Naturschutzarbeit – Bewegung auf dem Feld ein echter Segen und ein Privileg ­čÖé­čŽ╣ÔÇŹÔÖé´ŞĆ­čŽ╣ÔÇŹÔÖé´ŞĆ­čŽ╣ÔÇŹÔÖé´ŞĆ­čŽ╣ÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ­čŽ╣ÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ­čžÖÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ­čžÖÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ­čÖćÔÇŹÔÖé´ŞĆ­čÖőÔÇŹÔÖÇ´ŞĆ­čÖő­čÉŞ­čÉÁ­čÉ╗­čŽů­čÉŁ­čÉŤ­čŽő­čÉî­čÉ×
Und 1: Alte Maschine schrott, dank Georgs Bioladen und vieler Spenden geht es zum Gl├╝ck weiter
Und 2: Nationale Akademie der Wissenschaften warnt vor dramatischem Artensterben in der Agrarlandschaft – und nimmt ALLE (!) in die Pflicht

Auch wenn die Naturschutzarbeit zuweilen ganz sch├Âner (zeitlicher) Stress sein kann (in schlecht gelaunten Zeiten fragt man sich,
wieso man sich als Hobby keine Modelleisenbahn zugelegt hat):
Ganz ganz h├Ąufig ist es auch ein Segen und ein Privileg und einfach eine ganz herrliche Besch├Ąftigung ­čÖé

Heute den ganzen Tag „im normalen Job“ programmiert. Um dann den Kopf frei zu kriegen
abends den Balkenm├Ąher und ne Heuharke geschnappt und Wiesen gem├Ąht und extensiviert.

So wird es auch n├Ąchstes Jahr hier entweder WIEDER artenreich oder aber ENDLICH artenreich.
Beides ist super.
Daf├╝r lohnt es sich, sich zu bewegen.
Der Balkenm├Ąher und der Einachser, welchen wir 2017 f├╝r das Projekt erworben haben, haben beide unabh├Ąngig voneinander innerhalb weniger Tage schlapp gemacht.
Eventuell kann man die Dinger nochmal reparieren (Heftpflaster Eintausendunddr├Âlf…).
Dank der hohen Spende von „Georgs Bioladen“ aus Melle sowie vieler vieler SpenderInnen auf Betterplace jedoch
konnten wir zum Gl├╝ck bereits vor einigen Wochen Ersatz beschaffen (das Ende war absehbar). Danke noch einmal!
So geht es weiter mit der F├Ârderung der Artenvielfalt.

Heute war in Melle/Oldendorf ein St├╝ck neben der Beweidungsfl├Ąche „Sch├╝renort“ dran.
Damit Wildblumen dort langfristig eine Chance haben muss der sehr n├Ąhrstoffreiche Boden ausgemagert werden. Also heute
neben der Weidefl├Ąche einen Bl├╝hstreifen gem├Ąht
und geharkt und geharkt und geharkt.
Das beweidete Areal soll auf Dauer durch die Tierbeweidung artenreicher werden.
Neben der Weide und dem Wasserablauf jedoch ist auch noch ein St├╝ck (etwa 150 m┬▓), welches sich n├Ąchstes Jahr ├╝ber eine sehr artenreiche
mehrj├Ąhrige und regionale Wildblumenmischung freuen wird.
Zudem den Wassergraben frei geschnitten. Ordentlich durch den Matsch gewatet. Auch das geh├Ârt dazu.

Es ist herrlich! Frische Luft, Bewegung und man sieht, was man geschaffen hat.
Anschlie├čend stinkt man oft wie ein Iltis, ist ordentlich eingesaut, klitschnass geschwitzt, aber dennoch irgendwie gl├╝cklich.
Und der Hausarzt freut sich ├╝ber gute Messwerte ob der ganzen Bewegung. Na also, geht doch ­čÖé

Klingt etwas schrullig (aber von Natursch├╝tzern erwartet man ja nichts anderes), aber man baut irgendwie auch
„Kontakt zu der Fl├Ąche“ auf (die man bearbeitet).
Jetzt nicht so metaphysisch-esoterisch „ich war noch nie so eine Einheit mit Dir, wie jetzt, Planet Erde. Du bist Ich und Ich bin Du!“ (es gibt ja nichts, was es nicht gibt),
sondern eher so, dass man von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr sieht, was
sich dort ansiedelt und welches neues Leben sich auf einer vormals relativ artenarmen Fl├Ąche entwickelt.

Wenn man wirklich will und bereit ist, etwas zu tun, dann kann man (ganz allgemein gesprochen) aus sehr monotonen gr├╝nen Einheitswiesen-W├╝sten (h├Ąufig sind diese leider
ziemlich ├╝berd├╝ngt, dann haben Wildblumen langfristig leider keine Chance) Paradiese f├╝r die Artenvielfalt gestalten.
Dauert etwas…zuweilen Jahre, aber lohnt sich.

Gestern ist eine vielbeachtete Studie u.a. der Leopoldina Nationale Akademie der Wissenschaften,
der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften und der Union der
Deutschen Akademien der Wissenschaften (noch mehr Wissenschaft geht nun wirklich nicht ;-)) erschienen:

https://www.leopoldina.org/presse-1/nachrichten/biodiversitaet-und-management-von-agrarlandschaften/
Zur Originalpublikation geht es hier:
https://www.leopoldina.org/publikationen/detailansicht/publication/biodiversitaet-und-management-von-agrarlandschaften-2020/

Klar und deutlich wird in dem Bericht zu „Biodiversit├Ąt und Management von Agrarlandschaften“ beschrieben,
dass die Situation ganz massiv und hochgradig dramatisch ist.
„Der beobachtete R├╝ckgang der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft in Deutschland wird zuk├╝nftig die
Funktionsf├Ąhigkeit der Agrar├Âkosysteme einschr├Ąnken und sp├╝rbare Folgen f├╝r Mensch und Umwelt haben.“

Die aktuelle europ├Ąische Agrarpolitik zerst├Âre die Artenvielfalt, und die derzeit geplante Reform
gehe l├Ąngst nicht weit genug, um das Artensterben aufzuhalten.

In dem Bericht findet jedoch keine „Schuldzuweisung“ statt (wie sie in sozialen Medien gerne praktiziert wird).
Sehr gut! Beleuchtet wird, dass die Situation viel viel viel komplexer ist, als dass man nur auf den Landwirten eindreschen (welch schlechter Wortwitz an dieser Stelle)
k├Ânnte.
Die aktuell stattfindenden Praktiken werden als logische Prozesse bezeichnet, denen sich Landwirte zu unterwerfen haben, sofern sie ├╝berleben wollen.
Dazu geh├Âren Monokulturen, ein gro├čfl├Ąchiger Pestizideinsatz, gr├Â├čere Fl├Ąchen und mehr Tiere. Letztlich alles, was die Landwirtschaft effizienter macht.

Daher empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine systemische Herangehensweise mit vielf├Ąltigen, parallelen L├Âsungsans├Ątzen. Der wichtigste Ansatzpunkt seien die Subventionszahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europ├Ąischen Union (GAP).
Diese sollten zuk├╝nftig st├Ąrker an tats├Ąchlich erbrachte und messbare ├ľkosystemleistungen gekn├╝pft werden.

Hervorgehoben wird auch:
Unterst├╝tzung von landwirtschaftlichen Betrieben: F├╝r landwirtschaftliche Betriebe muss biodiversit├Ątsfreundliche Produktion wirtschaftlich attraktiv sein. Sie sollten bei der Umsetzung entsprechender Bewirtschaftungsmethoden sowie bei Investitionen in innerbetrieblichen Naturschutz unterst├╝tzt werden. Neben dem ├Âkologischen
Landbau sollten innovative Konzepte f├╝r den integrierten Anbau ausgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Auch der Handel wird in die Pflicht genommen (Auszug):
Einfluss durch Handel und M├Ąrkte: Produkte aus regionaler biodiversit├Ątsfreundlicher Produktion sollten im Handel entsprechend gekennzeichnet werden. Zudem m├╝sse die Infrastruktur verbessert werden, um regionale landwirtschaftliche Produkte lokal weiterverarbeiten zu k├Ânnen.

Klar benannt wird auch die Verantwortung der Kommunen:
„Verantwortung der Kommunen: Als sichtbare Vorreiter und Multiplikatoren sollten sie sich
st├Ąrker daf├╝r einsetzen, die biologische Vielfalt auf ihren Fl├Ąchen zu erhalten, zu pflegen und zu erh├Âhen.“

Und sehr positiv:
Ver├Ąnderung der gesellschaftlichen Wahrnehmung und Wertsch├Ątzung: Das Bewusstsein f├╝r die Bedeutung biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft sollte grundlegend gest├Ąrkt werden und m├╝sse sich auch in einem ge├Ąnderten Konsumverhalten zeigen. Besonders wichtig sei es, die Bereitschaft zum Kauf biodiversit├Ątsfreundlicher Produkte zu erh├Âhen und den Fleischkonsum zu reduzieren.

Blumiger Landkreis Osnabr├╝ck
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
González-Romero-Blühwiesenkorridor Blumiger Landkreis Osnabrück
http://blumiger-lkos.de

Spenden f├╝r das Projekt:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabrueck

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