Erstellung von Nisthilfen ebenfalls sehr wichtig

Blühwiesen sind eine Sache für die Stabilisierung der Insektenvielfalt,
genauso wichtig sind jedoch auch Unterkünfte für Insekten. Haben im Laufe des Projektes „Blumiger Landkreis Osnabrück“ (Artenvielfalt stabilisieren, Insektensterben stoppen) auch diesbezüglich etwas gemacht.
Wildbienen mögen z.B. gerne sandige Offenflächen oder Trockenmauern, Totholz ist ebenfalls ganz ausgezeichnet (gerne ganze Stämme). Auch „Wildbinennisthilfen“ werden gerne angenommen.
Die Dinger aus dem Baumarkt sind jedoch oftmals nicht so gut geeignet.

3 unterschiedliche Saatgutmischungen in Bissendorf bei der Firma Runge

Und gestern den (vorläufigen) Schlussakkord in Dur bei der Firma Runge in Bissendorf gesetzt

Eine ganze Menge „Osnabrücker Mischung“ wurde ausgesät.
Auf dem schönen Areal wurden somit diese Mischung, der Schmetterlings- und Wildbienensaum und auch „Blühende Landschaft Nord“ eingesetzt.
Und die ersten Keimlinge wurden auch schon gesichtet. Anschließend mit unserer kleinen Walze alles angewalzt.
Fitnessstudio im Freien am frühen abend 🙂

Melle Groß-Aschen – Ein Event

Total nette Bilder aus Melle Groß-Aschen.
Es gibt immer mehr Menschen, welche aus der Anlage von Blühwiesen ein Event machen, mit Freunden, Nachbarn 🙂
Herrlich, das macht Mut 🙂
So sorgen wir gemeinsam für mehr Artenvielfalt

Zwischenfazit Blumiger Landkreis Osnabrück

Zwischenfazit „Blumiger Landkreis Osnabrück“
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen, http://blumiger-lkos.de
Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage
Ein Interview und einige Fakten

Einige Fakten

Beginn der Anlage von Blühwiesen: 29. März 2018
Bislang bearbeitete Flächen (Mähen, Extensivierung, Fräsen, Aussäen): 40
Angelegte Blühwiese bzw. extensivierte Blühwiesenflächen in m² (2018): ca. 70.000
Beteiligte Schulklassen, beteiligte Schüler: ca. 15 Schulklassen, etwa 400 Schüler
Verteilte Saatguttütchen mit der Osnabrücker Mischung: 10.000
Presseartikel: 11
Ehrenamtlich investierte Arbeitsstunden: Bislang ca. 1100


Die Abbildung auf dem Bild zeigt die angelegten Blühwiesen aus diesem und letzten Jahr.

Eingesätes Saatgut:
10 kg Schmetterlings- und Wildbienensaum (regiozertifiziert)
40 kg Osnabrücker Mischung (regiozertifiziert)
140 Kilogramm „Blühende Landschaft Nord“
Kosten Saatgut: Etwa 10.000 Euro
Gesamtprojektkosten: Ca. 24.000 Euro
Verschickte Menge Saatgut an interessierte BürgerInnen: Ca. 60 Kg

Interview am 6.5.2018:

Dieses Interview spiegelt nicht die Meinung aller in dem Projekt beteiligten Personen wider, sondern stellt lediglich eine Einzelmeinung dar
(Kai, gUG Umweltschutz und Lebenshilfe, http://umweltschutz-und-lebenshilfe.de).

WP: Und Kai, wie fällt Dein Zwischenfazit aus?

Kai: Puh, wir sind ganz schön platt und erledigt, teilweise fast schon ein wenig ausgebrannt und auf den letzten Metern auch etwas gereizt gewesen.
Aber hauptsächlich sind wir froh und (für den Augenblick) ganz zufrieden.
Die letzten 6 Wochen waren nicht ohne, aber gemeinsam mit der BUND-Kreisgruppe Osnabrück und vielen vielen engagierten BürgerInnen aus dem südlichen Landkreis Osnabrück haben wir auch einiges geschafft. Darauf sind wir auch stolz. Dennoch können wir es einschätzen: Es sind bislang „einige Tropfen auf einen heißen Stein“. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Dank

WP: Gibt es jemanden, bei dem Du oder Ihr Euch bedanken möchtest?

Kai: Ja, da gibt es einige Personen, Firmen und Stiftungen, welche uns ganz toll unterstützt haben. Bedanken möchte ich mich beispielsweise bei der Naturschutzstiftung des Osnabrücker Landes, der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, der Haarmann Stiftung Umwelt und Natur, der Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche sowie dem Netzwerk Blühende Landschaften.
Auch die Sparkasse Osnabrück hat noch eine hohe Unterstützungssumme angekündigt. Danke dafür. Danke auch an meine Frau, welche das „nicht zu Hause sein“ so lange akzeptiert hat.
Zudem sind wir dem VFL Osnabrück zu Dank verpflichtet.
Beeindruckt bin ich auch von der Engagement von Georgs Bioladen aus Melle (Insbesondere Danke an Eike und Conny), Frank Strötzel aus Melle, George Trenkler, Peter Grothaus vom Campingplatz Ludwigsee in Bissendorf, Seppel aus Melle,
Claudia und Karsten vom Hof Luckmann in Bissendorf/Nemden (nicht nur ein super Biergarten sondern auch tolle Naturfreunde, welche diesen betreiben) sowie vielen Schulen und LehrerInnen.
Auch einige Firmen haben sich maßgeblich eingebracht, wie z.B. die Firma Runge aus Bissendorf, die Ost und Koch Immobilien GmbH aus Osnabrück,
Atelier Schimmöller aus Hilter, die Zentrale Autoglas GmbH (dort fand eine tolle Blühwiesenparty statt), die Tischlerei Huth, die Spies Kunststoffe GmbH sowie cool it (alle Melle) sowie natürlich unseren Saatgutlieferanten Rieger Hofmann. Auch die Stadt Melle, insbesondere den Leiter des Umweltamtes Torben Fuchs, möchte ich dankend hervorheben.
Ich könnte die Liste ewig fortführen. Danke!!!
Ich verweise an dieser Stelle auf folgenden Link:
http://blumiger-lkos.de/unterstuetzer/

WP: Ihr habt jede Menge in Eurem Blog und auf Facebook geschrieben. Wie waren da die Reaktionen?

Kai: Uns hat gefreut, wie stark die Aufrufzahlen gestiegen sind. Von Woche zu Woche. Zuletzt hatten wir nahezu 1000 Klicks pro Tag. Für ein Naturschutzprojekt ist das gut.

WP: Und finanziell, habt Ihr das Finanzloch stopfen können?

Kai: Nein, noch nicht, aber „das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“.

Kosten

WP: Dann habt Ihr schlecht geplant? Man weiß doch vorher, wie hoch Kosten und Einnahmen sind und sein werden?

Kai: Nein, in der Praxis sieht es anders aus. Man weiß bei Projekten dieser Art im Vorfeld nie, welche Stiftungen und Organisationen sich beteiligen oder evtl. eine Absage erteilen. Da insbesondere bei einem Blühwiesenprojekt der Zeitpunkt der Aussaat maßgeblich ist, kann man jedoch nicht warten, bis sich alle potentiellen Förderer entschieden haben. Entscheidend ist das Machen, man muss halt auch loslegen, selbst wenn die Finanzierung noch nicht gesichert ist.
Vor Naturschutzprojekten gehört immer auch etwas „Pokern“ dazu. Das macht es leider oftmals ausgesprochen unattraktiv, Projekte zu initiieren,
Man braucht da manchmal einigermaßen gute Nerven und auch eine hohe Frusttoleranz sowie viel Kreativität.
Wir rechnen immer mit einem Sicherheitspuffer und „Notfall-Rücklagen“. Wenn dann jedoch, wie in diesem Projekt 3 Fräsen kaputt gehen, dann sieht es düster aus. Es war verhext!
Im „Blumiges Melle“-Projekt ist eine (!) Fräse des selben Typus und Herstellers 80.000 m² gelaufen.
Es folgten dann hier Reparatur- und Mietkosten. Wir können ja nicht warten bis unser Garantieanspruch erfüllt wird. Das dauert manchmal vier Wochen.
Zudem ist es so, dass bei jedem Projekt ein Eigenanteil anfällt. Der ist kalkulierbar. Dazu kommt aber auch, dass einige Stiftungen die Gesamtheit der Förderung erst nach Projektende zahlen.
In unserem Falle in 3,5 Jahren. Auch dieses Geld müssen wir privat vorstrecken. Gehen dann mehr Gerätschaften kaputt als gedacht oder potentielle Förderer zahlen nicht, dann müssen wir auch diese Unkosten privat auffangen. Das hat uns an den Rand der Klippe gebracht – ich kann es nicht anders sagen. Es bröckelt bereits unter unseren Schuhen.

WP: Aber Ihr als gUG Umweltschutz und Lebenshilfe habt doch Geld? Ihr kriegt doch Geld von Land und Kommune?

Kai: Das wäre schön, bleibt jedoch ein Traum. Nein, das Geld, was wir haben, kommt hauptsächlich aus unseren privaten Eigenmitteln. Ich arbeitet als Programmierer an der Uni Osnabrück und stecke jeden Monat etwa 600 Euro in die Projekte der gUG. Auch der Karsten, der nebenbei noch eine Familie durchbringt, steckt privates Geld rein.
Nicht viel anders sieht es bei der BUND-Kreisgruppe aus, so weit ich weiß. Wenn der Matthias (der Geschäftsführer), welcher die Arbeiten ehrenamtlich durchführt, nicht auch noch viel Geld aus seinem privaten Einkommen einbringen würde, dann wäre
es vermutlich noch schwieriger solche Projekte umzusetzen. Wir Naturschutzgruppen haben alle das selbe Problem.

Glücklicherweise gibt es auch nette Menschen, die etwas spenden oder unsere Kompostwürmer (http://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/produkt/kompostwuermer-gartenwuermer-1-kg/) oder unser Buch kaufen (http://das-einpflanzbuch.de).
Die Gelder für Projekte stammen ansonsten hauptsächlich von Stiftungen und Firmen. Dafür sind wir sehr dankbar. Ohne dieses Geld wäre unsere Arbeit nicht zu finanzieren.
Es nervt mich selber zu tiefst, dass das Geld in solchen Projekten eine solch große Rolle spielt.
Ich kann es selber nicht mehr hören. Aber so ist nun mal die Realität.

WP: Klingt etwas nach Gejammer?

Kai: Ja, mag sein, sorgt auch manchmal für Frust. Setzt aber auch viel Eigeninitiative und Kreativität frei.

WP: Kriegt Ihr ein Gehalt für die Arbeit?

Kai: Nein. Im „Blumiges Melle“-Projekt haben wir uns mal eine Aufwandsentschädigung gezahlt. Etwa 80 Cent pro Stunde. Letztlich haben wir das Geld aber wieder ins Projekt reinvestiert, weil es nicht anders zu realisieren war.

WP: Wie hoch ist das Finanzloch derzeit?

Kai: Naja, wir erhalten noch eine großzügige Förderung von der Sparkasse Osnabrück. Anschließend fehlen noch einige Tausend Euro.
Aber „Na warte sagte Schwarte“, da finden wir auch noch eine Lösung. Der Drops ist noch nicht gelutscht.

Herausforderungen

WP: Was ist in solchen Projekten die größte Herausforderung?

Kai: In unserem Falle – es ist ja ein kleines Projekt mit einem Volumen von knapp über 20.000 Euro – ganz definitiv, mit weitem Abstand,
die Ausstattung mit Maschinen sowie die Menge des verfügbaren Saatgutes.
Wir haben aktuell noch nicht einmal einen dringend benötigten Bandheuwender. Für eine großflächige Extensivierung ist das unabdingbar.
Bislang extensivieren (Mahdgut entfernen) wir mit einem Balkenmäher und harken das Zeug dann manuell ab. Das geht auch, dauert aber auf 3000 m² etwa 8 Stunden. Beides hängt schon wieder mit Geld zusammen (nerv!!!!!!!).
Auch Women- und Menpower ist ein Aspekt. Wir hatten über 200 Flächenangebote für Blühwiesen alleine im südlichen Landkreis. Etwa 500 Anfragen hatten wir nach kostenlosem Saatgut. Von beiden Anfragen konnten wir nur einen kleinen Teil bedienen, aber auch das ist die Realität, leider. Viele Menschen wollen etwas tun gegen das Insektensterben – fühlen sich dabei jedoch etwas allein gelassen. Wir hätten gerne mehr gemacht, sind aber nur ein klaufen Haufen leicht verrückter Ökofreaks (die Blühwiesenpiraten).
Eine weitere Herausforderung ist eine wissenschaftliche Begleitung.

Pflege der Wiesen


WP: Ja, aber wenn das Harken so lange dauert. Wie wollt Ihr die nötigen Schnitte im Sommer denn durchführen? Das ist ja nicht schaffbar.

Kai: Naja, das Projekt impliziert ja, dass wir die Anbieter der Flächen einbinden. Wenn Menschen einige Stunden Arbeit oder etwas Geld in „ihre“ Fläche investiert haben, dann steigt die Identifikation mit dem Ziel des Insektenschutzes. Selbstverständlich ist es völlige Utopie, dass wir auf allen 80 Flächen (Blumiges Melle + Blumiger Landkreis Osnabrück) mähen und extensivieren. Das wollen wir auch garnicht. Wir wollen mit dem Projekt etwas anstoßen und die Menschen „selber“ machen lassen.. Wir betreiben die Projekte ehrenamtlich nach Feierabend. Klar ist aber auch, dass wir im Sommer auch sehr aktiv sein werden. Schon wenn Personen z.B. aufgrund körperlicher Schwierigkeiten die Mahd nicht durchführen können. Wir empfehlen den BürgerInnen und Bürgern die folgenden Informationen, um die Mahd durchzuführen. Es reicht schon, sich dafür eine Sense und eine Harke im Baumarkt zu kaufen. http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

WP: Es muss also im Sommer gemäht und abgetragen werden?

Kai: In der Regel schon. Eine Mahd im Sommer und eine im Herbst sind zu empfehlen. Wichtig ist aber im Sommer nicht die gesamte Fläche zu mähen, sondern nur einen Teil, damit die Insekten nicht plötzlich vor einem leeren Tisch stehen. Entscheidend ist es, dass das Mahdgut von der Fläche abgetragen wird. Man kann z.B. erstklassige kleine Blumensträuße draus machen. Das haben wir im Sommer auch vor. Diese werden dann in Krankenhäusern und Altenheimen verteilt. So hat auch die Mahd noch einen sozialen Nutzen. Den Rest der Mahd verfüttern wir an die Tiere auf unserem Gnadenhof Brödel in Melle. Eine Win-Win-Win-Win-Situation.

WP: Reicht es denn Blühwiesen anzulegen, um etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen?

Kai: Nein, auf keinen Fall. Blühwiesen versorgen Insekten mit Pollen und Nektar. Genauso wichtig sind jedoch auch Unterkünfte. In unserer sauberen Kulturlandschaft und in sterilen Gärten fehlt es an allem.
Totholz, offene sandige Flächen (Ca. 75% aller Wildbienen z.B. nisten im Boden), nicht abgemähte Halme (diese sollten mindestens 2 Jahre stehen bleiben, da sie erst dann bezogen werden), Trockenmauern, etc. etc. Die Nisthilfen sind genauso wichtig wie die Blühwiesen.
Natürlich ist auch der Verzicht auf Pestizide elementar. In den letzten Wochen hat uns diverse Male ein heftiger Brechreiz in doppeltem Sinne gepackt.
Während wir mit einer 6 PS-Motorfräse ein Areal für eine Blühwiesenaussaat vorbereiten, tuckert 50 Meter weiter ein 300 PS-Traktor mit Spritztank und Spritzdüsen über ein Feld.
Das sind die Momente, in denen man sich sagt: Jetzt erst Recht!! Es zeigt aber auch die Relationen und Dimensionen.
Wir sind ein kleines Piepsmaus-Projekt. Ein guter Trecker schafft in 8 Stunden etwa 15 Hektar umzupflügen. In 8 Stunden schaffen wir mit einer Fräse ca. 2000 m², noch irgendwelche Fragen?

Wenn nicht schnellstens ein massiver Wandel in der Landwirtschaft stattfindet, dann werden wir die mageren und sauren Früchte dieser völlig verfehlten Politik ernten.
Ich frage mich, wie Menschen so dumm – um nicht zu sagen – dämlich sein können, und eine solche Lobby-Politik hofieren.
Die bittere Ernte wird uns allen noch im Halse stecken bleiben:
https://www.youtube.com/watch?v=NRTWTM6nfLo

Wichtig ist aber auch: Es geht nicht darum, einzelnen Landwirten den „schwarzen Peter“ zuzuschieben. Viele Landwirte stehen unter einem schier unmenschlichen finanziellem Druck. Es sind Dramen welche sich dort teilweise, oft im Verborgenen, abspielen. Es geht um die Landwirtschaftspolitik auf EU- und Bundesebene. Wir brauchen einen massiven Wandel hin zu nachhaltigen und integrativen Anbaumethoden. Finanziell unterstützt durch die Politik! Anders geht es nicht!

WP. Wie viele seid Ihr eigentlich?

Kai: Bei der gUG Umweltschutz sind wir zu zweit. Zum Glück helfen auch manchmal unsere Frauen mit. Bei der BUND-Kreisgruppe sieht es, so weit ich weiß, ähnlich aus. Es sind dort nur geringfügig mehr Leute im Blumiger Landkreis Osnabrück-Projekt aktiv meine ich.

WP: Wie sah dann der Alltag zuletzt bei Euch aus?

Kai: 14- bis 16-Stunden Tage. Morgens um 4 aufstehen. Saatgut und Bücher verpacken und verschicken. Fräsen, normale Arbeit in unseren Jobs, aussäen etc. Dazwischen Sponsoren ansprechen. Spät Abends platt in die Koje. Und weiter am nächsten Tag.

WP: Seid Ihr denn echte Experten in diesem Themengebiet. Also Biologen, Insektenkundler oder ähnliches?

Kai: Naja, echte Experten sind wir nicht. Bei der gUG sind wir ein Webprogrammierer und ein Tischler. Ich selber habe zwar ein Diplom in Umweltwissenschaften und in Geographie, aber das Wissen in unserem Themengebiet ist noch ausbaufähig. Promoviert habe ich im Bereich „Geodaten“, das hat mit Blühwiesen und Insektenschutz nicht so viel zu tun.
Gottseidank hatte ich vor 20 Jahren ein intensives pflanzenbiologisches Praktikum bei dem legendären Professor Hard in Osnabrück (lacht), der hat es
verstanden, Menschen zu motivieren. Das war positiv sehr prägend. Mittlerweile haben wir natürlich auch einige Erfahrungen gesammelt und führen viele Gespräche mit ausgebildeten Experten auf den entsprechenden Gebieten, mit Rieger Hofmann (Saatgutlieferant) oder verschiedenen Wissenschaftlern. Auch besuchen wir Tagungen, bei denen man viel lernt. Manchmal denke ich dann: Ach sie an, so geht das also….

Fehler

WP: Habt Ihr Fehler gemacht?

Kai: Logo, da waren einige Patzer dabei. Im Vorläuferprojekt „Blumiges Melle“ z.B. haben wir
mal den Zeitpunkt für einen Schröpfschnitt verpasst [intern: Sog. Schröpfschnitte werden durchgeführt, wenn Wildblumen von wachsenden Gräsern
im Wachstum „überholt“ werden]. Die Wiese war dann in dem Jahr für Insekten kaum zu gebrauchen. Durch fehlerhaftes Handling habe ich auch mal eine Maschine zersiebt. Fehler gehören dazu. Natur ist sowieso kaum planbar.
Auf einer Fläche beispielsweise haben wir alles gemacht wie im Lehrbuch. Das perfekteste Saatbett, nach Plan ausgesät und angewalzt. Dann war es einige Tage sehr warm, das Saatgut keimte.
Und plötzlich gab es einige Nächte Frost. Das wars dann. Schönes und teueres Saatgut hinüber.

WP: Man kann also in solchen Projekten auch viel falsch machen?

Kai: Ja, natürlich. Es gibt viele Naturschutzprojekte, bei denen etwas gut gemeint ist, und dennoch Fehler passieren. Ich nehme uns davon nicht aus.
Z.B. Kann eine Aussat zu früh oder zu spät stattfinden. Es kann ggf. zu wenig gemäht werden. Gerade im Sommer, wenn die Blühwiesen blühen, fällt das ja schwer. Aber gerade dann ist es wichtig. Es kann das „falsche“ Saatgut mit vielen nicht heimischen, invasiven Arten verwendet werden. Auch das ist alles andere als optimal.
Eigentlich würden wir am Liebsten nur mit regiozertifiziertem Saatgut arbeiten, aber 4 Kilogramm „Osnabrücker Mischung“ (reicht für etwa 2000 m² (++)) kosten etwa 500 Euro. Also nehmen wir viel „regional angepasstes“ Saatgut (Blühende Landschaft Nord). Dort ist aber Phacelia drin enthalten, was kontrovers gesehen wird. 4 Kilogramm von diesem Saatgut jedoch liegen bei 120 Euro – die finanzielle Realität zwingt uns zu diesen Entscheidungen.
Wenn z.B. sehr sandige Flächen mit einer Fräse bearbeitet werden, dann ist die Gefahr groß, dass dort Wildbienen im Boden das Fräsen nicht überleben.
Es gibt viele mögliche Fehlerquellen. Wir bemühen uns nach Kräften diese auszuschließen, aber ganz fehlerfrei ging es auch bei uns natürlich nicht.
Ich stelle immer wieder fest dass Menschen sagen: Was muss ich da beachten? Was muss ich dort beachten?
Manchmal ist die Sorge vor Fehlern so groß, dass letztlich garnichts passiert. Damit ist dann auch niemandem geholfen. Fehler sind ärgerlich, gehören aber dazu.
Mut zum Aktionismus mit einer größmöglichen Informationsbeschaffung, das versuchen wir zu predigen.
Einige Informationen zur Anlage von Blühwiesen haben wir einmal hier zusammengefasst:

http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

WP: Wie wäre es mal mit Zusammenkünften von Fachgremien, Wissenschaftlern, einer Art Tagung?

Kai: Wir besuchen ab und zu Tagungen, man lernt dort viel. Aber diese „runden Tische“ und „Fachsitzungen“ sind mir mittlerweile zutiefst zuwider. Es wird geredet, gesabbelt, gequatscht, bis es einem zu den Ohren herauskommt. Mittlerweile halte ich mich dort raus. Wenn man dann nämlich schaut, was dabei rumkommt, dann ist das oftmals herzlich wenig.
Sitzen 8 Personen 2 Stunden an einem Tisch, dann sind das 16 Stunden manchmal (nicht immer!!) völlig verschwendetes Gequatsche – ein Diebstahl von Zeit – ohne praktischen Nutzen. Naja, vielleicht fehlt mir auch einfach nur die Gabe, aus solchen Treffen was Sinnvolles herauszuziehen. Aber: In 16 Stunden Arbeit lässt sich auf freiem Feld viel bewegen. Ich halte es da mit Professor Berthold: Geredet haben wir genug. Jetzt zählt nur noch das Handeln! Der große Borussia Dortmund-Spieler Adi Preißler hat einmal gesagt:
„Grau is‘ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is‘ auf’m Platz“.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

WP: Sie gelten als Hitzkopf, der manchmal auch etwas dünnhäutig ist?

Kai (lacht): Ja, das stimmt voll und ganz. Das Blut in mir kocht zuweilen, war schon immer so. Wird wohl mal Zeit für Autogenes Training oder einen Atemkurs. Andererseits ist diese Eigenschaft auch ein prima Handlungsmotor. http://blumiger-lkos.de/zoff-bei-der-anlage-einer-bluehwiese-in-hasbergen-aber-ende-gut-alles-gut/

WP: Euer Projekt wirkt nicht immer komplett „bierernst“. Mit einer gewissen Freakigkeit wird immer wieder auch kokettiert.

Kai: Ja, das stimmt (schmunzelt). Es gibt viele gute Naturschutzprojekte, welche klassisch solide-ernsthaft durchgeführt werden. Auch das ist absolut spitze! Wir haben uns aber für einen anderen Weg entschieden, schon weil das etwas mehr unserem Naturell entspricht.

WP: Wie sieht die Unterstützung des Landkreises und der Kommunen bei diesem Projekt aus?

Kai: Die Naturschutzstiftung des Landkreises unterstützt uns finanziell maßgeblich. Auch die Stadt Melle hat Geld in die Hand genommen.
In der Stadt Osnabrück existiert das „BienenBündnis Osnabrück“, welches schon seit Jahren ausgezeichnete Arbeit leistet (https://www.osnabrueck.de/bienenbuendnis.html). Gespräche mit dem dort aktiven Herrn Bludau beispielsweise sind sehr angenehm und informativ.

WP: Habt Ihr mal die Parteien zu diesem Thema angeschrieben?

Kai: Na klar, alle bis auf die AFD, mit welcher wir niemals zusammenarbeiten würden. Geantwortet hat keine, nicht eine einzige. Nicht mal die Grünen. Vermutlich sind wir den Parteien zu freakig oder das Thema interessiert nicht.

Wissenschaft

WP: Wie sieht es mit wissenschaftlicher Unterstützung aus?

Kai: Oh, das ist ein schwieriges Thema (rollt die Augen).
Wir haben in eingen Fällen großes Glück. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte z.B. hat jemanden vom Botanischen Garten Osnabrück beauftragt, auf der Blühwiese beim Stahlwerk ein Monitoring durchzuführen.
Das ist großartig!! Das ist ein gutes Beispiel, wie Aktive eines semi-wissenschaftlichen Aktionsprogrammes und echte Wissenschaft „Hand in Hand“ gehen können. Leider haben wir diese Erfahrung nur sehr selten gemacht.

Eine große Osnabrücker Konifere (ja, der/die Nadelbaum/bäumin) beispielsweise aus einem thematisch betroffenen Fachgebiet z.B. hat eine Unterstützungsanfrage (Projektantrag, Projektanfrage) ganz derbe abgewatscht. Eine schallende Ohrfeige war das, aber trotzdem irgendwie auch zu verstehen.
Als Motivationshilfe für unser Projekt haben wir uns seine/ihre -offen gesagt- selten destruktive schriftliche Absage eingerahmt und aufgehangen.
In dieser wurde eine „fehlende fachliche Professionalität, welche ihn/sie an das Projekt „Deutschland summt erinnere…“ bemängelt.
Verbunden mit der Aussage: „Ich habe unumstößlich beschlossen, dass ich mich an ihrem Projekt nicht beteiligen werde etc. etc.„.

Das war ein derber Schlag in die Magengrube, allerdings in gewisser Weise auch wiederum nachvollziehbar. Die Projektbeschreibung war aus wissenschaftlicher Sicht vermutlich wirklich ziemlicher Käse. Die Person hatte scheinbar nicht begriffen, dass es hierbei eher um eine Unterstützungsanfrage ging – oder es wurde von unserer Seite schlecht kommuniziert.
Trotzdem war es insgesamt massivst frustrierend, so wenig Hilfe von renommierten Professoren und Professorinnen zu bekommen.
Andererseits widerum ist es ja nicht die Aufgabe von Hochschulangestellten, Defizite im fachlichen Know-how von Umweltaktivisten auszugleichen. Insofern habe ich sogar noch Verständnis. Ich gehöre zudem selber zu den Menschen, welche nicht immer „den richtigen Ton treffen“, das klingt dann in den Ohren des Gegenübers zuweilen noch etwas schief nach.
Wir sind jedoch bei der Suche nach wissenschaftlicher Unterstützung sehr häufig auf „Elfenbeinturm-Mentalitäten“ und völlig skurrile Vorstellungen von der realen Praxis (und deren Möglichkeiten) kleiner Naturschutzgruppen gestoßen.
Der Transfer von Wissenschaft (und wir brauchen die Wissenschaft heute dringender denn je, das steht außer Frage) in die Praxis ist teilweise eine Katastrophe. Gerade beim Insektenschutz besteht hier noch gigantischer Nachholbedarf.
Gleichzeitig muss sich jedoch jeder auch selber an die eigene Nase fassen (wir also auch) und sich fragen, was er/sie unternimmt, um an dieses Wissen heranzukommen.
Wenn jedoch aus der Wissenschaft solch ablehnende Bemerkungen über Projekte kommen, die endlich einmal Menschen motivieren (z.B. „Deutschland summt“), dann finde ich das sehr schade – etwas weniger Arroganz und etwas mehr Konstruktivität wären hilfreiche Ansätze. Das bleibt letztlich eine individuelle Herausforderung.
Egal, abgeha(r)kt ! (hahahahha, welch Wortwitz im Sinne eines Blühwiesenprojektes)

Glücklichwerweise haben wir dann jedoch noch einen sehr konstruktiv eingestellten Professor gefunden, welcher bereit war „etwas Licht ins Dunkle“ zu bringen. Dafür sind wir sehr dankbar.
Wir haben nun gemeinsam einen sehr großen Projektantrag beim Bundesamt für Naturschutz eingereicht. In diesem geht es u.a. um ein Monitoring der Blühwiesen im südlichen Landkreis Osnabrück und deren summender Besucher.

WP: Kennen Sie ein gutes Beispiel für eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Aktionsgruppen?

Ja, viele, ich finde es z.B. toll, dass Wissenschaftler aus Osnabrück sich an der Erstellung der „Osnabrücker Mischung“-Saatgutzusammenstellung beteiligt haben. Das ist sehr wertvoll und diese Mischung wird ja auch in der Region vielfach ausgesät. Im Projekt haben wir das Saatgut in einem Kaugummiautomaten vor „Georgs Bioladen“ in Melle offeriert.
Der Absatz war gigantisch!
Zudem gab es eine unglaublich hohe Reaktion z.B. auf Facebook oder in der Presse:

http://blumiger-lkos.de/regionales-saatgut-aus-dem-kaugummiautomaten-melle/

https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1184037/warum-es-in-melle-blumensamen-in-einem-kaugummiautomaten-gibt


Auch finde ich z.B. Professor Peter Berthold großartig. Ihm gelingt es immer wieder, fachliche Erkenntnisse in die Bevölkerung zu transferieren. Ein echtes Vorbild. Für den Insektenschutz sind viele seiner Informationen beeindruckend interessant:
http://vogel-beobachtung.de/buchrezension-unsere-voegel-warum-wir-sie-brauchen-und-wie-wir-sie-schuetzen-koennen/

WP: Was war das schönste Erlebnis in dem Projekt bislang?

Kai: Definitiv die Begeisterung der Schulkinder beim Anlegen der Blühwiesen:
Siehe z.B.:
https://www.youtube.com/watch?v=HP4I5zfoAEI

https://www.youtube.com/watch?v=tK7k_dh7dbQ

https://www.youtube.com/watch?v=Euas8vG4UOg

WP: Und was war das Negativste?

Kai: Da gabs auch einiges, aber das sage ich nicht.

Wie gehts weiter?

WP: Und wie gehts weiter:

Die finanzielle Situation und die defekten Fräsen haben uns eine Zwangspause verordnet. Anderseits tut uns diese auch ganz gut. Wir waren zuletzt völlig gerädert, uppe, gereizt und ko.
Schließlich müssen wir ja auch noch einem normalen Vollzeitjob nachgehen und der Betrieb unseres kleinen Gnadenhofes (http://gnadenhof-melle.de) läuft auch nicht von allein.
Am 26.5. führen wir noch eine tolle Blühwiesenparty in Bissendorf durch:

http://blumiger-lkos.de/bluehwiesenpartys/

Dort werden auch noch zwei Blühareale angelegt. Und definitiv wird mehr als nur ein Bier getrunken (lacht) 🙂
Im Sommer geht es dann mit der Extensivierung von Flächen weiter.

WP: Was können Menschen tun, um Eurer Projekt zu unterstützen?

Kai: Selbst aktiv werden. Blühwiesen anlegen oder Nisthilfen schaffen.
Oder spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabruck?utm_source=project_widget&utm_medium=project_61252&utm_campaign=widget

Wer ungern spenden möchte und lieber eine direkte Gegenleistung haben will, der kann gerne unser
einpflanzbares Kinderbuch kaufen. Aus dem Buchdeckel erwächst hilfreiches Saatgut für Insekten.

Die Wubbjes helfen der Natur – Das Einpflanzbuch“.
Für Kinder und für Erwachsene (auch wir können noch so einiges lernen :-)).
Nach maximal-ökologischen Ansprüchen produziert, mit abnehmbarem Buchdeckel, welcher eingepflanzt werden kann (enthält hochwertiges Saatgut für „Insektenpflanzen“).
Viele Tipps für Kinder („Was kannst Du für Insekten tun“) und tolle Geschichten z.B. zu Insekten (Wildbienen & Co.), Blühwiesen, Regenwürmern etc.
Und: Fußballgeschichte für den Artenschutz:
Hummelburger SV vs. VFL Otternbrück

26,80 Euro, gibt es hier zu kaufen:

https://doktor-kalle.de/produkt/buch-die-wubbjes-helfen-der-natur-das-einpflanzbuch/

Ein kleiner Film dazu:

Und noch ein Film:

Und unsere erste Rezension in der Neuen Osnabrücker Zeitung:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1200419/meller-kai-behncke-schreibt-kinderbuch-aus-dem-echte-blumen-wachsen#gallery&0&0&1200419

Und ein Kommentar in der NOZ:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1200394/ein-buch-das-uns-die-bienen-wiederbringt-eine-gute-idee

Wieder eine Fräse defekt (verflixt und zugenäht!!)

Während im Projekt „Blumiges Melle“ eine einzige (!) Fräse über 80.000 m² lief und lief und lief,
so ist im „Blumiger Landkreis Osnabrück“-Unterfangen jetzt bereits die dritte defekt. Voll nervig und frustrierend, aber auch das gehört dazu.
Naja, wir haben jetzt aber auch schon über 30 Areale geschafft 🙂
Unsere Insektenparadies-Fläche bei der Firma Runge in Bissendorf wird morgen mit der „Osnabrücker Mischung“ besät. Top!

Saatgut mittlerweile aufgebraucht – Danke an alle fleißigen Blühwiesen-Gärtnerinnen & -Gärtner

Saatgut mittlerweile aufgebraucht – Danke an alle fleißigen Blühwiesen-Gärtnerinnen & -Gärtner

Vielen Dank an alle BürgerInnen und Bürger für die vielen Anfragen nach (kostenlosem) Saatgut, welche uns täglich erreichen.
Eine dreistellige Zahl an Saatgut-Päckcen haben wir innerhalb des Landkreises verschickt. Mittlerweile jedoch sind die Bestände leider aufgebraucht.
Es ist toll, wie viele Menschen sich für eine Artenvielfalt und gegen das Insektensterben engagieren.
Weitere Anfragen jedoch können wir leider nicht bedienen.

Ihr könnt das Saatgut jedoch auch käuflich bei der Firma „Rieger Hofmann“ erwerben.
Weitere Infos dazu unter:
http://blumiger-lkos.de/bluehwiesen-gestalten/

Weitere Blühwiese in Melle geschaffen – Und: Wir würden uns über „Bleuros“ freuen

Heute eine weitere schöne Blühwiese in Melle/Westerhausen geschaffen. 600 m² an der Eisenbahnstraße, herrlich 🙂
Danke an Conny Knopf, welche tatkräftig mitgeholfen hat 🙂

Vielen Dank auch an George Trenkler, welche uns eine hohe Spende gezahlt hat. Absolut großartig!
Finanziell pfeifen wir aus dem letzten Loch, aber immer, wenn wir denken: „Jetzt ist schluss! Irgendwann ist auch einfach mal gut!“,
dann erhalten wir ein paar „Bleuros“ (Euros, die wir zum Blühen bringen).

Wer uns ein paar Bleuros senden möchte. Kauft gerne unser „Einpflanzbuch“:















http://das-einpflanzbuch.de

Die Wubbjes helfen der Natur – Das Einpflanzbuch“.
Für Kinder und für Erwachsene (auch wir können noch so einiges lernen :-)).
Nach maximal-ökologischen Ansprüchen produziert, mit abnehmbarem Buchdeckel, welcher eingepflanzt werden kann (enthält hochwertiges Saatgut für „Insektenpflanzen“).
Viele Tipps für Kinder („Was kannst Du für Insekten tun“) und tolle Geschichten z.B. zu Insekten (Wildbienen & Co.), Blühwiesen, Regenwürmern etc.
Und: Fußballgeschichte für den Artenschutz:
Hummelburger SV vs. VFL Otternbrück

Ein kleiner Film dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=mMlH_-hpaWo

Und unsere erste Rezension in der Neuen Osnabrücker Zeitung:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1200419/meller-kai-behncke-schreibt-kinderbuch-aus-dem-echte-blumen-wachsen#gallery&0&0&1200419

Zoff bei der Anlage einer Blühwiese in Hasbergen (aber: Ende gut, alles gut! :-))

Der Start der Anlage eines wichtigen Insektenbiotops in Hasbergen lief noch sehr gut. Nette Leute, eine schöne Fläche. Munter gefräst (ok, an nem Sonntag, aber -ganz im Ernst- es gibt tatsächlich die Regel auf dem Land: Wenn etwas der Landwirtschaft dienlich ist, dann darf auch Sonntag gearbeitet werden (kein Witz, sogar juristisch verankert)).
Gesagt getan, die Fräse ratterte vor sich hin und die Fläche wurde größer und größer.

Plötzlich erschien aus der umgebenden Nachbarschaft ein Aktivbürger auf der Bildfläche.
Nennen wir ihn „Otti Oberlippenbart“. Otti war „not amused“ über den Lärm und den Krach und das ganze solle doch bitte unterlassen werden.

Hmm….., ich noch schwer am überlegen: „Ok, will auch keinen Ärger, kann ihn ja auch irgendwie verstehen. Aber das Projekt muss auch weitergehen. Der Zeitplan ist mega knapp und eine Strecke mit nem 40-Kmh-Quad von Melle nach Hasbergen ist eine Ewigkeit.
Und bin ich nicht „im Recht“? Andererseits, vielleicht besser mal dem Ärger aus dem Weg gehen.
Zur Not wird es halt an einem anderen Tag weitergeführt. Zumindest möchte ich ihm aber Sinn und Zweck des Ganzen erläutern (schon für meinen Stolz). Und dann lasse ich es gut sein und packe zusammen (so meine Entscheidung zunächst).

Ich hole also tief Luft und sage: „Ok, das Problem ist….“. „Es gibt kein Problem!!!!!!“, unterbricht er schroff und funkelt mich aus kleinen Schweinsaugen bitterböse an.

Hotte Hitzkopf

Oh Oh, das war strategisch nicht so gut. Ist so ne Sache bei mir. Ich muss nicht zwingend was durchziehen, aber zumindest möchte ich sagen, was ich zu sagen habe und fordere wenigsten einen sauberen Dialog (ausreden lassen).
Ja, und dann gibt es noch tief im Inneren zwei Partner, die ab und an mitquatschen wollen:
Hotte Hitzkopf und Koko Choleriker. Vorsichtshalber rufe ich die beiden mal an. Beide räkeln und strecken sich und erwachen aus ihrem wohlverdientem Mittagsschlaf.
„Is watt, Chef?“, fragt Hotte. Ich so: „Weiß noch nicht, könnte hier Theater geben.“
Neugierig nehmen die beiden den Fahrstuhl, um dann in meiner Stirnhöhle auszusteigen. „Wieder Stress oder watt?“, fragt Koko.
„Abwarten!“, antworte ich.

Gegenüber Otti sage ich bockig: „Ok, wenn es kein Problem gibt, dann fräse ich weiter“.

Otti kuckt mich ungläubig an und ist noch weniger amused als zuvor.
Hotte Hitzkopf und Koko Choleriker funken wie wild mit ihren Walke-Talkies: „Blutdruck steigen lassen! Herzschlag erhöhen! Der Boss wird sauer!“.

Naja, ich fräse also weiter, und denke mir so: „Watt soll das? Mach mich doch hier nicht so doof von der Seite an!“, bleibe aber äußerlich ruhig.
Hotte und Koko ordern Brennholz in Massen.
Die Kühlung funktioniert heute so la la.
Nach 10 Minuten habe ich die Sache vergessen und schaue nur ab und zu mal missmutig in der Gegend herum.
Kurze Zeit später taucht Otti Oberlippenbart wieder auf. „Du befindest Dich auf meinem Grund und Boden. Ich möchte das nicht, Will auch keine Blühwiese hier“.

Von der Flächeneigentümerin hatte ich zuvor gezeigt bekommen, wo genau die Grenze verläuft.
Ich also (noch relativ ruhig):
„Da habe ich andere Informationen. Dein Grundstück liegt 30 Meter weiter. Ich möchte das jetzt gerne hier weitermachen. Ist ein wichtiges Artenschutzprojekt“. Hotte und Koko schieben alle Schalter auf „volle Pulle“. Otti antwortet: „Ich kann Dir die Katasterpläne zeigen. Sofort aufhören!“.
Ich denke mir so: „Seh ich aus wie das Katasteramt? Wird langsam nervig.“
Antworte nochmal: „Nein, so weit ich gehört habe, liegt Deine Fläche 30 Meter weiter in der Richtung xyz.“
Otti darauf hin: „Ich bin Jäger und Landwirt. Ich weiß was Du hier machst“.
Ok, denke ich, das ist doch prima. Wegen mir biste halt Jäger und Landwirt, geht mich nix an.
Wieso man freiwillig mit ner Knarre auf Tiere ballert ist mir ein Rätsel, aber musst Du selber wissen. Ansonsten machen Jäger
in Natur- und Artenschutz auf jeden Fall gute Dinge. Der Typ soll mich trotzdem nicht vollquatschen. Das Projekt ist Aufgabe genug und ich möchte hier weiterkommen. Nach 4 Wochen „Vollgas“ bin ich langsam auch mürbe.

Die Antwort: „Na also. Wenn Du Landwirt bist, dann weißte ja Bescheid. Auch am Sonntag kann man Krach machen, wenn es der Landwirtschaft dient.“
„Blühwiesen dienen nicht der Landwirtschaft. Aufhören!“. Wieder die völlig falsche Antwort. Mal in Ernst: Wie blöd kann man sein?
Hotte Hitzkopf und Koko Choleriker übernehmen nun die Fernbedienung:
„Chef, tritt mal zurück. Wir regeln das jetzt hier!“ Ok, macht mal. Vermutlich wirds wieder die Konfliktlösung eines 5jährigen. Das machen die beiden gerne. Naja, ich kanns nicht ändern.
Hotte funkt an meine Gesichtsmimik, die plötzlich die Grimasse eines sturköpfigen Superhitzkopfes erschafft (kenne ich schon).

Die beiden raunzen Otti an: „So einen Schwachsinn habe ich noch nie gehört. Jetzt geh mir nicht auf den Geist. Ich mache jetzt hier weiter!“ (die Stimme wird merklich lauter).
„Ganz dünnes Eis, ganz dünnes Eis“, seine Antwort. Hotte und Koko wird es jetzt zu bunt. „Unser Boss reißt sich hier den Hintern auf, um watt gegen das Insektensterben zu unternehmen also halt Deine Klappe jetzt!“

Das (vorläufige) Ende vom Lied: Wildes gegenseitiges Krakehle, eine nun aber defintiv gestörte Sonntagsruhe und am Ende zwei komplett verärgerte Streithähne (und keine Gewinner).
Nur Hotte Hitzkopf und Koko Choleriker hatten ihren Spaß. Naja, „Schwamm drüber“, bin nicht nachtragend, Otti hoffentlich auch nicht, ist nicht das erste Mal in nem Naturschutzprojekt, dass es mächtig Zoff gibt.

Hatte ich vor nem Jahr schon mal: https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/862557/absurder-streit-um-bluehwiese-in-melle#gallery&0&0&862557

Und unser Feuchtbiotop-Projekt am Kreimerhof in Melle hat auch eine durchgeknallte Aktivbürgerin auf den Plan gerufen, die dort für Stunk sorgt:
„Zu dies, zu das! Naturschutz gerne, aber doch nicht in meinem Umfeld bitte!“
Ich bin kein Diplomat. Und Hotte Hitzkopf antwortet dann gerne auch mal was nicht so nettes (ich habe ihm 1000mal gesagt, es soll das lassen!), aber er hört einfach nicht….:-)

Ende gut, alles gut 🙂

Um des Friedens willen fräse ich in Hasbergen sturköpfig zunächst noch eine halbe Stunden weiter um dann, trotz einer unfertigen Fläche, das ganze sein zu lassen (zunächst). Lauter Grasinseln in einem entstehenden Insektenbiotop, Käse!

Hotte und Koko: „Chef, alles klar? Wieso hörst Du auf?“, „Mann, kein Bock auf den Stress. Andererseits kann es nicht sein, dass der Typ hier das Projekt blockiert. Offen gesagt bringt das Gekeife doch niemanden weiter!“ Hotte und Koko schauen sich irritiert an.
„Und überhaupt, man liest ja so viel in der Zeitung. Vielleicht kommt der gleich mit seiner Knarre raus und ballert wild um sich. Oder die Cops kommen und ich liege mit Kabelbindern fixiert hier im Staub der Blühwiese. Ist doch Käse alles!“

Hotte zu Koko: „Unser Boss wird alt. Seit wann lässt Du Dich herumkommandieren? Damals in Gorleben warste anders drauf! Willste hier den Friedensnobelpreis gewinnen oder watt?“

Das Finale: Nochmal mit der Flächeneigentümerin geredet und letztlich dann doch alles gefräst, ausgesät und angewalzt. Perfekt! Einfach mal klare Kante zeigen! HAH, NA BITTE!! 🙂
Nerviges Theater, aber gehört zum Naturschutz dazu. Man kann es nicht allen recht machen, alles eine Frage der Prioriäten.

Auf dem Nachhauseweg auf dem „Blauen Brummer“ überlege ich, wie ich eine solche Situation das nächste Mal angehe.
Nach längerem Zwiegespräch und der Inerwägungnahme mal Autogenes Training, Yoga oder zumindest einen Atemkurs zu belegen entscheide ich:
„Hotte, Koko! Watt solls! DAS MACHEN WIR NÄCHSTES MAL WIEDER GANZ GENAU SO!“ 🙂
In diesem Sinne….





















P.S.
„Blumiger Landkreis Osnabrück“ ist aktuell um mehrere Tausend Euro unterfinanziert.
Heißt: Wir müssen das am Ende aus der Privattasche bezahlen (sorgt z.Zt. auch nicht so recht für gute Laune).

In diesem Sinne: Kauft gerne unser einpflanzbares Kinderbuch.
http://das-einpflanzbuch.de

Hier die erste Rezension aus der Neuen Osnabrücker Zeitung:
https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1200419/meller-kai-behncke-schreibt-kinderbuch-aus-dem-echte-blumen-wachsen

Und hier ein kleiner Film dazu:
https://www.youtube.com/watch?v=mMlH_-hpaWo

„Blumiger Landkreis Osnabrück“
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen [zur Not auch mit ausgefahrenen Ellenbogen]
http://blumiger-lkos.de

Früher Vogel fängt den Wurm – Danke an die NEUERO Farm- und Fördertechnik GmbH aus Melle/Buer

Früher Vogel fängt den Wurm. Mit dem ersten Hahnenschrei aufgestanden und bei der Firma NEUERO Farm- und Fördertechnik GmbH
auf ca. 400 m² ausgesät und angewalzt. Auch hier entsteht ein wichtiger Nahrungs- und Rückzugsraum für Insekten.
Vielen Dank an die Neuero, welche das Areal zur Verfügung gestellt haben.
Es ist einfach beeindruckend, wie viele Menschen etwas für „Blumiges Melle“ und „Blumiger Landkreis Osnabrück“ anbieten. Danke!!

Ihr möchtet das Projekt unterstützen? Dann kauft gerne unser Kinderbuch:
http://doktor-kalle.de/

Siehe: https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1200419/meller-kai-behncke-schreibt-kinderbuch-aus-dem-echte-blumen-wachsen#gallery&0&0&1200419

https://www.youtube.com/watch?v=mMlH_-hpaWo

6000 Saatguttütchen (Osnabrücker Mischung) + Flyer beim VFL Osnabrück verteilt

Wow, 6000 !! Saatguttütchen (+Flyer) heute nach dem Spiel VFL Osnabrück vs. Carl Zeiss Jena verteilt.
Die sogenannte „Osnabrücker Mischung“. Es war toll, wie viele Leute nach den Tütchen gefragt haben, spitze!
Danke an den Verein, der die Aktion unterstützt hat.

Auch wenn das Spiel heute naja, sagen wir mal, irgendwie „mäßig war, es wird auch wieder besser!
Hier noch einige Zitate aus unserem zu erhaltenen Buch (http://das-einpflanzbuch.de) (um Blumiger Landkreis Osnabrück zu finanzieren)

Hummelburger SV vs. VFL Otternbrück

Pokal-Halbfinale (Wubbje-Fußball-Liga)

Die Sonderzüge aus Otternbrück waren nun in Hummelburg eingetroffen.
Tausende lila-weiß gekleidete Tierchen und Wubbjes schoben sich in Richtung Spielstätte. Gut gelaunt, friedlich, laut
und sangesfreudig. Die Otternbrücker waren guter Dinge, dass ihr Verein heute ins Finale einziehen würde. Wubbje Gorgonzola
begleitete sie. Vor dem Stadion, an einer Bude mit Fliedernektar, trafen sie ihre Kumpels Hummel Hinkebein, Honky Blattlaus und Maiky Mörtelbiene. Die Freunde begrüßten sich mit einem lauten „Hallo“ und klopften Sprüche, was das Zeug hielt.

„Na ihr Otternbrücker,
habt ihr auch genügend Taschentücher mit? Das wird ein trauriger Abend für euch!“, johlte Hinkebein, der auf seiner
Fanweste den Gruß der Hummelburger „Hummel Hummel Mors Mors“ trug. Das bedeutete so viel wie: “Gebt Moos aus für die Hummeln, die können es gebrauchen. Rettet die Artenvielfalt und unterstützt die kleinen Tierchen!“ Und Maiky summte: „Immerhin seht ihr heute einmal richtige Ballartisten, leider nicht in euren Reihen, höhöhö!“ Hüpfehops, Schimpanse Uwe, Blindschleiche
Selma und Schmetterling Alfons grinsten. „Na lacht ihr mal solange ihr noch könnt. Nach dem Spiel lacht nur lila-weiß!
Ihr habt wohl vergessen, wie wir euch vor einigen Jahren an der Biberbrücke nach Hause geschickt haben, was?“, krakehlten sie.
Wubbje Gorgonzola kam mit einigen Bechern Fliedersaft hinzu.

„Lila ist der Fliedersaft, gibt uns`rer Mannschaft ganz viel Kraft. Weiß am Himmel leuchtet hell, der schönste Stern, der VFL!“

Alle johlten sie und stimmten gemeinsam ein paar Lieder an. Sich gegenseitig
zu necken, das gehört dazu, das macht den Fußball aus. Sie waren Kumpels und wünschten sich nur das Beste, aber
man kann eben nur einer Mannschaft die Daumen drücken.


….
Aber die Otternbrücker hielten tapfer dagegen. Uwe Brummer lieferte einige Weltklasseparaden ab. Mit seinen großen Brummeraugen
behielt er souverän jeden Schuss im Blick. Ja und vor ihm? Da waren Koala Engel, Mirku Waschbätti und auch Lodda
Ganter mit großen Herzen dabei. Koala und Waschbär grätschten und wühlten was das Zeug hielt. Keinen Ball gaben sie verloren.
Lodda Ganter warf sich bei jedem Angriff mit vollem Elan dazwischen. Jeder Zentimeter des Rasens wurde beackert. Hier sollte heute Lila-Weiß gewinnen, dafür gaben sie alles. Und der Ganter schlug mit seinen großen Gänsefüßen manchen gefährlichen
Pass nach vorne. Guido Storch mit seinen langen Beinen und Pelle Wollschwein mit seiner Pferdelunge zeigten sich ebenfalls wenig beeindruckt von den Aktionen der Hummelburger und spielten blitzschnelle Ballstafetten, die für Szenenapplaus auf den Rängen sorgten. Willi Mümmelmann und Adler Vedda zielten manches Mal gefährlich auf den Kasten von Ulli Steinkauz.
Für ihren unbändigen Kampfgeist waren die Otternbrücker im ganzen Land berühmt. Wer kämpft, und niemals aufgibt, der wird irgendwann belohnt. Wer an sich selber glaubt, dem kann nichts passieren.