Hitzige Diskussionen um Zukunft des Gnadenhofes Brödel in Melle — STOP
— Wie mit dem Platzverbot des Bauamtes für den Standort in Melle/Westerhausen umgehen??? — STOP
Moralisches Recht, unser juristisches Recht und E-R-M-E-S-S-E-N-S-S-P-I-E-L-R-A-U-M — STOP
Zerstört Entscheidung des Meller Bauamtes den gesamten Tourismus ??? — STOP
— Riesenladungen an Heu für den Fall einer Belagerung geholt — STOP
— Feierabendbier an einem lauten Sommerabend —

—- Vorsicht Satire —- Vorsicht Satire —- Vorsicht Satire —

Was für ein Abend. Im Rahmen einer Sondersitzung auf dem Gnadenhof „Brödel“ in Melle Westerhausen ging es heute hoch her.
Nach der Aufforderung des Bauamtes Melle den Standort in Melle/Westerhausen für Großtiere nicht weiter zuzulassen
fand heute eine hitzige Sondersitzung verschiedener Entscheidungsträger statt.
Zur Erinnerung: Der Bauwagen (Schlafort für unsere Ziegen) und unser Stall (Schlafort für unsere Schafe und Ponys) müssen entfernt werden.
Aber nicht nur das: Auch die gepachteten Flächen sollen nicht für eine permanente Beweidung zugelassen sein.

Anwesenden waren auf der Sondersitzung unter anderem:
Koko Choleriker, Frieda Feuerkopf, Sieglinde Sachlich, Ülli Überich, Isidor-Ich-Mach-Alles-Was-Ihr-Wollt-Weil-Ich-Kein-Rückgrat-habe, Wilma Wissenschaft und Jürgen-Jurist-PRO-Tier-UND-Artenschutz

Koko: Was für eine Scheiße! Haben die eigentlich nen Sprung in der Schüssel?

Sieglinde: Also bitte: Bei diesem Ton brauchen wir nicht weiter zu diskutieren. Wir brauchen Fakten! Schließlich hat sich das Bauamt in der Vergangenheit doch durchaus
gesprächsbereit gezeigt. Mehr noch: Kulant und lösungsorientiert.

Jürgen: Stimmt.

Ülli: Stimmt.

Isidor: Stimmt! Stimmt! Stimmt vollkommen. Ich stimme vollkommen zu!

Wilma: Ja, im Wesentlichen ok. Aber jetzt ist jetzt!! Ist das in Ordnung?

Isidor: Voll in Ordnung! Wir machen was die sagen! Die sind ne Behörde, die haben Recht, die haben immer Recht!

Allgemeines Aufstönen innerhalb der Gruppe.

Frieda: Was redest Du da für einen Bullshit? Die demokratische Masse sind wir! Wir haben behördliche Entscheidungen mit kritischen Augen zu betrachten.
Das gehört zu den Aufgaben des Volkes. Wo kommen wir denn da hin, wenn alles, was irgendwelche Amtsträger entscheiden, einfach so hingenommen wird?

Isidor: Aber die haben gesagt, die sind im Recht. Es geht nicht anders. Das haben die gesagt! Ihr seid Traumtänzer! Ihr glaubt nur, was ihr glauben wollt!

Allgemeines Aufstönen in der Gruppe.

Sieglinde: Also bitte! Isidor, etwas mehr Objektivität und Weitsicht bitte.

Jürgen: Juristisch ist das keinesfalls so einfach, wie das Bauamt das so darstellt. Da werden einige Aspekte eventuell etwas außer Acht gelassen.
Das Gespräch neulich war juristisch bestenfalls humorvoll, aus einigen Betrachtungsweisen – die hier aber nicht genannt werden – irgendwie auch ein Trauerspiel.
Mehr möchte ich dazu aktuell nicht sagen.
Die Prüfung läuft weiterhin.

Ülli: Aber kann es nicht sein, dass das Bauamt völlig im Recht ist? Dass deren Fakten so sind und es keine Alternativen gibt?

Jürgen: Ja und Nein. Es kann sein, dass die Fakten so sind und erstmal keine andere Entscheidung ermöglichen. Das ist so. Dann müssen wir das wohl akzeptieren.
Das Bauamt wird nichts gegen Tier- und Artenschutz haben. Das zu glauben ist Unsinn!
Aber es kann auch sein, dass ein Ermessensspielraum garnicht gewollt ist. Deren Gesprächs- und Diskussionsbereitschaft, deren Motivation eine Lösung zu finden –
erscheint rein subjektiv (Stand jetzt) – nicht besonders intensiv ausgeprägt zu sein.
Aber wichtig: Wir müssen die Prüfung abwarten. Trotzdem sieht eine bürgerorientierte Problemlösung sicherlich anders aus.

Koko: Rhetorik einer Streitaxt im Walde war das!!! Indiskutabel! Wollen die den Bürger eigentlich für völlig deppert verkaufen! Entscheidung nach Gutsherrenart!
NIE!!! werde ich akzeptieren, dass die Tiere hier nicht mehr leben dürfen!

Ülli: Sacht, Sachte!! Ich fand, das Gespräch war völlig ok!

Fieda: So, Meinungsbild!! Wer ist der Meinung, dass das Bauamt mit seiner Entscheidung im Recht ist??

Isidor-Ich-Mach-Alles-Was-Ihr-Wollt-Weil-Ich-Kein-Rückgrat-habe: Die haben Recht! Die haben Recht!! Wir machen was die wollen!! Sonst bedienen die Bedienungen uns beim Bäcker nicht mehr!
Und die ganzen Typen in den karierten Hemden auf ihren Fahrradausflügen kucken uns auch schon so komisch an. Wie stehen wir denn da? Wir ecken an und verlieren Sympathien!
Wir haben so einen tollen Ruf! Und die Zusammenarbeit mit der Stadt gerät in Gefahr! Und was sollen die anderen sagen! Vielleicht mögen uns manche dann nicht mehr!

Allgemeines Aufstönen!

Wilma: Sag mal Isidor: Bist Du sicher, dass Du hier richtig bist?

Sieglinde: Echt mal. Wir sind kein Fähnchen im Wind, was nur dahin flattert, wo die Stimmung gerade gut ist.
Wir sind wir – mit einer Meinung und einer Aufgabe!

Allgemeine Meinung: Hütten im Außengelände: Könnte sein, dass die Stadt da richtig liegt (Knurr).
Tierhaltung (Beweidung) muss in Melle/Westerhausen gestoppt werden: Nix da! Wird nicht akzeptiert (Stand jetzt)! Und nen Stall brauchen die auch!

Sieglinde Sachlich: Also eins ist ja wohl klar. Dass die Tiere auf eine viel, viel zu kleine Fläche kommen wird nicht akzeptiert.
Und noch was ist klar: Unserer Meinung nach sind wir im Recht! Scheinbar soll uns dieses Recht nicht gewährt werden.
Darauf machen wir aufmerksam, mit aller Macht!

Allgemeines Gejohle!! Nur Isidor nuschelt: „Aber die Fahrradfahrer am Sonntag in ihren karierten Hemden kucken schon immer so komisch“.
Frieda und Koko geraten in Form.

Frieda: Das ganz große Gesteck!!! Tierschutzbund!!! Prominente! Wir machen die mega Welle! Volles Programm. Es geht um viel mehr als nur um unseren Gnadenhof. Es geht um das große Ganze.
Die Scheiß-Verordnungen, so wie sie sind, haben uns doch die Miseren beschert. Glyphosat im Bier! Nitrate – viel zu hoch – im Grundwasser! Millionenfaches Tierleid!
Dahinvegetierende tierische Existenzen – Lebewesen – Aus „kommerziellen Gründen“. Ich kotze gleich! Tagesaktuelles Aussterben einer Vielzahl von Arten!
Und Ermessensspielraum im Rahmen „kommerziell günstiger“ Entscheidung ist immer drin!
Geld regiert die Politik. Die Gier wird uns vernichten!
Aber JETZT IST SCHLUSS!!! MORAL zählt mehr als schwachsinnige Verordnungen!
Und bis auf Einen Anrainer, der sich wohl neutral verhält (?), haben alle Nachbarn des Gnadenhofes sogar eine Unterschriftsliste pro Tierhaltung eingereicht.
Heute haben wir zumindest erstmal 1000ende Kilo Heu für den Fall einer Belagerung geholt. Wir können monatelang durchhalten!

Koko: Absolut!!! Die kriegen uns hier nicht weg! Nur unter Beisein der Presse mit ganz, ganz suboptimalen Bildern für die Außenwirkung!
Und: Eine Verletzung von Tier- und Artenschutz ist kein Kavaliersdelikt! Handlungsmaßstab bleibt die Weltcharta der Natur der Vereinten Nationen,
welche auch Deutschland ratifiziert hat. In dieser wird jeder Einzelne aufgefordert bei Unrecht seine Stimme zu erheben! Und wie! Und das machen wir!
DAS MÜSSEN WIR SOGAR IN EINER DEMOKRATIE! DAS IST UNSER BÜRGERINNENJOB!

Sieglinde, Ülli und Jürgen: Klingt plausibel! Aber Leute, war das zu viel Feierabendbier? Das Baumt wird doch unseren Gnadenhof nicht belagern. Sind doch nicht im Mittelalter!

Frieda: Wer weiß, wer weiß!

Koko: Ebend!

Ülli: Ihr seid Spinner!

Isidor: Aber wir müssen uns auch an Gestze anpassen!

Allgemein: Ja, stimmt. Ohne Gesetze geht es nicht. Aber ist die Situation, so wie sie ist, sinnvoll? Nein!

Wilma: Jede Gesellschaftsordnung braucht Gesetze und Verordnungen! Aber ein Gesetz ist nicht sinnvoll, nur weil es mal erlassen wurde.
Die Situation in Bezug auf Tier-, Arten- und Naturschutz ist aktuell eine Katastrophe – aber da kann das hiesige Bauamt nix für.
In den letzten 100 + Jahren haben wir Menschen ziemlich viel Unsinn fabriziert.
Trotzdem ist es richtig, dass sich ein Bauamt an solchen Gesetzen orientiert. Das ist deren Job. Wenn die Verordnungen nicht mehr sinnvoll sind, dann benötigen wir andere.
Bleiben wir unkritisch gesetzestreu so haben wir irgendwann mal einen Planeten gehabt – wir brauchen Anpassungen – das wird doch wohl auch der dümmste Mensch verstehen, oder?

Isidor: Die Behörden haben immer Recht. Wir machen, was die wollen!

Allgemein: Schnauze!

Frieda: Das Bauamt spielt ein heißes Spiel. Deren Entscheidung wegen einer Handvoll Ziegen, Schafe und 2 Ponys wird Melle überregional in die Presse bringen. Und nicht positiv.
Das muss denen doch klar sein. Es wird heißen: Denen ist Tierschutz wohl egal. Ein kleiner Gnadenhof und die sorgen für solch einen Wirbel!

Isidor: Keine Touristen kommen mehr. Wir sind eine global wichtige Tourismus-Destination. Niemand kommt mehr – wir werden Einnahmen verlieren und Hunger leiden- wir werden flüchten müssen! Wir werden Flüchtlinge sein weil hier der Tourismus ausstirbt..

Jürgen: Abwägung aller Einflüsse – ist halt so!

Isidor: Das ist Erpressung! Wird nicht akzeptiert!

Koko: Whahhhhh! Als ob das irgendeine Rolle spielt! „Der Ruf der Stadt steht auf dem Spiel“ ist meistens ein ganz jämmerliches, armseliges Argument, wenn keine Lust besteht,
sich mit dem eigentlichen Problem auseinader zu setzen.
Es geht um Recht und Unrecht. Um moralische Verpflichtungen, um – in diesem Falle – lächerliche Praxisanlehnungen. Es geht um Tierschutz und Artenschutz – Es geht um ein Zeichen!
Wir brauchen die Tiere, um Blühwiesen zu pflegen. Milliarden Tiere leben in
lebensverachtgenden Käfigen und Ställen, und wegen so ner kleinen Menge hier machen die Zoff! Was für eine grandiose ********.

Sieglinde: Wichtig ist der Blick morgens in den Spiegel.

Ülli: Ja, deren Entscheidung wird das entsprechende Echo nach sich ziehen. Soll es ja auch. Aber die müssen abwägen und umsetzen, was die umsetzen müssen.

Koko: Blödsinn. Was soll das für eine Abwägung sein? Handlungsspielraum!

Sieglinde: Wussten die ja nicht, dass das so ein Echo nach sich ziehen würde.

Isidor: Was soll das? Klingt nach Erpressung! Nochmal!

Ülli: Wohl eher nach Aufstehen für die eigene Meinung, Du Jasager! Schwachkopf!

Isidor: Schwachsinn: Hat sich eigentlich irgendwer für Eure krude Meinung öffentlich stark gemacht?

Koko: Dieser Konflikt sorgt für Streit, und was für Streit! Streit wird uns viele Sympathien kosten. Es ist ein reinigendes Gewitter. Diesen Streit müssen und werden wir führen! Das gehört zum großen Ganzen! Es knistert im Gebälk, und das ist gut so!

Sieglinde: Ich gehe jetzt ins Bett. Streit ist gut für die Demokratie.
Und die Fahrradtypen in Ihren karierten Hemden und ihre im Zweifelsfalle monotonen Einheitsmeinungen zu „Wir müssen uns nunmal an Gesetze halten“ sind mir egal. Nachdenken hilft.
Gute Nacht, Ihr Freaks!
Mir ist wichtig, was ich denke und woran ich glaube. Gute Nacht!

Gnadenhof Brödel in Melle/Westerhausen bleibt! BASTA!

Allgemein