Ein paar Gedanken zu oft kritisierten (und dennoch regionalen) Blühmischungen:

Eben genau DIESES Erscheinungsbild von DIESER Mischung wird oftmals kritisiert (also jene blühenden Pflanzen als nicht hilfreich beschrieben). Dann werden Stimmen laut:
„Oh nein, da ist ja Phacelia drin, das darf aber nicht, oder Buchweizen, das geht garnicht, ist doch schrecklich so was. Wie konnte das passieren?“ (verdreh die Augen nach oben).

Natürlich soll ja jeder seine Meinung haben, aber:
Es gibt Mischungen (so wie auch die hier gelistete) welche einen ganz ausgezeichneten Effekt auf Insekten haben, Es profitieren hiervor primär die „Generalisten“
unter den Insekten. Auch dieses ist sehr sehr wichtig, denn:
a) Mittlerweile stecken auch viele „Generalisten“ massiv in der Bredouille
b) Eine Fülle von Nutznießern (Vögel, Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger, Fische etc.) benötigen selbstverständlich gerade die „Generalisten“ um schlichtweg nicht zu verhungern, oder anders:
Ob des Hungers elendig zu sterben (!).

Ein Kurzfilm einer Wiese (eben genau dieser „nicht hilfreiche“ (?) Mischung) und dankbarer Schwalben:
https://www.youtube.com/watch?v=kTEWxRJxNyc

In diesem Sinne kriege ich immer wieder die Pimpernellen, wenn ich entsprechende Beiträge zu „Alibi-Blühstreifen, die nix bringen“, lese.

Und: Der „böse böse böse“ Neophyt Phacelia beispielsweise ist gerade Ende April/Anfang Mai ein echter Magnet für verschiedene Wildbienenarten.
Nicht anders ist es bei Borretsch, Lein, der Färber-Hundskamille, Buchweizen, der Moschus-Malve und vielen Kulturpflanzen, welche allerdings (zugegebenerweise)
keine Wildpflanzen sind. Völlig klar: Wildplanzen auszusäen ist und bleibt massiv wichtig.

Bevor jedoch jene Leute die Blühstreifen“ mit dem klassischen Erscheinungsbild kritisieren und als „Alibi“ verschreien,
sollten sie sich überlegen, ob sie damit nicht etwas zu oberflächlich rangehen
oder dem Insektenschutz sogar einen „Bärendienst“ leisten. Ich empfinde solche Beiträge als kontraproduktiv und schlecht recherchiert.

Denn: Eben jene Mischung (z.B.) „Blühende Landschaft“, welche eben jenes gerne kritisierte „Blüh-Layout“ hervorruft, wurde ganz gezielt
in Gemeinschaft mit dem Netzwerk „Blühende Landschaft“ zusammengestellt (auch das kann es geben):

http://www.bluehende-landschaft.de/
Zitat Rieger Hofmann:

„Sie hat zum Ziel, die Nahrungsversorgung von Wildbienen, Honigbienen, Schmetterlingen und anderen blütenbesuchenden
Insekten nachhaltig zu verbessern. Diese Insekten übernehmen eine wesentliche Funktion bei der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen,
steigern und sichern die Erträge in Landwirtschaft und Gartenbau. Blütenbesuchende Insekten benötigen zur Sicherung von Fortpflanzung,
Gesundheit und Ernährung Pollen und Nektar während der gesamten Insektensaison
– diesem Anspruch wird diese Mischung mit einem lang anhaltenden Blühzeitraum gerecht.“

Im Rahmen von „Blumiger Landkreis Osnabrück“ (http://blumiger-lkos.de) haben wir etwa 60 Flächen angelegt, welche auch diese Mischung (also regional) enthalten.
Zusätzlich säen wir dann meist noch regiospezifiziertes Saatgut aus, welches dann ausschließlich Wildpflanzen enthält.

Die Kulturmischung blüht ungefähr so:
https://www.youtube.com/watch?v=VIH7Sf5ySO0
…und immer wieder sehen wir, was sich dort für eine schier unglaubliche Vielfalt tummelt.
Natürlich haben wir das auch von Biologen monitoren lassen.
Wer dazu mehr wissen möchte, welche Wildbienen dann dort vor Freude eine Polonaise tanzen:
https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/wildbienenmonitoring_endbericht_blumiges_melle.pdf
Und zu bedenken ist auch:
500 gramm „regiozertifiziertes Saatgut, ausschließlich Wildblumen“ (auf jeden Fall super), liegen zuweilen bei 200 Euro.

Die Blühende Landschaft Nord läge bei dieser Menge bei etwa 50 Euro:
https://www.rieger-hofmann.de/sortiment/mischungen/mischungen-fuer-die-land-und-forstwirtschaft/23-bluehende-landschaft-fruehjahrsansaat-mehrjaehrig.html

Dieselbe Menge liegt beim Schmetterlings- und Wildbienensaum bei 170 Euro:
https://www.rieger-hofmann.de/sortiment/mischungen/wiesen-und-saeume-fuer-die-freie-landschaft/08-schmetterlings-und-wildbienensaum.html
Wenn man dann bedenkt, dass viele Menschen zwar gerne fordern und Wünsche äußern, jedoch die wenigsten selbst bereits sind, eigenes Geld auszugeben:
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Viele-waren-fuer-Volksbegehren-wollen-aber-keine-Bluehwiesen-unterstuetzen-id53618871.html
(diese Erfahrung machen wir hier auch immer wieder. Zwar legen wir die Blühwiesen kostenlos und ehrenamtlich an, aber den meisten Menschen sind TROTZDEM 170 Euro
für 500 m² Blühwiese zu viel, 50 Euro gehen meist „gerade so eben“….)

…dann bleibt hier der Preis ein zusätzliches Argmument.

Wer sich über sinnvolle und nicht sinnvolle Mischungen informieren möchte, dem seien zusätzlich folgende Seiten ans Herz gelegt:

http://insektenrettung.de/eine-bluehwiese-anlegen/

Allgemein