Bei der Gestaltung von bienenfreundlichen Blühwiesen ist auf einige Aspekte zu achten:


Glückliche Insekten
Glückliche Insekten & Kollegen

Verwende regionales Saatgut

  • Verwende auf jeden Fall regionales Saatgut (das kannst Du z.B. bei der Rieger Hofmann GmbH oder auch bei Saaten Zeller erwerben. Dieses ist wichtig, weil Pflanzen oftmals besser wachsen (und somit auch mehr Pollen und Nektar anbieten), wenn sie an die jeweilige Region angepasst sind. Wissenschaftliche Untersuchungen haben sogar genetische Unterschiede zwischen Pflanzen ein und derselben Art festgestellt, wenn diese in unterschiedlichen Regionen wuchsen. Saatgut aus „ortsfremden“ Gefilden „verliert“ in der Regel gegen regionales Saatgut. Interessant ist: Die regionalen Gewächse lieferten im Schnitt sieben Prozent mehr Biomasse und zehn Prozent mehr Blütenstände als Artgenossen, die aus anderen Gegenden stammten. Deshalb ist es wichtig, regionale Genotypen unbedingt zu erhalten (vgl. dazu die Studien von Durka et al. 2016 sowie Bucharova et al. (2016)). Und natürlich ist zu beachten: Eine Insektenart, welche sich an einem bestimmten Standort befindet, ist in seiner Nahrungsaufnahme natürlich auch an regionale Artenvielfalt gebunden.
  • Beim Kauf des Saatgutes ist also zu bedenken: Deutschland ist in 22 Regionen für Wildpflanzen aufgeteilt.
  • Bei der Aussaat des Saatgutes ist auf den Zeitpunkt zu achten. Ein zu frühes Aussäen kann diverse Keimlinge schädigen oder vernichten. Die „Bedienungsanleitung“ des Saatgutes ist unbedingt zu beachten. Oftmals (fast immer) ist es wichtig, einen Boden erst einmal ordentlich zu fräsen und von Grasbüscheln zu befreien und dann erst das Saatgut auszusäen. Anschließend dann ist das Saatgut mit einer Walze zu festigen bzw. Bodenhaftung zu arrangieren.
    Zuweilen kann Saatgut auch „einfach ausgesträut werden“, wobei erst danach mit einer Fräse dann Grasbüschel „zerhackt“ werden und das Saatgut gleichzeitig in die Erde eingearbeitet wird (Der Vorteil: Sonnenblumenkerne werden dann kaum von Vögeln gefressen).
  • Eine „gute“ Blühwiese sollte mindestens 20 unterschiedliche Arten aufweisen. Wichtig ist auch, dass Arten so aufgeteilt sind, dass während der gesamten Blühperiode etwas wächst. Natürlich ist mehrjähriges Saatgut einjährigem Saatgut vorzuziehen.
  • Einheimische Wildpflanzen bieten in der Regel mehr Pollen/Nektar an, als klassische Zierpflanzen. Pflanzen mit gefüllten/geschlossenen Blüten haben kaum einen Mehrwert, die Insekten gelangen nicht zur Nahrung.
  • Manchmal sind es gerade Pflanzen, welche beim Menschen nicht so beliebt sind, welche einen hohen Mehrwert bringen. Bei den Schmetterlingen profitieren der Admiral (Vanessa atalanta), der Kleine Fuchs (Aglais urticae), das Tagpfauenauge (Aglais io) und Landkärtchen (Araschnia levana) davon. Auch Disteln, Wilde Möhre und andere scheinbare „Unkräuter“ sind für viele Raupen wichtige Nahrungsquellen (Viering 2017).
  • KEINE Chemie im Garten oder auf den Blühflächen einsetzen

Nachfolgend einige Kurzfilme zur Blühwiesengestaltung:

https://www.youtube.com/watch?v=pf78DdT1RAQ

https://www.youtube.com/watch?v=O3OWaQfrp-E

https://www.youtube.com/watch?v=2EOgFzajQ7o

Quellen:

Durka W., Michalski S.G., Berendzen K.W., Bossdorf O., Bucharova A., Hermann J.M., Hölzel N., Kollmann J. (2016): Genetic differentiation within multiple common grassland plants supports seed transfer zones for ecological restoration. Journal of Applied Ecology, DOI: 10.1111/1365-2664.12636

Bucharova A., Michalski S.G., Hermann J.M., Heveling K., Durka W., Hölzel N., Kollmann J., Bossdorf O. (2016): Genetic differentiation and regional adaptation among seed origins used for grassland restoration: lessons from a multispecies transplant experiment. Journal of Applied Ecology, DOI: 10.1111/1365-2664.12645

Viering, K. (2017): Wie bringen wir unsere Insekten zurück. 19.6.2017,
http://www.spektrum.de/news/die-vielfalt-der-insekten-soll-wieder-wachsen/1462773