Heute das erste der beiden Feuchtbiotope in Melle/Oldendorf (Am Kreimerhof) gemeinsam mit der Grundschule Oldendorf angelegt.
Es blüht dort ja schon eine tolle Blühwiese, aber Bienen wollen natürlich auch etwas trinken. zudem fördert es die Ansiedlung von Störchen etc etc.
Und gerade Wildbienen mögen lehmigen Boden. Das Feuchtbiotop wurde mit einer großen Lehmschicht ausgestattet,
ein großer Haufen aber wird als zusätzliche Nisthilfe übrigen bleiben.
Damit das Wasser nicht versickert sind 20 cm Lehmschicht (mindestens) nötig.

Die Kinder waren begeistert dabei. Zunächst wurde der Lehmboden verlegt. In den letzten Wochen durften ja für 200 Euro
Wasserpflanzen eingekauft werden. Fein getrennt nach Uferzone, Feuchtwasser- und Flachwasserzone sowie Schwimmpflanzen.
Die Kinder haben sich u.a. für die Gauklerblume (siehe Foto, blüht schön gelb), Rohrkolben, Sumpfgarben, Wasserdost, Frauenmantel, Hornkraut und eine gelbe große Seerose entschieden.
Auch die Pflanzen wurden heute eingesetzt. Aktuell läuft Wasser in den Teich.

Vielen Dank an die Firma Röhr Garten & Landschaft GbR (http://gartenbau-roehr.de), welche die Areale ausgebaggert und den Lehm beschafft hat. Das lief sehr gut!!
Danke an alle Teilnehmer der Grundschule Oldendorf und natürlich an den Förderverein der Grundschule (Julia und Simone).
Das Projekt wird wesentlich gefördert durch die NBank (Landesmittel Niedersachsen „Richtlinie Landschaftswerte)
sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Morgen geht es an das zweite Biotop, gemeinsam mit der IGS Melle.

Und insgesamt:

Durch die Anlage der Feuchtbiotope (Teiche und Bachlauf) entsteht ein zusätzlicher Lebensraum für eine Vielzahl von Arten (Flora & Fauna). Durch die Schaffung einer Ufer-, Flach-, Seicht- und Tiefwasserzone werden z.B. Lebensbedingungen für Frösche, Molche, Wasserkäfer, Libellen und auch Wasservögel geschaffen. Zum anderen dienen die Biotope auch einem größeren Nahrungsangebot (z.B. Frösche und Libellen für Störche). Es werden Flachstellen zum Ablaichen angelegt. In einem bestimmten Bereich ist das Wasser so tief, dass es selbst bei Frostperioden noch flüssig und damit bewohnbar bleibt.

Direkt am nordwestlichen Rand des Geländes befindet sich der Wanderweg „Meller Jubiläumsweg“. Wanderer und Spaziergänger können die Fläche besuchen und sich dort über die Projekte informieren. Auch das ist wichtig für eine aktive Umweltbildung und erlebnisorientiertes Wandern.

Vorgesehen ist, dass die beiden Teiche durch Regenwasser, welches von einem nahe gelegenen Stall mit einer Dachfläche von ca. 60 m² abfließt, gespeist werden (sog. „Himmelsteiche“). Zwischen den Teichen wird ein kleiner Bachlauf, ausgelegt mit Kies, geschaffen. Natursteine/-steinhaufen werden Teile der Uferzone begrenzen und solarstrombetriebene Umwälz-/Sauerstoff- und Schlammpumpen werden in die Teichanlagen integriert. Einer der Teiche weist eine Grundfläche von 60 m² sowie eine Maximaltiefe von etwa einem Meter auf (der zweite Teich: .40 m², Tiefe von 80 cm). Zwischen den Teichen liegt etwa eine Entfernung von ca. 30 Metern. Über eine Pumpe wird das Wasser aus dem unteren Teich in den oberen Teil zurück gepumpt (was zu einer hohen Sauerstoffanreicherung des Wassers führen wird).

Durch die Feuchtbiotope entsteht ein wichtiger Schutzpuffer gegen im Sommer auftretende Starkregen. Dieses ist nicht nur für Menschen wichtig sondern insbesondere auch für Tiere. Am unteren Rand des Geländes befindet sich ein umfassender Blühstreifen mit Offensandflächen. Diese werden von unterschiedlichen Wildbienenarten für ihre Nachzucht genutzt. Durch den „Puffer“ der Feuchtbiotope werden diese von abfließendem Starkregen geschützt. Eine Schutzzone für insekten entsteht.

Biotopvernetzung

In unmittelbarer Nähe der neuen Feuchtbiotope (etwa 100 Meter) fließt ein kleiner Bach (der „Oldendorfer Mühlenbach“). In etwa 800 Meter Entfernung befindet sich der Grönegausee (ein 3 ha großer Angelsee des Sportfischereiverein Bakum – Melle e.V.). In etwa 300 Meter Entfernung befinden sich zudem ein kleinerer See (ca. 200 m² groß).

Durch die Mittellage zwischen dem Bach und den bereits vorhandenen Seen wird zusätzlicher Lebensraum für „Feuchtbiotop-Bewohner“ geschaffen und eine Biotop-Vernetzung erreicht. Darüber hinaus wird für zusätzliche Nahrung der aktuellen Lebewesen der bereits existierenden Feuchtbiotope gesorgt. Die Anlage unseres Feuchtbiotopes wird einer wertvollen Biotopvernetzung dienen. Das integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) der Stadt Melle „Fabelhafter Grönegau“ (2014) hebt als wesentliches Ziel explizit einen Ausbau des Biotopverbundes hervor. In Bezug auf den Ortsteil Melle/Oldendorf wird betont, dass dieser im hochwassergefährdeten Bereich liegt und Schutzmaßnahmen zu entwickeln und zu realisieren seien. Als Leitprojekt (S. 68) wird im ILEK sogar ein Gewässerentwicklungsplan hervorgehoben. In diesem Sinne wird die Erstellung der Feuchtbiotope auch in Kommunikation mit der Stadt Melle (Umweltamt) realisiert.

Fokussiert steht im ILEK: „Ein weiteres strategisches Ziel ist der flächendeckende Biotopverbund. Dessen Fehlen wurde von den Naturschützern in Verbindung mit den schwindenden Lebensräumen in Siedlungsgebieten als Bedrohung der Artenvielfalt identifiziert“ (S. 70). Unser Projekt unterstützt somit die Ziele des regionalen Entwicklungskonzeptes und stellt einen Faktor innerhalb des regionalen Biotopverbundes dar. Die Anlage der Feuchtbiotope dient naturgemäß auch der Wasserspeicherung bzw. -rückhaltung. Durch die erhöhte Lage an einem Hang ist dieses besonders wichtig, da ansonsten bei Starkregen das gesamte Wasser in den „Oldendorfer Mühlenbach“ fließt (Gefahr von Überschwemmungen).

Umweltbildung

Die aktive Einbindung von Schülerinnen und Schülern (Planung und Beteiligung an der Umsetzung der Biotope durch die Grundschule Oldendorf sowie die IGS Melle) stellt einen wesentlichen Faktor der Umweltbildung dar. Die Kinder werden sich theoretisch mit dem Wert von Feuchtbiotopen auseinandersetzen (Warum sind diese wichtig? Wer lebt hier? Wer profitiert von diesen?) und lernen, welche Bedeutung die Lebensgrundlage Wasser besitzt. Zudem erfahren sie ganz praktisch, wie solche Biotope angelegt werden. Die Biotope werden anschließend aus einem Schutzabstand zu betrachten sein. Die Kinder werden also „live“ erleben können, welche Flora und Fauna sich im Laufe der Zeit ansiedelt.

In der Niedersächsischen Naturschutzstrategie genießt der Faktor der Umweltbildung eine hervorgehobene Position. Dieses deckt sich mit unserem Projekt.

Allgemein