksames Mittel gegen das Insektensterben

Es war ein harter Kampf, jetzt ist er ausgefochten. Die Duldung ist erreicht, wir sind froh!!! (auch wenn es „nur“ eine Duldung ist, sollte diese jemals aufgehoben werden, so würden wir eine Kampagne starten, welche ihresgleichen sucht).
Das von der Stadt Melle erwirkte Duldungskonzept sieht vor:

– Hauptquartier des Gnadenhofes wird in Melle/Oldendorf „Am Kreimerhof“ sein (dort haben wir einen genehmgiten Dauerstandort, also weit über eine Duldung hinausgehend)

– Am Wulberg wird das Winterquartier für weitere Tiere geduldet (Neue Flächen am Wulberg, gemäß Flächennutzungsplan nicht deklariert). Unsere Tiere können hier leben, sofern diese
keine Blühwiesen abmähen und beweiden.
Innerhalb dieser neuen Flächen (6800 m²) werden unterschiedliche Blühwiesen und Blühstreifen angelegt, welche durch die Tiere gepflegt werden. Somit: Nachweisbarer Insektenschutz durch Tiere „in Rente“

– „Alte Flächen“ des Gnadenhof Brödel (gemäß FNP Wohn- bzw. Mischgebiet). Hier ist keine Dauerhaltung möglich, aber:
Da innerhalb dieser Flächen das durch uns und unsere Tiere mitverursachte „Deutschlands Naturwunder 2018 – Letzte Refugien für Insekten“ liegt
(ausgezeichnet vom Naturpark TERRA.vita, der Heinz Sielmann Stiftung und EUROPARC e.V.)

https://www.sielmann-stiftung.de/artikel/urkundenuebergabe-in-westerhausen-deutschlands-naturwunder-2018-ausgezeichnet/
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1544385/naturwunder-in-melle-westerhausen-ausgezeichnet
…..
und zudem nachgewiesen werden konnte,
dass unsere Tiere durch eine Anhaftung des Saatgutes an Hufen und Fell diese Blühwiese erweitert haben, ist zweimal im Jahr auf allen Teilflächen eine ein- bis mehrwöchige Mahd
möglich.

Unabhängig von dieser Duldung werden wir zudem Flächen der Stadt Melle (Wiesen + Blühwiesen) kostenlos plegen (mit Tieren und teilweise ohne)

Fazit 1: Gute Arbeit von der Stadt Melle (Bauamt) sowie unserem Anwalt Detlev Böhm (Kanzlei Funk & Tenfelde Osnabrück).
Es wurde eine Lösung gefunden, welche absolut rechtskonform ist und mit welcher alle Beteiligten „leben“ können (vor allen Dingen die Tiere findens gut)

Fazit 2: Der Konflikt war „nicht ganz ohne“.
Erinnerung: Aufgrund der Aussage einer Anrainerpartei, dass die Emissionen (Geräusche + Geruch) der Tiere zu hoch seien , musste das Bauamt der Stadt handeln
und wir die Tiere umsiedeln.

Die Auseinandersetzung und die Folgen des Dauerbeweideverbotes waren sehr teuer und manchmal nervtötend und nicht immer schön. Manchmal hat der Streit aber – verdammt noch mal –
eine große Menge Spaß gemacht (hihihih) 🙂
Förderte die Kreativität und die Aufmerksamkeit für die Belange des Tier- und Naturschutzes. Innerhalb der Streitperiode (ca. 4 Monate) haben wir zumindest eine
Follower- und Spendenwachstumsrate ungeahnten Ausmaßes erreicht (+ 600% im Vergleich zum „Alltag“).
Naja, die Spenden wurden durch den Aufbau der neuen Strukturen und der Anwaltskosten komplett verbraucht, aber dafür haben wir jetzt größere Strukturen für den Natur- und Tierschutz (ha!!).

Und schön war auch: Sich nicht alles gefallen lassen, klare Kante zu zeigen und im Rahmen einer
„verärgert-kreativen Demokratie“ darauf aufmerksam machen, dass es sich lohnt zu kämpfen!! Und was haben wir gekämpft, mannomann….Puh!! Würden wir im Zweifelsfalle AUF JEDEN FALL aber nochmal machen….
Im Nachtrag nochmal einige Bilder…..

Gnadenhof Brödel Melle
http://gnadenhof-melle.de