Biotopvernetzung durch Behörden behindert! Keine Blühwiesen auf Dauergrünland erlaubt – Lassen die Blühwiesenpiraten sich das gefallen?

Wie viele ja vielleicht wissen liegt ein wesentliches Element der Insektenrettung in einer Biotopverknüpfung.
So weit ist es schon gekommen. Während es früher kein Problem war, dass viele Wildbienenarten durch z.B. Ackerrandstreifen von sagen wir mal „Melle“
nach „Bissendorf“ fliegen konnten, um sich genetisch auszutauschen, ist das heute für viele Arten aufgrund der geringen Flugweite (und nicht vorhandener Rettungs-Blühinseln) kaum möglich.

Also: Gezielt Blühwiesen zwischen anderen Blühwiesen anlegen, ist doch logisch oder? Vernetzung! Biotopvernetzung, capice?

Nun hatten wir ein Stück Dauergrünland angeboten bekommen (mit der Auflage, dass dieses nicht in eine andere „Landnutzungsform“ umgewandelt werden darf).
Also bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen angerufen und höflich gefragt: Was passiert denn, wenn wir dort eine Blühwiese anlegen,
ist das eine andere Nutzungsform? Ja isset. Der Bauer würde dann den Nachweis für Dauergrünland verlieren, den er aber scheinbar benötigt, um
eine gewisse Anzahl von Tieren halten zu dürfen (völlig egal, ob das Dauergrünland in irgendeiner Form genutzt wird oder nicht). Ok…

Nichts gegen Regeln und Verordnungen. Brauchen wir nunmal in einer Gesellschaft, um einigermaßen miteinander auszukommen….

Aber watt wird denn nu mit die Biotopverknüpfung?

Wenn wir diese Regelung beachten: NIX!

Aber dett Insektensterben iss doch jetzt, oda nich?

Doch!

Also mit dem Landwirt geredet. Ok, macht mal, ich weiß von nischt.

Jutti! Aber das kann ordentlich Zoff geben mit die Behörden, oda nich….?

Der große Knall

Plötzlich verschwimmt die Realität etwas, ein Grauschleier, es macht Puff, viele Blumen, Sterne, Saatgut fällt vom Himmel, Blaulicht, Hubschrauberknattern, Rauch…ziemliches Chaos.
Wir kommen zum „Dauergrünland“. Dort stehen schon Ordnungsamt und Polizei mit Hundertschaften, Wasserwerfern, mobile Einsatztrupps, Räumpanzer, das ganz große Gesteck.

„Ejjjj! Hier is Dauergrünland! Legt Eure Blühwiese woanders an!!!“ schallt es per Megaphon aus nem Räumpanzer.

„Nee, jeht nich. Haben nur diese Fläche als Vernetzungsstück. Haut ab. Wir müssen JETZT etwas tun!! Biotopvernetzung, ihr wisst schon!!!“

Langes Palaver, angespannte Stimmung. Reiterstaffeln tauchen am Horizont auf, noch mehr Hubschrauber. Kamerateams. Gorlebenatmosphäre.

„Ihr kriegt jetzt nen Platzverweis. Verschwindet. Sonst buchten wir Euch ein. Wir sind im Recht. Verordnung xyz, blablabla“

„Wir scheißen auf Eure Scheiß-Verordnung. Das soll Demokratie sein? wir sind jedenfalls nicht gefragt worden! Komplett sinnlos diese Verordnung.
Und die EU-Glyphosat-Entscheidung? Fürn Arsch! Wurden wir auch nich gefragt! Machen wir nicht mit. Wir sind auch das Volk und so!!
Haut ab mit Euren Wasserwerfern,
wir legen jetzt hier ne Blühwiese an, ich glaub ich spinne!!!!!“

Plötzlich ein großer Knall. Eine riesiger Dreimaster, ein „fliegender Holländer“ schippert mit einer Horde wild aussehender Gesellen über
ein glyphosatverseuchtes Feld. Die BLÜHWIESENPIRATEN!!! Monotone Einheitswiesen entern, ordentlich durchwirbeln und blühende Artenvielfalt hinterlassen.
Der Kapitän ist sturzbetrunken, wie sich das für nen echten Kapitän wohl auch so gehört. Offensichtlich hat das Schiff fässerweise Granitbier aus Hofstetten geladen.

„Platz da!! Wir sind die Blühwiesenpiraten!!! Wir quatschen nicht lange rum. Haut ab!!“ Brüllt er. Ein einäugiger Schmetterling auf seiner Schulter fletscht wild seine (winzigen) Zähne.
Auf dem Schiff, in der Takelage, eine wilde Meute. Freddy Fräse, Siggy Sichel, Seppl Saatgut und Winny Walze sehen nicht aus, als ob sie große Kompromisse machen würden.
Auf dem Deck ein großes Gewusel laut brüllender, gröhlender Umweltaktivisten mit Augenklappen, geballten Fäusten. Geballte Wut über das Artensterben!


„Nix da!!!“ brüllt der Einsatzleiter. „Hier is Dauergrünland. Fragt bei der Landwirtschaftskammer nach!!!“

„Schnauze!!!“, brüllt Freddy Fräse. „Wir sind Piraten! Was interessiert uns die Landwirtschaftskammer? Steck Dir dein Dauergrünland sonstwohin! Du tickst wohl nicht richtig!!!“

Der wilde Kampf

Die wilde Meute springt beherzt vom Piratenschiff und beginnt sofort mit der Umwandlung. Und nu is Chaos. Wasserwerfer kommen zum Einsatz,
die Reiterstaffel versucht die Piraten zurückzudrängen. Ein großes Chaos, ein RiesenTohubawohu, und wir mittendrin….

Die Piraten lassen sich nicht den Schneid abkaufen, werfen immer wieder mit regionalem Saatgut um sich herum und versuchen das lange, monotone Gras, wo nun wirklich nix blüht,
abzusensen. Ein echter Pirat kennt keine Verordnung. Braucht er auch nicht. Ein echter Pirat schafft sich seine Verordnungen selber!

Stundenlang geht das Geraffel hin und her. Wir greifen von hinten jetzt auch an. Klares Votum für die Blühwiesenpiraten. Die Verordnung ist sinnlos,
nicht zeitgemäß und an der Praxis vorbei. Selbst der letzte Idiot müsste das eigentlich sehen.
Mit unseren kleinen Motorfräsen versuchen wir verzweifelt auf den Acker zu gelangen.
Tränengas, Hubschrauber, muss das denn sein?
Plötzlich ein Riesengejohle. Aus den Wäldern rast eine wilde Horde ziemlich verrückter Öko-Hooligans heran.
In Islandpullovern, Birkenstocksandalen, wild Müsli kauend, bis obenhin zugedröhnt mit Mate-Tee. In den Händen Schaufeln, Sicheln, Sensen, Harken.
Jede Menge Bodenfräsen, säckeweise Saatgut, das gute regionale!!
Die „Schlacht“ ist entschieden. Konsterniert ziehen sich Polizei und Ordnungsamt zurück.

Biotopvernetzung geschafft

Die Biotopvernetzung ist geschafft. Auf einer hier nicht näher spezifizierten Fläche haben wir heute 150 m² Wildblumenwiese angelegt – auf offiziellem DAUERGRÜNLAND! So!!!!
Die Wildbienen (einige Arten) können nun bald von Melle nach Bissendorf fliegen und sich auf den vernetzten Blühflächen den Bauch vollschlagen.
Ein anonymes Bekennerschreiben geht heute noch an DPA, den Spiegel, die TAZ und die BILD.


























Mehr verrückte Geschichten von uns gibts in unserem tollen Buch:
http://das-einpflanzbuch.de

Übrigens: Auf den Blumenbildern:
Ne Malve, Fingerhut, ein kleiner grüner Käfer auf ner Wiesen-Flockenblume, ne gut gelaunte Piratenhummel auf Phacelia
Dauergrünland, was erlauben Dauergrünland?!!!
Dauergrünland, ich glaub ich spinne!

Blühwiese auf dem Felix-Magath-Hügel

Heute bei sehr netten Leuten in Osnabrück eine Fläche bearbeitet. Ein toller Südhang, etwas liebevoll auch den „Felix Magath Hügel“ genannt
(bestimmt ne Steigung von 10% oder so). Aber sowas macht auch Spaß, das ist mal echter Sport, komplett die Klamotten durchgeschwitzt-
Auch hier entsteht ein tolles Insektenparadies.

Erfreulich auch, dass sich die Besitzer der Fläche sogar noch finanziell an dem Projekt beteiligen, vielen Dank dafür 🙂
Ist ein leidiges Thema ja, und leider und oft genug schon thematisiert.
Ist ja schließlich schon toll, dass Menschen eine eigene Fläche für die Insektenrettung anbieten. Dann noch Geld beizusteuern kann man sicherlich nicht unbedingt erwarten.
Leider mussten wir in diesem Projekt feststellen, dass es nicht anders geht. Egal, anderes Thema…
Der Felix-Magath-Hügel wurde jedenfalls ordentlich bearbeitet. Wenns ab und zu regnet, dann wirds auch hier blumig bunt 🙂

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

Wird „Blumiges Melle“ Projekt des Monats (UN Dekade Biologische Vielfalt)?

Hallo liebe Leute,

„Blumiges Melle“ (Insektenschutz durch Blühwiesen) wurde nominiert für die Auszeichnung „Projekt des Monats“ im Rahmen der UN-Dekade Biologische Vielfalt.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr unter folgendem Link für uns abstimmt:

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/projekt-des-monats-waehlen/projekt-details/wahl2/Wettbewerb/2198/

Vielen Dank 🙂

Wir sind platt wie Flundern – Blumiger Landkreis Osnabrück

Blumiger Landkreis Osnabrück – Wie läuft denn die Insektenrettung so?

Platt sind wir, müde und ausgebrannt. Ne Menge Maschinen kaputt oder „geklebt“, ein Haufen Schulden, und nicht zu knapp, und noch nicht alle Rechnungen bezahlt. Krumme Rücken, schlaflose Nächte („Wie bezahlen wir dies? Wie bezahlen wir das?“), ab und zu nen Vollrausch, manchmal fürcherlich schlecht gelaunt, und wofür das ganze????
Naja….es war ja aber auch SEHR VIEL SPASS (das war es wirklich, trotz alledem :-))!!!
Und wenn wir jetzt nicht handeln, wann dann? Keinen Grund auf was zu warten, denn da wird nichts mehr kommen….Jemand anderes wirds kaum machen, oder doch?
In die Schlange einreihen und auf die Uhr kucken ist nicht!
Und viele haben mitgehandelt, und wie!! Das war toll – es sind viele, die etwas ändern wollen!
Und wenn wir jetzt sehen, wie es blüht und summt: Das !!! ist großartig !!!!
Ok, es sind nur kleine Mosaiksteinchen, aber: GROSSARTIGE KLEINE MOSAIKSTEINCHEN.
Reden kann jeder, oft sehr anstrengend und zeitraubend! Besser mal schweigen und was tun…

Hat sichs gelohnt?

Naja, nochmal werden wir es so in dieser Form vermutlich nicht machen, never ever!!!Oder doch??? Na, mal nix überstürtzen, erstmal einige Nächte schlafen. Insbesondere der finanzielle Druck war und ist ein Damoklesschwert! Aber jeder kriegt, was er verdient. Die Verantwortung für sein Handeln trägt auch jeder selber – insoweit – immer schön an die eigene Nase fassen.
Machen wir. Selbstzweifel, reicht der Aktionismus? Genügt das Konzept?
Oft haben wir uns gefragt: WIE DOOF KÖNNEN WIR EIGENTLICH SEIN????
Naja, da scheint keine Grenze gesetzt zu sein, irgendwie…(so die Antwort).
Aber irgendwie war und ist es auch toll – die Phase 1 in unserem Projekt
(und das Projekt geht auch noch über 3 Jahre weiter, in welcher Form wird dann die Zukunft zeigen…)
Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt stabiliseren, Insektensterben stoppen, http://blumiger-lkos.de

Interessant ist: Massive Finanzierungslücke beim Naturschutz

Viel gelernt, viel geschafft. Biotopvernetzung, viele Flächen umgewandelt, und man kann es sehen, auch das ist schön 🙂 Viele nette Menschen kennengelernt, viele Erfahrungen, die wirklich nichts mit dem desaströsen Mainstream gemein haben. („Es müsste mal jemand…Es sollte doch mal jemand….
Es muss doch möglich sein, dass jemand…….gähn, hören Sie bitte auf uns zu langweilen, gehen Sie weiter bitte.
Vielleicht noch etwas shoppen oder Fleisch aus Massentierhaltung reinpfeifen oder das Eheaus von Lilly und Bumm-Bumm-Boris diskutieren oder so…haun Sie ab!)
Ein „Mainstream“, der uns dahin geführt hat, wo wir gerade stehen, auch das muss gesagt werden.

Weiter wirds gehen…

Und: Noch ist nicht aller Tage Abend, die Gehirne rattern und wenn wieder mehr Energie da ist, dann werden noch einige Ballons steigen…:-)
Am 9. Juni ist erstmal FINITO!! Dann ist alles gefräst und eingesät und auch schon die erste Extensivierung begonnen.

Natürlich werden wir dann später aber auch beim Extensivieren helfen…zu diesem Punkte werden wir uns noch äußern.
Wir helfen selbstverständlich insbesondere gerne bei Leuten, welche das Projekt auch unterstützt haben.
Wir haben/hatten jedoch desöfteren den Eindruck, dass einige (zum Glück wenige) Leute einfach nur kostenlose Hilfsgärtner suchen, die ehrenamtlich was umsetzen
(und sogar noch Maschinen, Sprit, viel Zeit und schweineteures Saatgut mitbringen). Auch das wird in Zukunft anders werden, soviel ist klar…(manchmal die Faxen satt gehabt bei einigen wenigen)…

Aber, heute Abend, wie man sieht: Zum „glücklich sein“ gehört eigentlich nicht viel. Manchmal ist es der Moment der zählt. Unsere Tiere auf dem Gnadenhof, eine Blühwiese, erstes Abweiden. Gemeinsame Zeit und ein Sonnenuntergang. Und gesund! Dazu Melone, wow!!
Es summt und brummt und unsere Tierchen sagen: Fein gemacht (mein Hund hat mich gerade mit seiner Pfote getätschelt, „hast Du fein gemacht“ hat er gebrummelt,
dachte, das wäre meine Aufgabe :-/),
…und das zählt auch im Leben 🙂
83 Blühwiesen, 150.000 m² in den letzten 15 Monaten, gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück

Unterstützung

Wer etwas spenden möchte: Gerne über das Portal der Stadtwerke: Die verdoppeln nämlich jeden Euro:

https://spenden.stadtwerke-osnabrueck.de/project/blumiger-landkreis-osnabrueck/

https://spenden.stadtwerke-osnabrueck.de/project/gnadenhof-broedel-melle/

Oder kauft unser Kinderbuch:
https://doktor-kalle.de/produkt/buch-die-wubbjes-helfen-der-natur-das-einpflanzbuch/

Aber wir wissen auch: Die Leute, die sich finanziell/mit Man/Womenpower etc. beteiligen sind letztlich wenige (umso größer ist unser Dank, das war wirklich toll :-)). Viele klicken auf ein Like und teilen gerne
(ein Teilen bei Facebook „kostet“ ja auch nichts). Es hat somit herzlich wenig z.B. mit „Brot teilen“ gemeinsam…
Auch das fällt auf, ist aber auch irgendwie nix Neues.

Trotzdem können auch Klicks und „Teilungen“ sehr sehr sehr wertvoll sein, z.B. bei dieser 20.000-Euro-Abstimmung:
https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018/charities/pro-insektenschutz

Sorry, für ein etwas miesepetriges Halb-Fazit von Phase 1, das Gesamtfazit folgt in 2 Wochen. Vieles war und ist super! Und vieles war und ist auch absoluter Fuck-OFF-Mist.
Schönreden jedenfalls werden wir nix. Schlechtreden auch nicht. In diesem Sinne….

Extensivierte Blühwiese am Zwickenbach blüht in voller Pracht

Heute ganz früh in Melle am Zwickenbach gewesen (Straße „Am Zwickenbach“ am Bahndamm 100 Meter lang, und da ist sie….)
und geschaut, ob sich die Extensivierung des Spätherbstes gelohnt hat. Hat sie. Was für eine Freude für Insekten und für die Augen.
Eine tolle Blühwiese: Margeriten, Mohn, Schafgarbe, einige Malven, Flockenblumen, toll 🙂
Blumiger Landkreis Osnabrück

Endlich Regen

Das Regenradar über dem Landkreis Osnabrück gegen 19.15 Uhr, teilweise Starkregen :-/ Hoffentlich geht es gut und ohne Überschwemmungen aus. Für die Blühwiesen jedenfalls ist der Regen massiv wichtig und ein Segen. Das war schon teilweise ziemlich kümmerlich, was da wuchs. Immerhin haben wir Saatgut für über 10.000 Euro ausgesät. Jetzt aber geht es los. Die Saat kann aufgehen…

2. Blühwiesenparty beendet Aussaatphase

Das Aussäen ist so gut wie fertig.
Im Rahmen der 2. Blühwiesenparty noch einmal ordentlich was geschafft. Und danach beim Hof Luckmann mit regionalen Getränken und tollen Biersorten gefeiert.
Wahnsinnig tolle Blühwiesen erstrahlen schon jetzt, mit Korn- und Mohnblumen en masse wie früher.
Die neu ausgesäten Wiesen (ab Ende März) brauchen noch etwas. Die massive Trockenheit im Osnabrücker Land macht einfach zu schaffen…

Die Grünen des Osnabrücker Landes rufen auf, gegen das Insektensterben aktiv zu werden

Auch die Grünen im Osnabrücker Land rufen dazu auf, gegen das Insektensterben in der Region aktiv zu werden:

Aussterben von Insekten stoppen!

Immer wieder hören wir und beobachten auch selbst, dass seit vielen Jahren die Zahl der Fluginsekten dramatisch zurückgeht. Nicht nur Naturschutzverbände warnen vor einem Insektensterben mit bislang unbekannten Folgen. Alarmierende Berichte weisen außerdem schon lange auf zurückgehende Bestände von Fasanen und anderen bodenbrütenden Wildvögeln hin, weil deren Küken nicht nur mangels Deckung frühzeitig sterben, oftmals schlicht verhungern.
Über die Ursachen des Insektensterbens wird viel diskutiert: Der überhand nehmende Einsatz von Insektiziden – hier besonders die Neonicotinoide-, der Klimawandel mit besonders warmen Wintern mit sich anschließendem zu kalten oder zu trockenem Frühjahrsbeginn, eine ausgeräumte Landschaft, die sich auch im Osnabrücker Land immer noch durch viel zu wenige Wege- und Gewässerrandstreifen auszeichnet.

Wir alle können und müssen aktiv werden !

Die Anlage verschieden großer Blühwiesen und ihre Vernetzung durch Naturschutzverbände wie die „Umweltschutz und Lebenshilfe“ ist ein großartiges Engagement und verdient uneingeschränkt Unterstützung und Anerkennung. Aber auch jeder einzelne, nicht verbandlich organisierte Bürger, der zu Hause einen noch so kleinen Flecken Garten zu bewirtschaften hat, kann einen eigenen großen Beitrag leisten:
Privatgärten müssen keine Kieslandschaften sein, sondern könnten durch die pflegeleichte Anlage heimischer blühender Stauden und Sträucher oder durch die Aussaat von Wildblumen viel dazu beitragen, die Insekten zu fördern. Informationen dazu gibt es auf http://blumiger-lkos.de .
Wir Grünen im Kreistag und im Kreisverband Osnabrück-Land begrüßen ausdrücklich alle Initiativen, die sich für eine Förderung der Insektenvielfalt einsetzen. Darüber hinaus fordern wir schon seit vielen Jahren, dass der Landkreis die zahlreichen Kompensationsflächen erfasst, egal ob sie unter Verantwortung des Kreises oder der Gemeinden stehen, um so deren dauerhafte Nutzung auch für den Insektenschutz zu ermöglichen.

Melle wird Blühwiesenparadies

Eine weitere „Groß-Blühwiese“ entsteht in Melle an der Sondermühlener Straße – 6000 m² -Spitze!!!.
Wir werden hier in unserer kleinen Stadt noch das Blühwiesen-Paradies schlechthin 🙂
Danke an Karsten Wachsmuth. Danke aber insbesondere auch an die Flächeneigentümer.
Großartiger Einsatz. Die Leute haben das Fräsen der Fläche komplett übernommen, auch beim Walzen und Aussäen wurde geholfen.
Es gibt Augenblicke in diesem Projekt, da bekommt man Tränen der Rührung in die Augen.
Unser ehrgeiziges Ziel: In den nächsten 2 Jahren einen Biotopverbund zu schaffen, in welchem Blühwiesen möglichst nur 500 Meter von der nächsten Blühwiese entfernt sind.
Das wärs!!!

Weitere Vorbereitungen für die Blühwiesenparty in Bissendorf/Nemden

Heute die Vorbereitung für die Blühwiesenparty am 26.5. vorangetrieben:

http://blumiger-lkos.de/samstag-26-5-18-bluehwiesenparty-melle-bissendorf-nemden/

Bei Familie Grave in Bissendorf-Nemden gefräst. 1000m² Blühwiese entstehen hier.
Man beachte die Vorher-Nachher-Aktuell-Bilder.














Total gut: Das gemähte Gras landet bei unserem kleinen Gnadenhof in Melle.
Ponys, Ziegen und Schafe freuen sich.

Mittelfristiges Ziel: Blühwiesen-Biotopvernetzung

Wo haben wir bislang die Blühwiesen angelegt?

Ganz ganz wichtig bei der Anlage von Blühwiesen ist letztlich, als mittelfristiges Ziel, eine Biotopvernetzung.
Während Honigbienen ja ca. 5-6 Kilometer fliegen können, schaffen viele Wildbienenarten maximal 2 Kilometer (verschiedene Arten auch deutlich weniger!!).
In diesem Sinne ist es wichtig, Blühwiesen möglichst eng zu vernetzen.
In der Karte seht Ihr die angelegten Flächen in 2017 (rot) und 2018 (gelb) mit einem 2 Kilometer-Einflugradius.

Das Ziel ist aber ganz eindeutig, im nächsten Jahr weitere Blühareale anzulegen, um möglichst einen Abstand von 1 Kilometer zueinander zu schaffen (und später dann 500 Meter – Wir brauchen ehrgeizige Ziele).
Durch eine Biotopvernetzung wird ein genetischer Austausch gefördert, welcher für eine Arterhaltung elementar ist.

Für mehr Blühwiesen brauchen wir dringend mehr Geld, den regionales Saatgut ist teuer (1 kg bis zu 170 Euro, reicht für 500 m²). Vielleicht kommt bald sehr viel Geld von Google (20.000 Euro).
Bitte stimmt hier für uns ab (kostenlos, ohne Registrierung):
https://impactchallenge.withgoogle.com/deutschland2018/charities/pro-insektenschutz