„Blumiger Landkreis Osnabrück“ heißt auch „Blumige Stadt Osnabrück“

Heute früh erstmal die neue Maschine (Fräse + Balkenmäher) zusammengebaut. Wieso bleibt eigentlich immer ein Teil übrig ??? (kenne ich schon von den Werkstücken einer schwedischen Möbelkette)….Egal, wird schon!

Die „Ost und Koch Immobilien GmbH“ hat freundlicherweise ein 2000 m² großes Areal am Fürstenauer Weg zur Verfügung gestellt – absolut top!
Der Boden ist dort schon relativ mager, was die Entstehung einer Blühwiese begünstigen wird.
Wir werden hier die „Osnabrücker Mischung“, den „Schmetterlings- und Wildbienensaum“ sowie „Blühende Landschaft Nord“ aussäen. Regiozertifiziert und regional angelehnt, und vor allen Dingen: Artenreich!
Von dem „gewöhnlichen Natternkopf“ z.B. kann die „Glänzende Natterkopf-Mauerbiene“ profitieren, welche auf Natternkopf-Pollen spezialisiert ist.

Die Vorbereitung mit einer Fräse wurde heute erledigt. Da spart man sich das Fitnessstudio.
Hier ein kleines Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=-r4lxNhS334&feature=youtu.be

Gemeinsam mit einer Schulklasse der IGS Osnabrück wird die Fläche in ca. einer Woche von Grassoden befreit und dann das Saatgut eingearbeitet.
Nachhaltige Umweltbildung mit der kommenden Generation.
Hier werden sich mit Sicherheit die unterschiedlichsten Insekten tummeln. Das ist wichtig, nur so können verschiedene Nahrungsketten stabilisiert werden, für Vögel, Kleinsäuger, Amphibien und Reptilien. Ohne Insekten ist alles nichts, und wenn wir nix ändern, dann wird unsere Generation das noch erleben.
Aber noch ist es nicht zu spät. Und Naturschutz macht Spaß – Einfach machen. Runter vom Sofa, rauf auf den Acker, oder in den Garten, oder auf den Balkon, überall können wir aktiv gestalten 🙂

Mahdgut mit der Harke abtragen (wie früher) – Toller Sport in der Natur

„Blumiges Melle“ und „Blumiger Landkreis Osnabrück“ [http://blumiges-melle.de, http://blumiger-lkos.de]
Bei der Anlage von Blühwiesen ist das Fräsen ja schon echte Maloche, aber das manuelle Abharken das Mahdgutes ist echter Extremsport.
Danke an Karsten Wachsmuth und an Simone vom Förderverein der Grundschule Oldendorf.
Die beiden haben haben Stunden über Stunden auf der Fläche bei „Bunny Nature“ (Melle, Riemsloh) gearbeitet und dafür gesorgt, dass das Schnittgut abgetragen wird.
Das ist echtger Einsatz für den Naturschutz! Jetzt wird es dieses Jahr dort wieder ein Insektenparadies.
Wichtig: Je weniger Nährstoffe im Boden, desto besser. Die meisten Wildblumen lieben nährstoffarme Standorte.
Einige Bilder von der Fläche im Anhang (sind etwas unscharf, die Kamera von Karsten spinnt etwas).

Auch auf einer Fläche an der Oldendorfer Straße in Melle (schräg gegenüber vom Lidl) wurde nun das Schnittgut abgetragen.
Frühsport an der frischen Luft – genau das richtige im Frühling, und doch durchaus schweißtreibend.
Hier wuchs letztes Jahr sehr viel „Weißer Gänsefuß“ und überwucherte die Wildblumen. Umso wichtiger die Extensivierung. Ggf. folgt noch ein Schröpfschnitt im Mai.
Die Fläche kriegen wir schon noch zum Blühen 🙂
Auf einem der Bilder sieht man ganz nett den Übergang: Extensivierte Fläche, Stängelhaufen und dahinter ein Areal, welches nicht gemäht wird, damit Wildbienen ihre Eier in die Stängel ablegen können.

Regionales Saatgut aus dem Kaugummiautomaten (Melle)

Wer kennt es nicht, das Problem…Es ist 20.00 Uhr, die Läden haben geschlossen und
es wurde vergessen regionales Saatgut zu kaufen. Tja, was nun? Das gibt mächtig Ärger, oder? Wie sollen wir denn jetzt den Insekten helfen? Au backe!!

Jetzt die Lösung! Denn nun gibt es regiozertifiziertes Saatgut aus dem Kaugummiautomaten.
Im Rahmen des Projektes „Blumiger Landkreis Osnabrück“ (http://blumiger-lkos.de) [Artenvielfalt stabilisieren, Insektensterben stoppen!]
haben wir mal einen Automaten designt und mit der „Osnabrücker Mischung“ sowie „Blühende Landschaft Nord“ von
Rieger Hofmann befüllt. Vielen herzlichen dank an Cornelia von Georgs Bioladen in Melle (Mühlenstraße 31, http://georgs-bioladen.de), dort steht der Apparillo jetzt.
Und wenn ihr dort um 2.00 Uhr morgens vorbeikommt könnt Ihr Euch für 10 bzw. 50 Cent eine kleine Mischung ziehen und
macht damit die Insekten in Eurem Garten glücklich 🙂

Gelungene Erstveranstaltung für Blumiger Landkreis Osnabrück

http://blumiger-lkos.de: In Bissendorf, direkt neben dem Campingplatz „Grönegau Park Ludwigsee“ wurde heute
beim Warringhofer Werkstattatelier gemeinsam mit Franz Josef Pabst ein herrlicher Blühstreifen angelegt.
Zuvor hatte der Besitzer des Campingplatzes den Streifen perfekt vorbereitet (mehrfach gefräst). Vielen Dank an dieser Stelle an Peter Grothaus.
Für den Anfang erstmal 200m² (weitere 200m² folgen im Mai), bestückt mit der „Osnabrücker Mischung“ und
dem Saatgut „Blühende Landschaft Nord“. Hat Spaß gemacht. Und besonders toll: Die Biotopvernetzung schreitet munter voran:
Die Karte zeigt die aktuellen Blühflächen im „Grenzgebiet“ zwischen Melle und Bissendorf. So langsam wirds was 🙂

Erfahrungen in der Anlage von Blühwiesen

Einen Projektbericht (mit diversen Erfahrungen) haben wir auch auf http://blumiges-melle.de verlinkt.
Verschiedene Erfahrungen haben wir zudem hier festgehalten:
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

Planung und Bodenvorbereitung

Die Planung ist eigentlich recht simpel. Sofern dort noch nicht gemäht wurde, so müsste hochstehendes Gras zunächst einmal runter.
Nach unserer Erfahrung: Mit einer Sense schafft man ca. 1500 m² in 2 – 2,5 Stunden Stunden. Dazu kommt dann noch das Abharken (noch einmal etwa 1,5 Stunden). Sofern das alles in Handarbeit gemacht werden soll (anstrengend, macht aber auch viel Spaß).
Mit einem Balkenmäher schafft man das Mähen von 1500 m² in ca. 30 Minuten.

Fräsen
Fräsen

Wir haben auch schon einmal einen Bauern bezahlt: 3000 m² (glaub ich), Mähen und abtragen, Pflügen und Feingrubbern, nach der Ausaat anwalzen, da waren dann auch 960 Euro (brutto) weg.
Subjektiv: Selber machen macht mehr Spaß und ist auch noch schöne Bewegung an der frischen Luft. Außerdem ist es viel günstiger. Für 960 Euro (brutto)
kriegt man ja schon einen motorisierten Einachser.

Wir lassen mittlerweile nicht mehr pflügen (es gibt da wie immer unterschiedliche Meinungen zu), da die Bodenschichten zu sehr „durchmischt“ werden.
Wir grubbern in der Regel mit motorisierten Bodenfräsen, z.B. so etwas:

https://www.hagebau.de/p/guede-set-motoreinachser-gme-3-tlg-65-ps-an623997001/?itemId=B317120

Natürlich kann man die Maschinen auch leihen.
Nach unserer Erfahrung schafft man beim Fräsen ca. 500 m² in 1 Stunde (manchmal jedoch ist der Boden so dicht, dass man zwei oder sogar 3 mal überfräsen muss).

Saatgut

Naja, dann kommt das Saatgut. Regiozertifiziert ist natürlich optimal (aber, je nach Saatgut, sind in der Regel 2 gramm/m² notwendig. Für 5000 m² also zuweilen 10 Kilo. Ein Kilo kostet bei „High-quality-Regiozertifiziertem“-Saatgut in der Regel deutlich über 100 Euro (bei Rieger Hofmann).
Heißt: Für einen halben Hektar gibt man deutlich über 1000 Euro aus.

Gut sind aber auch „regional angelehnte“ Mischungen (und viel viel günstiger), wie z.B.
https://www.rieger-hofmann.de/sortiment/mischungen/mischungen-fuer-die-land-und-forstwirtschaft/23-bluehende-landschaft-mehrjaehrig.html

Empfohlen vom Netzwerk Blühende Landschaft und definitiv ein Insektenmagnet und eine Wohltat fürs Auge (aber halt nicht regiozertifiziert)
Allerdings gibt es da oft Diskussionen wegen „Kulturpflanzen“ oder Phacelia (Neophyten) etc. etc. Naja, man kann sich wochenlang mit diesem Thema beschäftigen oder auch nicht (irgendwie eine interessante aber zuweilen auch müßige Diskussion, welche manchmal auch lähmt und (manchmal leider) nichts produziert).
Unstrittig ist zumindest, dass Phacelia für einen gut gefüllten Magen bei vielen Insekten sorgt.

Gemeinsam Aussäen
Gemeinsam Aussäen

Die Aussaat: Häufig sind 1-2 gramm/m² empfohlen. Das kommt einem dann meist unglaublich wenig vor (nur ein Bruchteil des Handtellers, obwohl ein gramm oft nahezu 1000 Samenkörner enthält).
Man neigt dann schnell dazu „mehr“ einzusetzen (man meint es ja nur gut). Dieses führt dann jedoch schnell zu einem massiven Konkurrenzdruck auf einem m². Wenn es schlecht läuft, dann setzt sich dort
zunächst „nur“ Phacelia und Ackersenf durch (und verschiedene Leinsorten, Kornrade, vielleicht auch Borretsch, kommen nicht zur Geltung).
Gut ist es, wenn man das Saatgut mit Sand oder Füllschrot mischt. Dann ist die „Mischung“ besser und das Saatgut verteilt sich gleichmäßiger.

Sehr wichtig: Anwalzen, Anwalzen, Anwalzen
Auch haben wir gute Erfahrungen mit einem leichten Einharken gemacht (1-2 Zentimeter, Frostschutz).

Auf einigen Flächen haben wir testweise sogar einfach Saatgut ausgesträut und es dann „eingefräst“ (ein Kälteeinbruch stand bevor, zudem viele Tauben in der Nähe). Die Blühwiese war ein Volltreffer.
Herr Rieger hat in einem Gespräch aber dazu gesagt: „Da habt Ihr aber Glück gehabt“. Wird nicht zur Nachahmung empfohlen, weil viel feinkörniges Saatgut „zu tief“ im Boden landet. Gilt sogar als „Auf-keinen-Fall-machen-Procedere“ (vermutlich geht es auch oft völlig schief).

Pflege

Die Pflege: Wenn es eine Wildblumenwiese ist, welche sich mehrere Jahre artenreich „halten“ soll, dann ist eine zweimalige Mahd/Jahr zu empfehlen.
Einmal im Hochsommer (das fällt schwer, weil es ja gerade dann so toll blüht). Wichtig ist hierbei zunächst nur eine Hälfte zu mähen (sonst leiden die Insekten Hunger), und die zweite Hälfte etwa 3-4 Wochen später.
Und dann noch einmal im Herbst. Auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen dazu. Herr Rieger z.B. empfiehlt, das nicht zu spät zu machen

https://www.rieger-hofmann.de/index.php?id=230

…da sonst das aussäende Saatgut nicht auf den Boden (sondern auf Pflanzenmaterial) fällt, gefressen wird oder verschimmelt. Wir haben hier auf unterschiedlichen Flächen unterschiedliche Zeitpunkte gewählt und sind jetzt sehr gespannt. Für uns war es aber eine „Faustregel“ zu warten, bis die Sonnenblumenkerne von den Vögeln gefressen werden. 10% der Stängel lassen wir generell als zukünftige Nisthilfen (zumeist scheinbar ja erst im zweiten Jahr) stehen.
Generell wichtig: Mahdgut möglichst nicht als Mulch liegen lassen sondern abtragen (extensivieren).

Wie immer im Naturschutz gibt es 1000 Modelle und bei (fast) jeder Aktivität, jemanden, der das Gegenteil empfiehlt, viel Gemecker, viel Blabla.
So ganz langsam entwickelt man da eine „Dann-erzähl-doch-mal-wie-es-bei-Dir-lief-Mentalität-weil-je-mehr-Input-desto-besser-Und-woher-hast-Du-denn-Deine-Meinung“, und oft stellt man dann fest, dass die jeweiligen Personen garkeine Erfahrungen gemacht haben. Das relativiert dann sehr. Auf
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/
haben wir versucht, zu filtern, also möglichst viele Meinungen von Menschen mit möglichst vielen Erfahrungen zusammenzutragen.

Mit obigem Verfahren des „Blühwiesen anlegens“ sind wir aber bislang ganz gut gefahren.
In „Blumiges Melle“ haben wir 38 Flächen so wie oben (oder ähnlich) bearbeitet.

Mohn
Mohn

Erkenntnisse: Wenn „zu wenig“ gefräst wird, dann ist die Artenvielfalt ärmer, weil viele „Nicht-Wildblumen“ als Konkurrenz bleiben.
Je mehr fräsen desto besser.
Und dennoch:
Auch das sauberste, perfekteste Saatbett (unsere 960 Euro-Fläche (siehe oben)) ist noch kein Erfolgsgarant. Die Fläche war jahrelang landwirtschaftlich überdüngt. Es wuchs dort nach Ausaat der Rieger-Hofmann-Mischung fast nur „Weißer Gäsefuß“ (siehe
http://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/Zwischenbericht_wildbienenmonitoring.pdf, Fläche OD). Den Zeitpunkt des Schröpfschnittes hatten wir verpasst, weil auch viele Ringelblumen, Borretsch, Malven etc. dort wuchsen, und die Fläche in einer Monokultur-Mais-Gegend steht (da wollten wir das wenige Wildbienenfutter nicht kappen, hätten wir das mal besser gemacht, das war definitiv ein Fehler von uns).
Unsere Erkenntnis für dieses Jahr: Wenn ersichtlich ist, dass es zu einem massiven Gerangel zwischen ausgesäten Kulturpflanzen/Wildblumen und „Eutrophierungspflanzen“ kommt, sofort einen Schröpfschnitt durchführen. Andernfalls wird es nix mit der Wiese (oder halt erst im nächsten Jahr).

Unsere Erkenntis aber auch: Bei einigen Mischungen wird eine Aussaat schon im März empfohlen. Hatten wir gemacht (ausgesät und angewalzt), die ersten Keimlinge kamen. Dann kamen drei Tage Frost und auch im April wuchs: NICHTS, alles eingegangen. Aussaat umsonst, viel Geld verschwendet (und es war ein Vorgehen „nach Lehrbuch“).
Selber Zeitpunkt, eine andere Fläche: Ähnliches Saatgut hatten wir eingefräst (5-6 Zentimeter). Eigentlich ein absolutes No-Go! Die Fläche wurde aber ein Volltreffer, weil die Bodentiefe Frostschutz gewährte.

Auf jeder Fläche hatten wir Überraschungen. Will sagen: Trotz aller Lehrbücher, Expertenmeinungen etc., ein Überraschungsaspekt bleibt. Das macht ja auch den Reiz aus 🙂

Infoschild + Wutz
Infoschild + Wutz

Von 38 Flächen hatten wir 30 Flächen, wo es alles recht gut geklappt hat (aber Vorsicht vor einer zu hohen Saatgutmenge). Auf 6 Flächen gab es massiven Konkurrenzdruck mit Gräsern/Gänsefuß, Ampfer etc. (hier ist eine Extensivierung vermutlich der Schlüssel zum Erfolg).
Eine Fläche war zu nass (da wuchs kaum etwas) und ein Areal war durch Baumaschinen zu sehr verdichtet (der Boden wurde von uns vielleicht nicht oft genug gefräst).

Interessant wird es bei richtiger Pflege vor allem im zweiten Jahr (bei http://blumiges-melle.de also in dieser Saison 2018). Viel „hartschaliges“ Saatgut musste erstmal die Schale verlieren und blüht erst in den kommenden Wochen…

Wenn Du noch mehr Infos brauchst, dann frage gerne…

Viele Grüße, Kai

Insektenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück

Blumiger Landkreis Osnabrück | Blumige Stadt Osnabrück

Am 29.3.2018 startet das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“.

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Erster Termin Landkreis: 29.3., 12.30 Uhr, Nemdernerstr. 44, 49326 Melle (Anlage einer Blühwiese)
Erster Termin in der Stadt Osnabrück: Ostermontag, 2. April, Vorbereitung einer Fläche am Fürstenauer Weg, welche dankenswerterweise durch die Ost & Koch Immobilien GmbH zur Verfügung gestellt wird. Die Aussaat für die Blühwiese dort erfolgt am Dienstag, 10. April (10.00 Uhr) gemeinsam mit einer Schulklasse der IGS Osnabrück. Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

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In dem Projekt geht es darum, in der Stadt Osnabrück sowie im südlichen Landkreis die
Lebensbedingungen von Insekten nachhaltig zu verbessern (z.B. durch die Anlage von Schutzzonen,
Blühwiesen als Nahrungsquelle, Blühwiesenpartys [http://blumiger-lkos.de/bluehwiesenpartys/], Aufbau von Nisthilfen und praktische Umweltbildung mit Schulklassen).

Garten in Melle/Westerhausen (http://blumiges-melle.de)

Das Projekt wird ehrenamtlich und unbezahlt durch die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe aus Melle sowie
die BUND Kreisgruppe Osnabrück (Bienenbündnis Landkreis Osnabrück Süd) durchgeführt.
Finanziert werden die Projektkosten (z.B. Saatgut, Ankauf von Maschinen) durch die Haarmann Stiftung Umwelt und Natur, die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück, die Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche sowie das Netzwerk „Blühende Landschaft“.
Hohe Spenden der Firmen cool it und Spies Kunststoffe GmbH (jeweils Melle) sowie Ost und Koch
Immobilien (Osnabrück) unterstützen die Maßnahmen. Auch verschiedene Gemeinden aus dem Landkreis sowie der VFL Osnabrück
sind offizielle Förderer von „Blumiger Landkreis Osnabrück“ (siehe: http://blumiger-lkos.de/unterstuetzer/).
Kai Behncke, Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:

Wir danken unseren Förderern für die großzügige Unterstützung, durch welche wir wertvolles regionales Saatgut für Blühwiesen kaufen können. Wenn Bürgerinnen und Bürger in ihren Gärten zusätzliche Blühinseln schaffen, dann kann so der genetische Austausch der Fluginsekten gefördert werden.
Auch das ist wichtig, um etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen. Noch haben wir die Möglichkeit, durch Eigeninitiative Hilfsangebote zu entwickeln. Dabei können sich gar nicht genug Menschen engagieren. Im Landkreis Osnabrück können wir alle gemeinsam eine Vorbildfunktion einnehmen und ein Zeichen setzen.

Matthias Beckwermert, Geschäftsführer BUND Kreisgruppe Osnabrück:

Mit der Schaffung und Vernetzung von Blühwiesen, Randstreifen und extensiven Wiesen, schaffen wir im Landkreis die größte Naturschutzfläche überhaupt. In jedem Garten, auch auf öffentlichen Flächen und landwirtschaftlichen Arealen kann ein Beitrag für die Biodiversität geleistet werden, so wird Naturschutz sichtbar und erlebbar.

Katastrophale Folgen des Insektensterbens

Das Insektensterben (nicht nur in Deutschland) hat in den letzten Jahren katastrophale Ausmaße angenommen. Vielfach bekannt sind die Ausführungen des „Entomologischen Vereins Krefeld“, welcher nachgewiesen hat, dass die Biomasse der Insekten auf unterschiedlichen Flächen zwischen 1989 und 2014 um bis zu 80% abgenommen hat. Die Europäische Umweltagentur gibt in Bezug auf 17 in Europa beheimatete Schmetterlingsarten an, dass diese zwischen 1990 und 2011 einen Rückgang von 50% zu verzeichnen haben.
Mittlerweile reichen für viele insektenfressende Vogelarten die verfügbaren Insekten nicht mehr aus, um ihre Jungvögel erfolgreich aufzuziehen.
Insekten sind in globalen, regionalen Nahrungsketten überaus wichtig. Darüber hinaus sind sie das wesentliche Bestäubungsmedium in der Natur. Ohne Insekten reduziert sich die heimische Artenvielfalt. Auch das Nahrungsangebot (auch für den Menschen) verschlechtert sich. Etwa 90 Prozent aller Wildpflanzen und etwa 75 Prozent der Kulturpflanzen sind für ihre Fortpflanzung auf eine Bestäubung durch Tiere angewiesen. Ohne Insekten werden Nahrungsketten massiv durchbrochen, mit schlimmen Folgen z.B. für Vögel, Reptilien oder Amphibien – und letztlich auch für uns Menschen.

Ursachen Insektensterben

Seit den 50er Jahren sind in Deutschland über 20 % an Wiesen und Weiden verloren gegangen (insbesondere durch Umwidmung in Ackerland (z.B. für Mais)).
Wiesen sind zudem heute stark verarmt. Während sich früher mäßig feuchte Wiesen aus durchschnittlich rund 25 Pflanzenarten zusammensetzten, so sind es heute nur noch etwa 10-15 Arten.
Das Artensterben der Flora hat somit einen hohen Einfluss auf das Artenspektrum der Fauna.
Vor rund 50 Jahren waren Äcker in Deutschland noch zu 40% mit Wildkräutern bedeckt.
Heute jedoch sind es nur noch 4 %, wie vegetationskundliche Vergleiche von 400 mittel- und norddeutschen Flächen zeigen.

Das Sterben der Wild- und Honigbienen und ihrer „Insektenkollegen“ ist nicht nur auf eine Ursache zurück zu führen.
Insbesondere der Einsatz von Pestiziden und die großflächige Anlage von Monokulturen in der Landwirtschaft stellen mutmaßliche
Ursachen für das Insektensterben dar. Die Bundesregierung nennt hier Zahlen: Zwischen 2009 und 2015 stieg der Einsatz von Unkraut- und Insektengiften um 4600 Tonnen auf 34700 Tonnen.
Auch stehen in einer flurbereinigten Landschaft nur wenige Überwinterungs- bzw. Bruthilfen zur Verfügung. Völlig sterile, naturferne Gärten tragen ebenfalls zum Verschwinden von Bienen, Schmetterlingen & Co. bei.
Ein hoher Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen kommt neben der Intensivierung und Technisierung der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung erschwerend hinzu.

Mitmachen

Boden bearbeiten
Boden bearbeiten

Auf der Projektseite http://blumiger-lkos.de finden sich zahlreiche Informationen zum Insektensterben sowie zu Möglichkeiten, wie sich schon mit „kleinen Maßnahmen“
die Lebensbedingungen von Insekten verbessert werden können.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger, Naturschutzgruppen, Schulen, Parteien, Vereine, Kirchenkreise,
Gemeinden etc. etc. des Landkreises und der Stadt Osnabrück dazu auf, ebenfalls aktiv zu werden und sich ggf.
sogar hier auf http://blumiger-lkos.de als Ansprechpartner auflisten zu lassen. Meldet uns gerne Eure Termine, Aktionen, Maßnahmen, damit wir diese für alle veröffentlichen können.
Jede Nisthilfe, jeder m²-Blühwiese hilft. Gemeinsam können wir Großes schaffen. Handeln wir (gemeinsam) jetzt, denn sonst tut es keiner!

Blumiger Landkreis Osnabrück startet am 29.3.2018 – Schaffen wir gemeinsam etwas Großes

INSEKTENSTERBEN STOPPEN!
ARTENVIELFALT STABILISIEREN!

Blühwiesen anlegen bedeutet aktive Umweltbildung

Die ersten Termine, an denen gemeinsam mit Schulen Blühwiesen angelegt werden, stehen fest. Die Erstellung von Blühwiesen ist auch immer eine aktive Umweltbildung. Warum sind Blühwiesen wichtig? Was ist zu beachten? Wie pflegt man diese? Wer profitiert davon? Welche Pflanzen wachsen dort? In diesem Sinne achten wir darauf, dass auch diverse Aktionen gemeinsam mit Schulen und Kindergärten stattfinden. Das Ziel ist es, bereits in „jungen Jahren“ die Bedeutung von Artenschutzaktivitäten erlebbar zu machen.

Donnerstag, 5.4. Bad Laer, gemeinsam mit dem örtlichen Imkerverein, der Grundschule am Salzbach sowie der Susanne Raming Schule.

Freitag, 6.4., Melle, gemeinsam mit der IGS Melle

Dienstag, 10. April, gemeinsam mit der IGS Osnabrück

Dienstag, 10. April um 15.00 Uhr Georgsmarienhütte, Regenbogenschule

Am Mittwoch, 11. April, gemeinsam mit der Grundschule Oldendorf, Melle und dem Förderverein der Grundschule Oldendorf

Am Donnerstag, 12. April, Ortsrat Schwege (Glandorf), gemeinsam mit dem Marienkindergarten und der Schweger Grundschule

Weitere gemeinsam Schul-Aktivitäten an anderen Orten sind in Planung….

Blühwiese bei Falk (Foto von Falk Landmeyer)
Blühwiese bei Falk (Foto von Falk Landmeyer)

Foto: Falk Landmeyer

Die erste Lieferung Saatgut ist da

Die erste Lieferung Saatgut ist da 🙂
90 Kilogramm, das reicht in etwa für 50.000 m², schon mal ein Anfang…
In 12 Tagen geht es los! http://blumiger-lkos.de, die ersten Flächen werden dann bearbeitet.
Haben uns extra 2 Wochen Urlaub genommen.
Gemeinsam mit dem BUND (Bienenbündnis Landkreis Osnabrück Süd) wollen wir (gUG Umweltschutz und Lebenshilfe aus Melle) ca. 120.000 m² schaffen (+30.000 m² reine Extensivierung ohne Ansaat).
Zudem schreiben wir natürlich dann auch alle Interessierten an, welche etwas Saatgut für den eigenen Garten haben wollten (und sich vor einigen Wochen gemeldet haben).

Die nächste Saatguttranche kommt dann Mitte April.
Das wird blumig bunt 🙂

Wir scharren mit den Hufen….

So langsam kommt der Frühling und unsere neue Fräse für „Blumiger Landkreis Osnabrück“ ist nun auch geliefert worden (gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück (Bienenbündnis Landkreis Osnabrück Süd)) werden wir wohl mit 3 Einachsern + Fräse + Balkenmäher arbeiten, anders kriegen wir das garnicht hin). Maschinenchef Karsten Wachsmuth hat schon mal etwas geprobt…Sieht gut aus, wenn da keine Wildbienen und andere Insekten kommen 😉

Blumiger Landkreis Osnabrück im Radio

Vielen Dank an George Trenkler und Eike Stolzenburg vom Verein „Tag der guten Tag e.V.“.
Am morgigen Dienstag (6.3.) läuft auf osradio.de (ab 18.00 Uhr) eine Sendung über „Blumiges Melle“ (http://blumiges-melle.de) und „Blumiger Landkreis Osnabrück“
(http://blumiger-lkos.de). Die Sendung wurde im Februar aufgenommen. Z.B. geht es darum: Warum sind solche Projekte wichtig? Was soll erreicht werden? Wie kann unterstützt werden? Was kann jedEr einzelnEr tun?

Danke 🙂

Flächenextensivierung in Schiplage/St. Annen (Melle)

In Schiplage St. Annen im Landkreis Osnabrück (http://blumiger-lkos.de) kürzlich eine weitere Blühwiese vorbereitet (hatte im letzten Jahr mäßig geblüht, somit ist es wichtig, Nährstoffe zu entziehen). Übrigens: Extensiviert man eine Fläche über mehrere Jahre kontinuierlich (mehrfaches Mähen und abtragen), dann stellt sich dort ganz natürlich, ohne Einsaat, eine insektenfreundliche Blühwiese ein (das Saatgut wird ja auch durch Wind oder Vögel übertragen).