Das Schicksal am Schopfe packen – um es dann voll auf die Tischplatte zu donnern

Das Schicksal am Schopfe packen – um es dann voll auf die Tischplatte zu donnern
Neuer Trockenheitsrekord im April in Deutschland (?)
Was in den nächsten Jahren (vermutlich) folgen wird…
Und: Schweinemastanlage in Melle/Oldendorf sorgt weiter für Wut, Frust und Empörung…Dabei sind die Verursacher „Wir selber“
Einige unserer frisch angelegten Blühwiesenflächen erinnern aktuell an den „Dust Bowl“ in den USA in den 30er Jahren. Wer etwas mehr erfahren möchte, der lese einmal „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck (publiziert 1939).
Nicht auszuschließen, dass dieser Roman in den nächsten 30 Jahren auch für viele hiesige Landwirte einen traurigen Aktualitätsbezug erzeugen wird (postum).
Nach Deutschem Wetterdienst fielen in der 1. Hälfte des April 2020 im Mittel in Deutschland nur knapp 3 Prozent der sonst im ganzen Monat typischen 58 L/m2. Ein neuer Trockenheitsrekord kündigt sich an (siehe Grafik).
Die Klimaerwärmung schlägt mit voller Wucht zu.
Heute nen Tag Urlaub und bei einigen Anrainern unserer angelegten Blühwiesen gegen das Insektensterben nachgefragt, ob diese die Flächen ab und an bewässern würden. Die „Staubschüsseln“ haben kaum eine Chance aktuell zur Blüte zu kommen.
Sehr positiv: Alle kontaktierten Personen haben sich bereit erklärt hier ab und zu zu wässern. Die Trockenheit sorgt nicht nur für massive Probleme im Einsatz gegen das Artensterben, auch die Landwirtschaft wird derbe darunter leiden. Und viele Gartenbesitzer machen sich Sorgen um ihre mühsam angelegten Gärten und grünen (leider manchmal millimeterkurzen) Rasenflächen.
Jammern nützt nichts. Jammern ist die passivste Form sich einer Jahrhundertaufgabe zu stellen. Die ewige Jammerei – ohne „Handlungsverbund“ (also ohne selber anzupacken und etwas zu ändern) ist fürchterlich (!!!) und langweilt mittlerweile ganz massiv.
Heute also weitere Zäune gezogen, um die letztes Jahr eingepflanzten Baumsetzlinge vor dem Tierverbiss zu schützen.
Bäume gegen die Klimaerwärmung. Es liegt so nahe. Und doch ist vielleicht einfach die Zeit gekommen einzusehen, dass wir verloren haben und verlieren werden – es geht (vielleicht) nur noch um kleine Korrekturen des sich global anbahnenden Massivschadens der Klimaerwärmung.
„Wir waren halt einfach zu doof“ – so wird es in den nächsten Jahrzehnten heissen.
Nur ein Beispiel von vielen:
Die Klimaerwärmung ist (bei halbwegs geistig „auf der Höhe seienden Personen“) kein Konstrukt mehr.
Und dennoch:
Gemäß Statista-Plattform lag die Anzahl der Flüge in Europa in den letzten Jahren so hoch wie noch nie. Als ob es die Klimaerwärmung nicht gäbe….
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/255880/umfrage/anzahl-der-flugbewegungen-in-europa/
„Scheiß doch drauf! Malle ist nur einmal im Jahr“…
Wir haben nun (in langsam und kontinuierlich ansteigender Verzweifelung) jede Menge Saatgut bestellt. Zum Beispiel von der Orient-Fichte, um Baumarten hochzuziehen,
die gegen die Klimaerwärmung bestehen können.
David gegen Goliath?
Wohl eher Davids Augenbraue gegen Goliath…
Eine subjektive Meinung: Die Position, dass heimische, naturbelassene Wälder in den kommenden 30 Jahren dem Klimawandel trotzen können,
wirkt angesichts der Minimal-Niederschläge fast schon lächerlich. Wie sollen heimische Baumarten bestehen können, wenn die Niederschläge kontinuierlich geringer werden?
Und doch gilt: Aufgeben gilt nicht!
Nun, was passieren (vermutlich) wird? So genau weiß das Niemand. Aber nicht unwahrscheinlich ist: Die Klimazonen verschieben sich rasant. Diverse sogenannte „Umkehrpunkte“ sind mittlerweile überschritten worden.
Das führt z.B. dazu, dass Permaforstböden auftauen, welche gleichfalls sehr viel CO2 freisetzen.
Der Klimawandel gewinnt dadurch zusätzlich an Tempo.
Evolutive Anpassung? Was für ein Blödsinn. An das Tempo der rasanten Klimaveränderung kann sich kaum eine Art anpassen. Diese Behauptungen sind schlichtweg Schwachsinn! Die Selektion ist groß, ok.
Survival of the fittest, auch ok. Aber Charles Darwin wäre (vermutlich) überrascht, wie wenig Arten am Ende noch über bleiben.
Sicherlich macht es Sinn, sich zusätzlich „zu rüsten“, also Arten hochzuziehen, welche in den kommenden „Dust Bowls“ noch Schatten spenden und überleben können. Heute zudem einen Strohhut gekauft. Wird diesen Sommer herausragende Dienste leisten.
Beste (perönliche) Investition der letzten 10 Jahre.
Interessant auch: Hier in unserem Ort wird aktuell eine Schweinemast-Großanlage gebaut.
Diese wird mehrere Tausend Liter Grundwasser pro Tag benötigen. Alles legal, und: Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Die „Schuld“ (der ökologischen Scheiß-Egal-Mentalität) liegt also weniger bei dem einzelnen Landwirt als vielmehr beim Markt als „Geld-bestimmt-die Welt-Motor“.
In vielen vielen Gesprächen erleben wir: Die Menschen machen sich große große Sorgen. „Wir haben jetzt schon zu wenig Niederschläge. Unsere Gärten trocknen aus. Die Schweinemastanlage wird dem Ganzen den Rest geben. Das Grundwasser wird absinken.
Und dann?“
Ja, und fairerweise muss man sagen: Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Errichtern einer solchen Anlage (mit den vermutlich folgenden schlimmen Folgen
für die lokale Ökologie. Der Ausspruch „Man könnte kotzen“ ist hier noch sehr zurückhaltend formuliert).
Die Verantwortung liegt bei den Menschen (uns (fast) allen, welche nach der günstigen Bratwurst schreien).
Bereits einige Male erlebt und gehört: Scheiß Schweinestall da!!! Absolute Umweltschänder! Und mein Garten verbrennt und ich
darf nicht mehr gießen oder was!! Aber geiles Wetter, lass doch heute Abend mal grillen. Aber mit die günstigen Würste, mein Geldbeutel ist knapp zur Zeit!“
Hmmmh…Danke für die komplexe Analyse.
Auch das wird in den nächsten Jahren eine krasse Folge werden. Die Landwirtschaft wird noch stärker am Pranger stehen als jetzt schon (offen gesagt: Zu Unrecht).
Wer glaubt, dass der Reputationsverlust der letzten Jahre nicht zu steigern ist, der wird massiv eines Besseren belehrt werden.
„Die Landwirte graben uns das Wasser ab“, wird es heißen.
Und gleichzeitig wird übersehen: Wir graben uns das Wasser selber ab! Wir als „der Markt“, die wir (ihr) fressen und fressen und fordern und fordern („muss günstig sein, günstig! Geiz ist geil!“).
1 Kilogramm Rindfleisch verbraucht 15.000 Liter Wasser
Zitat:
Eine Kuh nimmt in ihrer kurzen Lebenszeit von drei Jahren, bis sie für ihr Fleisch getötet wird, 1.300 Kilogramm Getreide und 7.200 Kilogramm Heu oder Silage zu sich.
Für ein Kilo Rindfleisch werden bis zu 16 Kilogramm Futtermittel benötigt. Den größten Anteil am Wasserverbrauch bei tierischen Produkten hat das für den Futtermittelanbau verschwendete Wasser. So kommen bei dem genannten Futterverbrauch 15.300 Liter genutztes Wasser für ein Kilogramm Rindfleisch zustande. Hinzu kommen noch das Trinkwasser für die Tiere und das Wasser, das für die Reinigung der Ställe genutzt wird. Rindfleisch hat also nicht nur den eigenen „Wasserrucksack“,
sondern belädt diesen auch mit den kleineren „Wasserrucksäcken“ aus dem Pflanzenanbau. Dadurch ergibt sich die unglaubliche Summe von 15.500 Litern Wasser
für ein Kilogramm Rindfleisch. Quelle: https://www.peta.de/wasser, vergleich auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelles_Wasser
1 Kilogramm Schweinfleisch: Ca. 4500 Liter !!! Wasser
Quelle z.B.: https://www.sonnenseite.com/de/umwelt/diese-lebensmittel-verbrauchen-am-meisten-wasser-in-der-herstellung.html
4500 Liter Wasser für ein einziges Kilo Schweinfleisch!!
1 Kilogramm Äpfel:
Ca. 700 Liter Wasser
1 Kilogramm Kartoffeln:
Ca. 200 Liter
1 Kilogramm Tomaten
Ca. 110 Liter
Tja, wir schaffen uns also rasant unser eigenes Grab und können offenbar garnicht tief genug buddeln.
Wenn wir nicht alle schneller handeln und die Politik (in vielen Teilen (nicht in allen) in ihrer Trägheit
optimal adaptiert an die „träge Masse der Gesellschaft“) mitzieht sind wir ohne jegliche Chance.
Da helfen auch Orientfichten für die globale Agonie der nächsten 50 Jahre und Blühwiesen nicht mehr.
Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de
Spenden für den Überlebenskampf vieler Insektenarten:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabruck