Der zuständige Ausschuss der EU-Kommission hat am 27. November für eine Verlängerung
der Zulassung des Herbizid-Wirkstoffes Glyphosat um weitere 5 Jahre gestimmt.
Einige Initiativen aus dem Landkreis Osnabrück, welche sich bereits seit Jahren für den Insektenschutz engagieren, sind erschrocken:
Dr. Kai Behncke, Geschäftsführer der ehrenamtlich tätigen „gUG Umweltschutz und Lebenshilfe“ aus Melle:
„Das ist eine schlimme Nachricht und ein Schlag ins Gesicht all jener, die sich für den Artenschutz engagieren. Wir würden Bundes-Agrarminister Herrn Schmidt gerne einmal einladen, um zu zeigen, wie wenig Insekten, Amphibien, Reptilien und Vögeln wir vielfach in ländlichen Gegenden feststellen.
Wir möchten ihm dann den Kontrast demonstrieren, wie groß die Artenvielfalt beispielsweise auf den im Rahmen des Insektenschutzprojektes „Blumiges Melle“ angelegten Blühwiesen ist.“


Karsten Wachsmuth, Projektmitarbeiter von „Blumiges Melle“: „Es ist uns aber wichtig, den Sündenbock nicht einzelnen Landwirten zuzuschieben. Wir benötigen mit finanzieller Unterstützung der Bundesregierung einen landwirtschaftlichen Wandel, hin zu einer nachhaltigen Landwirtschaft.
Das Sterben der Insekten ist nicht nur aus Artenschutzgründen ein Drama, sondern wird zu
massiven Preisanstiegen bei der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse führen.“

Im bundesweit mehrfach ausgezeichneten Projekt „Blumiges Melle“ wurden 2017 auf ca. 80.000 m² mit unterschiedlichen Partner (Stiftungen, Firmen, Schulen, Vereine, Landwirte, Privatpersonen) wertvolle Blühwiesen mit bis zu 80 Arten angelegt.

Kampagne gegen das Insektensterben im Landkreis Osnabrück

Gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück (Bienenbündnis Landkreis Osnabrück Süd) wird im nächsten Jahr das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ ins Leben gerufen. Der BUND hat in unterschiedlichen Gemeinden des Landkreises in den letzten Jahren Flächen extensiviert, Blühwiesen geschaffen und dort
wertvolle Schutzzonen für Insekten angelegt. Matthias Beckwermert: „Seit über 30 Jahren wird die sog. Verinselung der Landschaft diskutiert, die Folgen erleben wir aktuell- gepaart mit einer konservativen Landwirtschaft, der Klimaveränderung und weiteren anthropogenen Faktoren, ist mehr denn je die Zeit für konkretes Handeln angesagt- Extensive Wiesen, Blührandstreifen und die Vernetzung der Habitate sind Ziel unserer initiative, gemäß nach Albert Schweitzer: Das Wenige,das du tun kannst, ist viel.“

Im Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ werden unter anderem mehrere Tausend Saatguttütchen
kostenlos an Schulen und Kindergärten verteilt. Die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück hat
bereits finanzielle Unterstützung zugesagt.
Für das Projekt wurde die Webseite http://blumiger-lkos.de geschaffen. Hier finden sich hilfreiche Informationen, wie sich Bürgerinnen und Bürger für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Insekten einsetzen können. Maßnahmen reichen über die Schaffung von
Wildblumenwiesen zur Versorgung mit Pollen und Nektar, die Anlage von Insektenhotels bis zur Erstellung von Brutzonen im eigenen Garten.

Bienenhotel - Foto von Ralf Külker
Bienenhotel – Foto von Ralf Külker

Dringender Spendenaufruf

Kai Behncke: „Um eine Biotopvernetzung zu erzielen, suchen wir gemeinsam mit dem BUND noch kostenlos bereit gestellte Flächen im südlichen Landkreis.
Bürgerinnen und Bürger können sich gerne diesbezüglich bei uns melden. Wir werden die Areale dann gemeinsam extensivieren und dort Blühwiesen anlegen. Es ist ein Traum im Sommer zu sehen, was dort blüht und summt. Auch Schulen können sich gerne an uns wenden. Wir werden dann gerne mit den Schülern Blühzonen schaffen.
Da Wildbienen beispielsweise zu 75 % im Boden nisten wollen wir darüber hinaus auf sandigen Arealen verstärkt Offenböden schaffen.
Zudem würden wir und der BUND uns sehr über dringend benötigte Spenden freuen.
https://www.gofundme.com/blumigerlkos
Das Geld wird wesentlich für Arbeitsgeräte eingesetzt. Mit einer verbesserten technischen Ausrüstung können wir in kürzerer Zeit größere Flächen anlegen“.

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