Bio-Gemüse anpflanzen – Insekten schützen

Melle/Oldendorf
Kreisläufe schaffen: Aus Tierfutter wird Bio-Gemüse. Gemeinsam mit Schulklassen.

Mittlerweile benötigen wir ja fast schon einen LKW um das Futter für unsere Tiere zu organisieren.
Hafer, Gerste, Möhren, Heu und und und…
Die Hinterlassenschsaft der Tiere werden wiederverwertet. In diesem Frühjahr schaffen wir auf 300 m²
einen Nachbarschafts- + Schulgarten, komplett Bio.
Die Kinder sollen selber Gemüse anpflanzen, nach biologischen Grundregeln.
Es wird kein chemischer Dünger verwendet, lediglich die Reststoffe aus dem Futter unserer Tiere werden eingesetzt (ergo: Pferdeäppel, Ziegenköttel etc.).
Zudem werden biologische „Schädlingsbekämpfer“ eingesetzt (z.B. Jauche aus Brennnesseln, Schachtelhalm etc.).
Oder aber bestimmte Pflanzentricks angewandt (Tagetes hilft z.B. Nematoden fernzuhalten (die kleinen Dinger, die gerne Gemüse anknabbern).

Heute schon mal angefangen und die ersten Türmchen „Schaf-, Ziegen- und Pferdedung“ auf dem sandigen Boden abgelagert.
Und völlig klar: Wer das Gemüse anpflanzt und pflegt, der soll es natürlich auch ernten. 🙂
So lernen die Kinder gleichzeitig den wErt von Nahrungsmitteln kennen.
Zudem wird pro Gemüsestreifen auch immer eine Blüh-Ecke für Insekten angelegt. Schliesslich sollen die Pflanzen ja auch bestäubt werden…

Insektenrettung.de
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen

Die Sonne scheint – Weitere Blühwiesen schaffen

Jetzt wirds Zeit, dass der Insektenschutz weiter geht.
Das Bundesprogramm Insektenschutz lässt weiter auf sich warten…Naja, egal. So viel Zeit haben wir nicht.
Dieses ewige: „Dauert noch, ist noch nicht so weit..blablabla“…ist mir zutiefst zuwider!
Seit Jahren war die Situation klar. Jeder, der seine grauen Zellen beisammen hatte, wusste Bescheid.
Handeln seitens des Bundesregierung: Fehlanzeige!
Naja, letztlich geht es ja eh darum, dass wir alle (jedEr EinzelnEr) aktiv werden. Ist so oder so die bessere Einstellung.
Heute auf ner 7000 m²-Fläche weiter malocht.
Unser Maschinenpark ist nach wie vor ziemlich rudimentär. Karsten Wachsmuth hats es jedoch geschafft, einen klapprigen
Einachser wieder zum Arbeiten zu bringen. Pfeift und raucht zwar, sodass man denkt, das Teil fliegt einem gleich um die Ohren,
aber der Balkenmäher mäht. 10% der Stängel bleiben stehen. Ansonsten muss alles runter, damit hier Platz für eine Blühwiese geschaffen wird.
Morgen gehts weiter. Ist (noch) ein ganz schönger Dschungel, wird zu einer Rettungsinsel für Insekten…
Hier entsteht eine tolle Blühwiese.

Webanwendung zur Planung von Blühwiesen online

Es ist soweit, eine neue Plattform zur Anlage und Planung von Blühwiesen geht online:
http://insektenrettung.de

Viele vermittelte Informationen dieser Seite stammen aus den Erfahrungen unterschiedlicher lokaler/regionaler Insektenschutzprojekte aus dem gesamten Bundesgebiet.
Dieses Portal vermittelt praktische Tipps und Informationen zur Anlage von Blühwiesen, Blühstreifen und Blühinseln sowie Insekten-Nisthilfen.
Bundesweites Planungsinstrument

Ein wichtiger Baustein sind die programmierten Kartenanwendungen (siehe http://insektenrettung.de/den-standort-einer-bluehwiese-planen/).
Durch diese schaffen wir ein kostenloses und ständig erweitertes Planungsinstrument (für BürgerInnen, Naturschutzgruppen, Schulen, Firmen, Kommunen, Landkreise etc.) damit räumlich gezielt überall im Lande insektenfreundliche Blühwiesen (basierend auf den passenden Saatgutmischungen) angelegt werden.
Durch eine hohe (floristische) Artenvielfalt können wir die Vielfalt der Insekten (und somit vieler weiterer Spezies) unterstützen und gegen das katastrophale und massive Artensterben aktiv werden…
Wofür sind die Kartenanwendungen wichtig?

Im Sinne eines Insektenschutzes ist es wichtig, lokale/regionale „Blühbänder“/“Blühkorridore“ anzulegen und Biotope zu vernetzen.
Natürlich ist auch eine „Insellage“ von Pollen- und Nektarflächen hilfreich (sind diese doch innerhalb einer oftmals „auf- und ausgeräumten“ (monotonen) Kulturlandschaft wichtige Rettungsinseln). Das Ziel muss es jedoch sein, einen regionsübergreifenden genetischen Austausch zu fördern. Dieser genetische Austausch ist elementar für eine Arterhaltung. Heißt: Wir müssen lokale/regionale Schutz-Korridore schaffen, damit Insekten von Blühfläche zu Blühfläche fliegen können. Dieses kann jedoch nur dann funktionieren, wenn wir wissen WO bereits Blühareale angelegt wurden, um somit das „Blüh-Netzwerk“ zu erweitern. Durch die Verortung von Blühwiesen in der Karte wird sichtbar, WO WELCHE Blühwiesen (WELCHER Größe?, basierend auf WELCHEM Saatgut?) vorhanden sind, um somit dort in der Nähe weitere Flächen zu schaffen. Zu bedenken ist: Gerade Wildbienen haben einen geringen Flugradius (etwa bis zu 2 Kilometern). Viele dieser Arten schaffen sogar nur eine Distanz von 500 Metern.
Ein weiterer Nutzen dieser Karte: Per Mausklick wird deutlich, welcher Bodentypus in Deiner Region vorhanden ist. Diese Information kann an den Saatgutlieferanten gesendet werden, damit Du auch die richtige Mischung aussähst.
Die Planungs-Anwendung kann somit bei der Umsetzung des „Volksbegehrens Artenvielfalt“ (großartige Sache!!) in Bayern helfen, und genauso z.B. von Landwirt Asmus Asmussen in Schleswig Holstein zur Planung von Blühstreifen eingesetzt werden.

Die Programmierung dieser Blühwiesen-Web-Software geschah innerhalb vieler (ehrenamtlich-nächtlicher) Stunden aber auch und maßgeblich unterstützt durch Gelder aus der gewonnenen „Google Impact Challenge 2018“ (https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018/charities/pro-insektenschutz). Ein hervorgehobener Dank für diese Förderung soll an dieser Stelle ausgesprochen werden.

Nach wie vor wissen wir (leider) nur sehr wenig über das Verhalten vieler Insekten. Somit an die WissenschaftlerInnen: Du kennst eine wissenschaftliche Studie z.B. über die räumlichen Auswirkungen von Blühflächen, Schutzzonen etc.? Du weißt von einer Untersuchung über die Akzeptanz von Blüharealen unterschiedlicher Größe, Saatgutzusammenstellung etc. bei verschiedenen Insekten? Dann schreib uns gerne an. Wir werden versuchen, die Ergebnisse der Untersuchung in unseren räumlichen Algorithmus einfließen zu lassen.
Du hast Erfahrungen bei der Anlage einer Blühwiese gemacht? Schicke uns gerne auch diese Informationen. Du hast bereits eine Blühwiese angelegt? Dann hilf uns dabei ein (flächendeckendes?) Monitoring umzusetzen und trage diese gerne hier ein:
http://insektenrettung.de/bluehwiese-bluehinsel-in-die-karte-eintragen/

Euch fehlen Funktionen in den Kartenanwendungen, um die Planungen von Blühwiesen zu vereinfachen? Meldet Euch gerne. Wir setzen diese um. Ehrenamtlich und kostenlos – sofern wir es zeitlich irgendwie geregelt kriegen.

Werden wir aktiv gegen das Insektensterben. Für eine hohe biologische Vielfalt!

Totholz – Wichtige Nistmöglichkeit für Insekten

Na also, ab jetzt dürfen wir (nach Absprache mit Waldbesitzern) auch „amtlich zertifiziert“ mit einer Motorsäge im Wald arbeiten…
Den Kurs absolviert und nun ist die Genehmigung vorhanden, perfekt!
Warum ist das wichtig für Insekten? Wir können jetzt Nisthilfen aus Totholz zur Verfügung stellen, sehr schön 🙂
Eine Blühwiese „allein“ ist schon eine tolle Sache. Aber:
75 % der Wildbienen nisten im Boden. Und die anderen?
Z.B. in Stängeln oder: in Totholz…
Aber das gibt es (leider) viel zu wenig.
Das müssen wir ändern, und daran arbeiten wir…..
30 Kubikmeter Holz planen wir neben den Blühwiesen in diesem Jahr zur Verfügung zu stellen.
Immerhin mal ein Anfang.

Das „klassisch, ökonomisch angepflanzte“ Holz interessiert uns dabei nicht so sehr.
Für unsere Zwecke ist insbesondere Holz interessant, welches z.B. vom Borkenkäfer bereits mit Gängen versehen wurde.
Je zernagter und zerfressener desto besser.

Bäume fällen macht übrigens wenig Spaß, tut irgendwie in der Seele weh. Im Sinne der Nutzung „nachwachsener Rohstoffe“ ist es aber absolut alternativlos.
Immerhin (und sehr gut): Waren heute in einem zur gezielten Nutzung angelegten Waldstück, in welchem sog. „Habit-Bäume“ (entsprechend gekennzeichnet) nicht gefällt werden dürfen (wenn dort z.B. Totholz in der Krone
ist oder ein Specht sein Nest dort hat)…

Diese „Totholz-als-Nisthilfe-Zur-Verfügung-Stellung“ ist irgendwie auch ein Wahnsinn.
Da müssen wir mittlerweile Restholt zersägen, weit transportieren, gezielt an Blühwiesen abladen, da innerhalb
einer aufgeräumten und viel-zu-ordentlichen „Kulturlandschaft“ so etwas schlichtweg Mangelware ist.
Was für eine armselige Welt, in der wir leben…aber aufgeben gilt nicht.

Lang lebe Blumiger Landkreis! Viva Insektenschutz!
Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

…manchmal macht die allgemeine Situation des Artensterbens irgendwie auch wütend (die Verzweifelung ist lange vorbei). Und Wut macht erfinderisch 😉

SPENDEN- und/oder AKTIONSAUFRUF

SPENDEN- und/oder AKTIONSAUFRUF

Liebe Leute,

die gestern veröffentlichte Studie zum Insektensterben macht es deutlich.
DAS PROBLEM IST GRAVIERENDER ALS ANGENOMMEN.
Wenn nicht ganz ganz schnell ganz ganz viel passiert, dann wird die Katastrophe kommen. Mit allen Konsequenzen.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/insektensterben-wir-muessen-jetzt-sofort-handeln-a-1252867.html

Das erfolgreiche Volksbegehren (eines der erfolgreichsten in der Geschichte der Bundesrepublik) in Bayern ist ein klarer Aufruf zum sofortigen Handeln auf allen Ebenen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bayern-was-hinter-dem-erfolg-des-bienenschutz-volksbegehrens-steckt-a-1253062.html

Das Beste was man machen kann: Selbst aktiv werden. Wildheit in Gärten und auf Balkonen schaffen. Totholz-Nisthilfen anlegen,
Blühwiesen anlegen etc. etc.

Wer dazu keine Zeit oder Gelegenheit hat, der kann auch uns gerne mit einer Spende unterstützen, denn der Frühling naht und unsere Projekte sind nach
wie vor noch nicht in Gänze finanziert:

Z.B. Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt durch Blühwiesen schaffen, Insektensterben stoppen
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabruck?utm_source=project_widget&utm_medium=project_61252&utm_campaign=widget

Und insbesondere: Blumiger Landkreis Osnabrück (PLUS)
Schonende Blühwiesenpflege durch Gnadenhoftiere:
https://www.betterplace.org/de/projects/66360-insektensterben-stoppen-bluhwiesen-anlegen-pflege-durch-gnadenhoftiere?utm_source=project_widget&utm_medium=project_66360&utm_campaign=widget

Die Abbildung zeigt, was wir in den letzten 3 Jahren geschaffen haben (gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück)

Rot eingefärbt heisst: Eine ganze Menge Blühwiesen
Müssen aber noch viel viel mehr werden, unbedingt!! Stillstand ist nicht. Dafür ist die Lage zu brisant.
Wir brauchen dringend Schutzkorridore, innerhalb welcher die Insekten von Gemeinde zu Gemeinde
fliegen können (fördert den so wichtigen genetischen Austausch). Jeder Euro hilft uns dabei. Wir bringen Euros zum Blühen.
In diesem Sinne also: Spendet gerne „Bleuros“ 🙂

https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabruck?utm_source=project_widget&utm_medium=project_61252&utm_campaign=widget

https://www.betterplace.org/de/projects/66360-insektensterben-stoppen-bluhwiesen-anlegen-pflege-durch-gnadenhoftiere?utm_source=project_widget&utm_medium=project_66360&utm_campaign=widget

Nur noch 2 Wochen…

Blühwiesen-Websoftware
Nur noch zwei Wochen, dann geht unsere von Google unterstützte Websoftware zur
gezielten Anlage, Planung und Gestaltung von insektenfreundlichen Blühwiesen online.

Enthält z.B. viele hilfreiche Tipps und Tricks zur Schaffung von Blühwiesen, Blühstreifen und Insektennisthilfen.
Zudem ist ein Planungstool integriert, in welchem man z.B. den Bodentyp in der Region abfragen kann, um dadurch geeignetes regionales Saatgut einzusetzen.
Das Tool wird dabei hilfreich sein, gezielt Blühwiesen(korridore) anzulegen, um es Insekten zu ermöglichen, von Wiese zu Wiese zu fliegen.
Dieses fördertert einen regionalen genetischen Austausch, der elementar ist, für eine Arterhaltung.

Die Anwendung soll BürgerInnen, Naturschutzgruppen, Kommunen, Landkreise, Firmen, Schulen etc. dabei unterstützen, in ihrem lokalen Umfeld aktiv zu werden.

Nächste Naturschutzfläche in Planung (Melle/Oldendorf)

Die nächste Naturschutzfläche, gemeinsam mit dem Umweltbüro der Stadt Melle, befindet sich in der Planungsphase.
In Melle/Oldendorf an der Bushaltestelle Schürenort.

Nachdem wir in der Vergangenheit oftmals eher die Logik „Erst machen, dann fragen“ verfolgt haben (hat den Vorteil
bereits einen Fuß in der (eingetretenen) Tür zu haben (whahahaha) ;-)), mussten wir ja auch hier und da etwas „Lehrgeld“ zahlen.
Bei diesem Projekt nun, nicht zuletzt weil es ein Kooperationsprojekt mit der Stadt Melle ist, gehen wir nun etwas dezenter vor.
Heute wurden zunächst einmal Anschreiben an die Anrainer verteilt und auch schon das erste (positive :-)) Anrainergespräch geführt.

Worum geht es? Auf einer städtischen Fläche (ca. 800 m²) ist vorsichtig angedacht, dort eine naturschutzgerechte Beweidung durch einige unserer Schafe und Ziegen durchzuführen. Keine „extensive“ Beweidung sondern mehrfach im Jahr eine mehrwöchige „Stossbeweidung“
(hat ebenfalls sehr positive Auswirkungen). Auf dieser Fläche soll jedoch keine Blühwiese angelegt werden sondern eine Artenvielfalt durch Auszehrung der Fläche (je nährstoffärmer desto besser), natürlichen Saatguteintrag (Vögel, Wind)
und eine gezielte Tierbeweidung erreicht werden.

Das Projekt kann eine WIn-Win-Win-Situation hervorrufen:
Der kommunale Haushalt wird entlastet, weil die Pflege durch unsere Tiere keinen Cent kostet.
Gleichzeitig wiederum freuen wir uns, weil wir Ausgaben für Heu sparen. Unsere Tiere finden es gut auf einem frischen Grün zu gräsen, welches sich zudem
zwischen den Mahdzeiten „erholen“ kann (Weidehygiene).
Und viele viele Insekten, Amphibien, Reptilien, Wildblumen und Wildkräuter freuen sich, weil sie sich auf dieser Fläche ohne größere Störungen entwickeln können.

Aus Naturschutzsicht sehr wichtig:
* Das Areal wird sehr schonend gepflegt. Anders als bei einer maschinellen Pflege fallen bei einer Tiermahd kaum Amphibien, Reptilien, Kleinsäuger oder Insekten der Pflege zum Opfer. Dieses ist bei der anvisierten Fläche sehr sinnvoll, da dort zwei wertvolle Tümpel vorhanden sind.

* Der Verbiss der Schafe und Ziegen sorgt für Offenstellen im Boden. Dieses Orte können wichtige Refugien für Insekten darstellen
* Die „Hinterlassenschaften“ der Tiere können wertvolle Nahrungsbestandteile für verschiedene Insekten sein. Davon wiederum profitieren z.B. Fledermäuse und Vögel. Nach der Beweidung werden die „Hot-Spots“ der Schaf- und Ziegenausscheidungen abgetragen, damit keine Eutrophierung des Areals stattfindet.
* Als Effekt erhoffen wir uns die Ansiedlung verschiedener Wildblumen und Wildkräuter, welche einen sehr hohen Nutzen für die lokale Artenvielfalt in Melle erbringen.

Spatz (2017, S.21) schreibt: „Schon eine Änderung des Mahdkonzeptes durch Reduzierung der Schnitthäufigkeit, Abfuhr des Mähguts und eine schonende Mahdtechnik wird mittel- bis langfristig zu einer artenreicheren Wiese führen.“

„Die Stoßbeweidung ist eine kurzfristige intensive Beweidung mit einer hohen Besatzdichte. Sie kommt in ihrer Wirkung auf den Pflanzenbestand einer Mahd nahe, die aber Amphibien und Insekten schont“ (LLUR 2010, S. 15). Und weiter:
„So fördert ein kurzfristiger intensiver Besatz vor Beginn der Vegetationsperiode den Blütenreichtum und führt gekoppelt mit einer Stoßbeweidung am Ende der Vegetationsperiode zu einer starken Aushagerung der Fläche“
(ebda.). Auch Jedicke (2015, S. 46) hebt hervor: „Mahd ist stets mit hohen Tierverlusten verbunden, Beweidung hingegen in wesentlich geringerem Maße“.

Damit die Fläche nicht durch Nährstoffe angereichert wird sollten die „Hinterlassenschaften“ der Tiere regelmäßig
abgetragen werden (Pferdehalter werden das für eine Weidehygiene wichtige „Abäppeln“ kennen).
Gleichzeitig wiederum dient der Dung der Tiere verschiedenen Insekten auch als Nahrungselement.
Durch eine schonende Beweidung und die „Hinterlassenschaften“ der Tiere wird ein weiterer positiver
Effekt für Insekten und Folgenutzer erzielt. So wurde ermittelt, dass durch eine Weidenutzung beispielsweise
ein Anstieg von Fledermausarten verzeichnet werden kann, welcher mit sog. „korophagen“ Insekten in Verbindung
gebracht wird (Schorcht et al. 2003). Durch eine Beweidung entstehen durch den Verbiss der Tiere Offenstellen.
Davon profitieren insbesondere Heuschrecken und Tagfalter-Arten. „Beweidete andrasen sind zudem deutlich blütenreicher als
unbeweidete Flächen, sodass auch das Blütenangebot für Wildbienen langfristig scheint.
Eine hohe Wildbienen-Diversität korreliert mit geringer Vegetationsdeckung, und trockenen, offenen
Bodenverhältnissen“ (Lorenz, Tischew 2015, S. 92). „Beweidung fördert durch kleinräumig variierende Weideintensität in Verbindung mit
standörtlichen Differenzierungen wesentlich stärker als reine Mahdsysteme die Ausbildung von Lebensraumkomplexen (…). Eine
Reihe von Ressourcen können allein Weideregime bereitstellen: Dung (z.B. als Nahrungsressource für
Dungkäfer und -fliegen sowie Substrat für Pilze), (…) Tierpfade und allgemein Offenbodenstellen,
überständige Pflanzenstängel (z.B. als Überwinterungshilfe für Wirbellose) (…) (Jedicke 2015, S. 46, vgl. auch LLUR 2010, S.9)

Spatz, A.-K. (2017): Gemeinsam blühen lassen. In: bienen&natur. 7/2017. 20-21

Jedicke, E. (2015): Einführung Lebensraumtypen. In: Bunzel-Drüke, M.; Böhm, C.; Ellwanger, G.; Finck, P. et al., Naturnahe Beweidung und Natura 2000. S. 45-53

Schorcht, W.; M. Biedermann M.; I. Meyer, I.; Reisinger E.(2003): „Extensives Weideland“ – auch Lebensraum für Fledermäuse?
Landschaftspflege und Naturschutz in Thüringen 40: 41-47

LLUR, Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (2010), Beweidung von Offen- und Halboffenbiotopen

Der Winter ist vorbei – Frühling beginnt dieses Jahr früher

Das lausige Wetter ist ein Graus, damit ist jetzt Schluss.
Wir haben beschlossen, dass jetzt Frühling ist, basta!
Jetzt wird es wärmer, die Blumen fangen an zu blühen, die Blätter treiben aus, na also!!!
Auch die Erstellung unseres „Naturschutzbiotops-Wulberg“ im Ortsteil Melle/Oldendorf neigt sich dem vorläufigen Abschluss.
Im Anhang die Übersichtskarte:

Rot=Zaunführung (innerhalb der eingezäunten Tiere weiden regelmäßig/ab und zu/gelegentlich einige unserer Gnadenhoftiere)
Gelb=Bereits angelegte Blühwiesen (basierend auf unterschiedlichen Saatgutmischungen)
Blau= Geplantes Feuchtbiotop (in 2020)
Orange= Ökologischer Gemüseanbau, Lehr-, Lern- und Mitmachfläche für Schulen (wird im April/Mai 2019 umgesetzt)
Grün=Storchenkörbe
1= Bereits errichtet (sponsered bei Jens & Catrin)
2= Mast steht, Storchenkorb wird im Februar installiert
3= Errichtung im Februar/März geplant

Und weil Frühling ist, wird dieses Wochenende ordentlich rangeklotzt 🙂

Alle Maschinen schrott – was für ein Riesenmist

Es ist „zum Mäusemelken“ – Aktuell alle Maschinen Schrott.
3 Motoreinachser und sogar unser Quad. Zum Glück sind es fast ausschließlich
Gewährleistungs-Verschleißerscheinungen – sind ja auch munter im Einsatz die Dinger. Maschinenausfall ist das definitv nervigste (und größte) Problem in unseren Projekten. Die Ersatzteile sind schon bestellt:
Ein neuer Motor, neue Zündkerzen, ein neuer Bremsschlauch. Nervig ist aber die „Keine-Maschinen-Zwangspause“,
in dieser Zeit könnte man auch gut z.B. Blühwiesen vorbereiten. Wertvolle Zeit geht verloren (Shit!!!), aber ist halt manchmal so.
Grrrrr……
 
Naja, machen wir das Beste draus. Für den Transport-Notfall haben wir noch unser „Oldschool-Mobil“.
Hat ca. 0,25 PS (wird einfach von zwei Händen gezogen ;-)).
 
Das Trinkwasser unserer Blühwiesen-Beweidungstiere wird zu Eisblöcken, also mit dem Handkarren frisches Wasser und Futter gebracht.
Die Wassertränken dampfen richtig bei der Kälte.
Alle Tiere erhalten bei diesem Wetter regelmäßig auch Kraftfutter. Ziege Elli, Kuno und Catrinchen zögern nicht lange und springen dann schon mal gerne
auf den Tisch. Stellt man Ziegen was zum Klettern hin, so sind sie sofort dabei.
 
Als Belohnung nach dem Transport-Sport dann in der Sonne
nen Becher heissen Fitness-Saft getrunken (mit Brennenesselsud, Löwenzahn, Artischocken). So wird eine Zwangspause dann irgendwie doch ganz nett. Drinks dieser Art (sehr zu empfehlen nach einer bierseligen Nacht) gibt es in der Regel
im örtlichen Bioladen. Man tut nicht nur sich selbst etwas Gutes sondern fördert auch einen ökologischen Anbau, weit weg
von industrieller und Öko-schädlicher Landwirtschaft.
Kostet zwar etwas mehr als Mainstream-Saft, aber vermutlich werden wir dahin kommen (müssen), dass für nachhaltige Lebensmittel eben ein
höherer Preis zu bezahlen ist (zumindest wenn wir noch länger etwas von unserem Planeten haben wollen).
Eventuell wird man den dringend notwendigen Wandel in der Landwirtschaft so hinbekommen….
Wie man das sozialverträglich (für alle Konsumenten realistisch) umsetzt? Puh, schwierige Frage….

Blühwiesenheu fürs kleine Lamm

Unser kleines Schaf-Lamm macht sich prima.
Simone Brockmann und Julia Gommer ziehen es im Naturpark Kreimerhof mit der Flasche auf.
Es hüpft munter durch die Gegend, hat schon einige Schaf-Freundschaften geschlossen und wird größer und größer 🙂
Man kann sagen: Es hat einen „gesegneten Appetit“.
 
Vielen Dank an Knipse Rita für eine Spende für die kleine Maus. Danke auch an eine anonyme Spenderin für eine Zugabe für frisches Saatgut.
 
Ihr seid beide nun in der Hall of Fame integriert:
 
 
Aus dem Blühwiesen-Saatgut wird erstklassiges Heu erwachsen, mit sehr sehr vielen Kräutern. Auch darüber werden sich unsere Tiere freuen.
Mittlerweile futtert die ganze Rasselbande bei der jetzigen Anzahl (4 Ponys, 25 Schafe + Ziegen) etwa 800 Kilogramm Heu im Winter, da macht es Sinn, das selber zu produzieren.
 
Bei der Heumahd ist es wichtig Wiesen (Blühwiesen oder Heuwiesen) auf keinen Fall öfter als 2 mal im Jahr zu mähen
(aus dieser Nutzungsform ist ja auch die klassische „Blühwiese“ entstanden).
So haben Wildblumen und Wildkräuter die Möglichkeit zu blühen und eine Wiese wird kontinuierlich ausgemagert (wodurch sie wiederum eine Lebensinsel für noch
mehr Blühpflanzen wird. Bei Wildblumen gilt: Je nährstoffärmer desto besser). Ein sich selbst verstärkendes Prinzip im positiven Sinne.
 
In der insensiven Landwirtschaft leider werden Wiesen teilweise bis zu 5 mal im Jahr gemäht…
Chancenlos, dass sich hier Leben entwickelt.
 
„Moderne Mähwerke sind wahre Todesfallen; kommt ein sogenannter Aufbereiter zum Einsatz, sterben rund 60 Prozent aller auf den Pflanzen sitzenden Insekten.
Vielfach wird innerhalb weniger Stunden eine riesige Fläche gemäht und gleich für das Silo [;] abgeräumt. Insekten finden oft keine Ausweichflächen mehr.“
Seger und Rosenkranz (2018, S. 95) (Das grosse Insektensterben)
 
…geht zum Glück auch anders 🙂
 
 
Gnadenhof Brödel Melle

Totholz als zusätzliche Nisthilfe für Insekten

Heute ein interessantes Treffen mit dem Meller Bezirksförster Herrn Scholz gehabt.
Für das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ sind wir aktuell auf der Suche nach Totholz,
um zusätzliche Nisthilfen für Insekten zu schaffen. Einige Holzstapel haben wir uns dafür heute angesehen.

An verschiedenen Blühwiesen sollen diese Nistmöglichkeiten dann platziert werden – sofern wir für eine Finanzierung „grünes Licht“ bekommen (ein Förderantrag wurde bei einigen Stiftungen eingereicht).
Eine klassische Win-Win-Situation. Verschiedenes Holz ist als Bauholz nicht mehr zu gebrauchen, weil es schon anfängt zu modern oder aber bereits von Käfern „durchhöhlt“ wurde. Genau das richtige für uns 🙂 Viele Wildbienen würden sich freuen, in den Käfergängen ihre Larven abzulegen.
Ein gedeckter Tisch und nebenan ein tolles Totholz-Hotel. Das wärs 🙂

Gute Nisthilfen von der „AlpenBiene“ – Nisthilfen & Naturschutzprodukte

Gute Nisthilfen für Wildbienen zu finden ist garnicht so einfach.
Es ist unglaublich, wie viel sinnloser Schrott an „Insektenhotels“ z.B. in Baumärkten verkauft wird.
 
Segerer und Rosenkranz (2018) schreiben dazu (in „Das große Insektensterben“):
„Doch wer die teils gewagten Konstruktionen kauft, ist einem PR-Gag aufgesessen – als habe man für einen luxuriösen Preis ein Billighotel ohne Frühstück gebucht.
Im Grunde ist schon der Name bezeichnend: Hier ist nichts von Dauer. Aber Insekten sind keine Jetsetter,
sie suche eine sichere Bleibe für sich und ihre Nachkommen, und sie brauchen mehr als ein paar Holzriegel, unsachgemäße Holzstücke mit noch unsachgemäßeren Bohrungen.“
 
Zum Glück gibt es einige Unternehmen, welche sehr solide und vor allen Dingen sinnvolle Konstruktionen anbieten.
Zum Beispiel: „AlpenBiene“ – Nisthilfen & Naturschutzprodukte“
 
In unserem Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ setzen wir diese Nisthilfen ab diesem Jahr regelmäßig ein, da sie für unterschiedliche Wildbienen sinnvolle Brutröhren anbieten.
Die Konstrukte sind sauber produziert, halten auch was aus und der Preis ist in Ordnung.
 
Wir sind mit den Erstellern der Nisthilfen übrigens weder verwandt noch verschwägert ;-), sondern ich schreibe dieses, weil wir auch schon viel teuren „Müll“ gesehen haben.
Da ist es erfreulich, dass es Nisthilfen gibt, welche diesen Namen auch verdienen.
 
Es profitieren davon folgende Arten:
Z.B.:
– Löcherbiene (Heriades truccum) 2-4mm
– Maskenbiene (Hylaeus communis) 3-4mm
– Scherenbienen (Chelostoma spec.) 3-5mm
– Natterkopf-Mauerbiene (Osmia adunca) 4-5mm
– Blattschneiderbienen (Megachile spec.) 5-7mm
– Blaugrüne Mauerbiene (Osmia caerulescens) 6-8mm
– Mauerbiene (Osmia brevicornis) 6-7mm
– Rote Mauerbiene (Osmia rufa) 6-8mm
– Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) 7-9mm
– Große Wollbiene (Anthidium manicatum) 8-10mm
– solitär lebende Einsiedlerwespen
 
Übrigens: Die großen XXL-Insektenhotels, die man ja hier und da sieht, sind natürlich schick und ein echter Hingucker (und können eine sinnvolle Brutmöglichkeit bieten).
Wenn diese jedoch von Parasiten befallen werden, dann kann schon einmal die gesamte Nachzucht drunter leiden bzw. sterben.
Deswegen werden viele „kleine“ Nisthilfen (an unterschiedlichen Plätzen) oftmals als sinnvoller
als eine „Große“ angesehen.
 
Wer Nisthilfen selber bauen möchte: http://blumiger-lkos.de/insekten-nisthilfe/
 

Meter machen

Bei dem Wetter macht es draussen keinen Spaß zu arbeiten, dennoch muss die
Arbeit weitergehen. Heute wieder ordentlich „Meter gemacht“ und eine weitere Fläche schon mal mit Zaunpfählen versehen.
Morgen folgt der Zaun.

Hier werden im Frühjahr zwei unterschiedliche Blühwiesen erstrahlen – bei dem jetzigen Schmodderwetter kaum vorstellbar.
Eine tolle regionale Feldblumenmischung und ein regionale „Sand-Magerrasen-Mischung“ wurden hier im Herbst ausgesät.
Ja, und gemäht wird: Durch unsere Tiere. Die sind schon ganz heiss: „Wann kommt denn enmdlich der Frühing?“.

„Dauert nicht mehr lange“ 🙂