Die Sternstunden des Naturschutzes – Gehe ich heute über eine unserer Blühwiesen in Melle und denke ich sehe nicht richtig…🤓🤓🤓🧐🤩🤩🤩🤩🥳🥳🥳

Bergsandglöckchen!!!!!

(in NRW z.B. als gefährdet auf der roten Liste, https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/pflanzen/portraets/bergsandgloeckchen/index.html)
Insgesamt sehr selten geworden: https://de.wikipedia.org/wiki/Berg-Sandgl%C3%B6ckchen

Fassungslos vor Begeisterung halte ich inne, balle dann die Hand zur Becker-Faust und brülle:

„Bergsandglöckchen!! Geil das Ihr da seid!!!“

Im Bewusstsein dessen etwas Besseres zu sein heben die Sandglöckchen die Nase hoch in die Luft. Wer so selten ist, der darf auch arrogant sein.
Ich verstehe und reagiere sofort.

„Entschuldigung, wenn ich Sie anspreche, Eure Durchlaucht. Im Namen aller Naturschützer möchte ich mich höflichst und hochachtungsvoll für Ihr Erscheinen bedanken….“

Die meisten Sandglöckchen halten die Nase weiter hoch in die Lüfte. Immerhin eines lässt sich dazu herab, mit mir zu reden:

„Na gut. Du darfst hier 10 Minuten verweilen und kucken. Aber dann – husch husch – weiter….“

Nach 9 Minuten und 58 Sekunden dackel ich ab.

Um auf die bedrohliche Lage aufmerksam zu machen wurde das Bergsandglöckchen 1990 zur Blume des Jahres auserkoren.

Und es zeigt, dass sich immer wiederkehrender Einsatz lohnt.
Das Areal wurde von uns in den letzten Jahren wieder und wieder abgemagert. Gemäht, Nährstoffe abgetragen. Von Schafen und Ziegen beweidet,
die Hinterlassenschaften der Tiere entfernt, sodass
der Standort immer magerer wurde. Und nun sind sie da, die Prinzessinen der Biodiversität. Nicht schlecht, Herr Specht.

Anschließend heute noch weiter an der Bifurkation das Schnittgut abgetragen.
Diese Blühwiesenarbeit ist Fluch und Segen zugleich. Manchmal ist es einfach sooo viel, dass schon ein schiefer Blick ausreicht, um krawanig zu werden.
Wenn aber genügend Zeit da ist und wir nicht nur von einer Fläche zur nächsten hetzen, dann ist es herrlich.
Das Mahdgut duftet so toll, nach Kräutern, Bewegung an der frischen Luft, viele viele Arten um einen herum.
Paradiesisch!

Abends eine Riesensause gefeiert (heimlich immer wieder zu den Bergsandglöckchen rübergeschielt).
Zu 5! Meine beiden Schuhe, Hund Merlin, ein alkoholfreies Lammsbräu und ich.
Später kam noch ein Tross Ziegen vorbei. Mann muss die Feste feiern wie sie fallen.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen

González-Romero-Blühwiesenkorridor Blumiger Landkreis Osnabrück

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