Das Projekt “Blumiger Landkreis Osnabrück” läuft in wenigen Wochen aus – 💪🦋🌺🙂😎 Danke an alle, die mitgewirkt haben 🙂
Verschiedene Flächen werden selbstverständlich weiter gepflegt und natürlich versuchen wir, eine fortführung zu erreichen.

In wenigen Wochen ist es soweit…
Nach dem Projekt “Blumiges Melle” (2018) läuft im August das Projekt “Blumiger Landkreis Osnabrück” aus.

Im September 2016 hat alles mit einer Feststellung begonnen (“Das geht so nicht weiter. Wir müssen etwas machen!”).
Seitdem wurdem von uns im Landkreis etwa 400.000 m² Blühwiese, verteilt auf 225 Flächen geschaffen.

Mehrere Hundert Kilogramm regionales und mehrjähriges Saatgut (mindestens 40 Arten) wurden eingesetzt. Beteiligt waren knapp 1500 Personen
aus den unterschiedlichsten Bereichen (Kirchenkreise, Vereine, Kindergärten, Schulen, Firmen, Parteien, Landwirte, Kommunen, Privatpersonen).
Der ehrenamtliche Gesamtaufwand liegt bei ca. 9000 Stunden.
Nach einer Grobschätzung wurden und werden von den 225 Arealen etwa 60-70% nachhaltig von den Flächenbesitzern gepflegt.

Die Kartenübersicht der Blühwiesen: http://insektenrettung.de/karte/oltest/dist/pollenversorgung2.html?mlat=915031&mlon=6847523&zoom=12

Gezeigt wurde, dass die Welt (im Kleinen) verändert werden kann. Dafür braucht es nur wenige Personen, die ein solches Projekt initiieren…wenn sich denn dann viele weitere Menschen begeistern lassen (genau genommen bestand der “harte Kern” eigentlich immer nur aus 2 Personen).
Das hat gut geklappt.

Viele viele Spenden sind eingegangen. Im Laufe der Jahre wurden 9 Einachser/Fräsen/Balkenmäher verschlissen.
Wie viele Lebewesen haben profitiert? Schwer zu sagen…Mit Sicherheit einige Millionen. Die Landschaft wurde bunter und artenreicher.

Wie geht es weiter?
Etliche Wildblumenwiesen werden natürlich weiter von uns gepflegt. Gerade einige Areale, die über die Jahre kontinuierlich ausgemagert wurden, haben sich zu echten Artenvielfalts-Hotspots entwickelt.
Das geben wir natürlich nicht auf.
Durch das Projekt ist es zudem gelungen insgesamt knapp 5 Hektar Blühwiesen mit statischen Zäunen einzugrenzen. Hier übernehmen unsere Schafe, Gänse, Ponys und Ziegen die Pflege.
Auch im nächsten Jahr (im Projekt 500 AKA) werden natürlich noch weitere Wildblumenwiesen dazu kommen. Wir versuchen zudem eine Weiterfinanzierung des Blumiger LKOS-Projektes zu erreichen.

Hier schonmal der Link zu verschiedenen Mitmach-Aktionen:

https://500-aktiv-fuer-klima-und-artenschutz.de/mitmachen/

Nach wie vor gibt es leider deutlich zu wenige Naturschutzgruppen im Landkreis.
Für einige Menschen sind Vereinsstrukturen genau das Richtige. Leicht lässt sich auch eine gemeinnützige UG gründen. Dafür braucht es genau eine Person – und 1000 Euro Startkapital.
Dann liegt der Status der Gemeinnützigkeit vor und es kann losgehen. Nur Mut! Die Welt braucht mehr Aktive! Und mehr Visionen! Loslegen!

Rückblickend kann gesagt werden: Es hat viel viel Spaß gemacht. Aberwitzig viel gelernt, über sich selbst und die Menschen. Sehr sehr viel war gut, toll und positiv. Einiges jedoch war auch ganz fürchterlich und mindestens zwei- oder drei Mal wurde auch ans Aufgeben gedacht.
Der Glaube an die Vision jedoch hat das verhindert und nun ist es geschafft (also das Projekt zumindest).
Die Insektenvielfalt ist damit nicht gerettet – dafür braucht es noch deutlich mehr Entscheidungen auf politischer Ebene. Und noch deutlich mehr Aktive! Diese Feststellung bleibt.
Unmöglich jedoch ist garnichts! Jede und jeder EinzelnE kann sehr viel bewegen. Das war schon immer so und wird nie anders sein.

Falls Ihr mit dem Gedanken spielt, eine Kleingruppe für den Klima- oder Artenschutz ins Leben zu rufen.
Hilfreich ist Folgendes:

* Eine klare Vision (dann kommt der Rest von ganz allein)
* Neugierde, um ein Projekt als (soziologisches/psychologisches) Experimentierfeld zu betrachten, mit “Mut zur Lücke”, “Zocken und Bluffen” und der Freude darauf, noch sehr viel Lernen zu können
* Das Bewusstsein, dass jede “Niederlage” auch gleichzeitig ein “Sieg” sein kann
* Sich selbst und die Menschheit nicht so fürchterlich ernst nehmen, manchmal aber auch das genaue Gegenteil! Je nach Bedarf.

* Ganz gut ist es, wenn man ne kleine Macke und im Zweifelsfalle “ordentlich einen Nebenherlaufen hat” 😉

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Einige Fakten:

Die Positiven:

* Ca. 400.000 m² Blühwiese
* Etwa 700 Kilogramm regionales Saatgut
* Knapp 60 Schafe und Ziegen (gesamt) im Einsatz
* 1500 beteiligte Personen
* 18 Kilogramm an Gewicht verloren
* Zeitaufwand durch alle Beteiligten etwa 9000 Stunden, vielleicht auch deutlich mehr
* Viele viele tolle Menschen kennengelernt
* Gesamt-Finanzvolumen: Vielleicht so 130.000 Euro
* Ein irrsinnig umfangreicher Pressespiegel mit einigen TV-Auftritten: https://www.umweltschutz-und-lebenshilfe.de/presse/

Die Negativen:

* einige wilde Streitereien
* 3 Hausverbote ausgesprochen, eines erteilt bekommen
* Ca. 20-25 schlaflose Nächte
* Manchmal blanker als blank liegende Nerven
* Einige wenige Komplett-Flachpfeifen kennengelernt
* Ein Konto, das auch schonmal 5stellig in den “roten Zahlen” war…

…und dann war da noch die Sache mit dem pädagogischen Instrument des Vorschlaghammers und den anschliessend kaputten Auto-Scheinwerfern (einer Komplett-Flachpfeife). Man darf sich schließlich auch nicht alles gefallen lassen.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht 🙂 Und: War vielleicht nicht ganz nett und nicht in Gänze “richtig”, doch offen gesagt: Allein der Blick war es das wert…

Weiter geht es im Projekt
500 AKA – 500 Menschen aktiv für Klima- und Artenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück
Gemeinsam den Planeten retten. Wir alle. Lokal und regional.

Mitmachen:

Mitmach-Aktionen

Spenden:
https://www.betterplace.org/de/projects/75774-landkreis-osnabrueck-500-menschen-im-einsatz-fuer-klima-und-artenschutz

Allgemein