Insektenschutz in Stadt und Landkreis Osnabrück

Blumiger Landkreis Osnabrück | Blumige Stadt Osnabrück

Am 29.3.2018 startet das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“.

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Erster Termin Landkreis: 29.3., 12.30 Uhr, Nemdernerstr. 44, 49326 Melle (Anlage einer Blühwiese)
Erster Termin in der Stadt Osnabrück: Ostermontag, 2. April, Vorbereitung einer Fläche am Fürstenauer Weg, welche dankenswerterweise durch die Ost & Koch Immobilien GmbH zur Verfügung gestellt wird. Die Aussaat für die Blühwiese dort erfolgt am Dienstag, 10. April (10.00 Uhr) gemeinsam mit einer Schulklasse der IGS Osnabrück. Weitere Termine werden in Kürze bekannt gegeben.

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In dem Projekt geht es darum, in der Stadt Osnabrück sowie im südlichen Landkreis die
Lebensbedingungen von Insekten nachhaltig zu verbessern (z.B. durch die Anlage von Schutzzonen,
Blühwiesen als Nahrungsquelle, Blühwiesenpartys [http://blumiger-lkos.de/bluehwiesenpartys/], Aufbau von Nisthilfen und praktische Umweltbildung mit Schulklassen).

Garten in Melle/Westerhausen (http://blumiges-melle.de)

Das Projekt wird ehrenamtlich und unbezahlt durch die gUG Umweltschutz und Lebenshilfe aus Melle sowie
die BUND Kreisgruppe Osnabrück (Bienenbündnis Landkreis Osnabrück Süd) durchgeführt.
Finanziert werden die Projektkosten (z.B. Saatgut, Ankauf von Maschinen) durch die Haarmann Stiftung Umwelt und Natur, die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück, die Tierschutz-Stiftung Wolfgang Bösche sowie das Netzwerk „Blühende Landschaft“.
Hohe Spenden der Firmen cool it und Spies Kunststoffe GmbH (jeweils Melle) sowie Ost und Koch
Immobilien (Osnabrück) unterstützen die Maßnahmen. Auch verschiedene Gemeinden aus dem Landkreis sowie der VFL Osnabrück
sind offizielle Förderer von „Blumiger Landkreis Osnabrück“ (siehe: http://blumiger-lkos.de/unterstuetzer/).
Kai Behncke, Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe:

Wir danken unseren Förderern für die großzügige Unterstützung, durch welche wir wertvolles regionales Saatgut für Blühwiesen kaufen können. Wenn Bürgerinnen und Bürger in ihren Gärten zusätzliche Blühinseln schaffen, dann kann so der genetische Austausch der Fluginsekten gefördert werden.
Auch das ist wichtig, um etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen. Noch haben wir die Möglichkeit, durch Eigeninitiative Hilfsangebote zu entwickeln. Dabei können sich gar nicht genug Menschen engagieren. Im Landkreis Osnabrück können wir alle gemeinsam eine Vorbildfunktion einnehmen und ein Zeichen setzen.

Matthias Beckwermert, Geschäftsführer BUND Kreisgruppe Osnabrück:

Mit der Schaffung und Vernetzung von Blühwiesen, Randstreifen und extensiven Wiesen, schaffen wir im Landkreis die größte Naturschutzfläche überhaupt. In jedem Garten, auch auf öffentlichen Flächen und landwirtschaftlichen Arealen kann ein Beitrag für die Biodiversität geleistet werden, so wird Naturschutz sichtbar und erlebbar.

Katastrophale Folgen des Insektensterbens

Das Insektensterben (nicht nur in Deutschland) hat in den letzten Jahren katastrophale Ausmaße angenommen. Vielfach bekannt sind die Ausführungen des „Entomologischen Vereins Krefeld“, welcher nachgewiesen hat, dass die Biomasse der Insekten auf unterschiedlichen Flächen zwischen 1989 und 2014 um bis zu 80% abgenommen hat. Die Europäische Umweltagentur gibt in Bezug auf 17 in Europa beheimatete Schmetterlingsarten an, dass diese zwischen 1990 und 2011 einen Rückgang von 50% zu verzeichnen haben.
Mittlerweile reichen für viele insektenfressende Vogelarten die verfügbaren Insekten nicht mehr aus, um ihre Jungvögel erfolgreich aufzuziehen.
Insekten sind in globalen, regionalen Nahrungsketten überaus wichtig. Darüber hinaus sind sie das wesentliche Bestäubungsmedium in der Natur. Ohne Insekten reduziert sich die heimische Artenvielfalt. Auch das Nahrungsangebot (auch für den Menschen) verschlechtert sich. Etwa 90 Prozent aller Wildpflanzen und etwa 75 Prozent der Kulturpflanzen sind für ihre Fortpflanzung auf eine Bestäubung durch Tiere angewiesen. Ohne Insekten werden Nahrungsketten massiv durchbrochen, mit schlimmen Folgen z.B. für Vögel, Reptilien oder Amphibien – und letztlich auch für uns Menschen.

Ursachen Insektensterben

Seit den 50er Jahren sind in Deutschland über 20 % an Wiesen und Weiden verloren gegangen (insbesondere durch Umwidmung in Ackerland (z.B. für Mais)).
Wiesen sind zudem heute stark verarmt. Während sich früher mäßig feuchte Wiesen aus durchschnittlich rund 25 Pflanzenarten zusammensetzten, so sind es heute nur noch etwa 10-15 Arten.
Das Artensterben der Flora hat somit einen hohen Einfluss auf das Artenspektrum der Fauna.
Vor rund 50 Jahren waren Äcker in Deutschland noch zu 40% mit Wildkräutern bedeckt.
Heute jedoch sind es nur noch 4 %, wie vegetationskundliche Vergleiche von 400 mittel- und norddeutschen Flächen zeigen.

Das Sterben der Wild- und Honigbienen und ihrer „Insektenkollegen“ ist nicht nur auf eine Ursache zurück zu führen.
Insbesondere der Einsatz von Pestiziden und die großflächige Anlage von Monokulturen in der Landwirtschaft stellen mutmaßliche
Ursachen für das Insektensterben dar. Die Bundesregierung nennt hier Zahlen: Zwischen 2009 und 2015 stieg der Einsatz von Unkraut- und Insektengiften um 4600 Tonnen auf 34700 Tonnen.
Auch stehen in einer flurbereinigten Landschaft nur wenige Überwinterungs- bzw. Bruthilfen zur Verfügung. Völlig sterile, naturferne Gärten tragen ebenfalls zum Verschwinden von Bienen, Schmetterlingen & Co. bei.
Ein hoher Flächenverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen kommt neben der Intensivierung und Technisierung der landwirtschaftlichen Bodenbearbeitung erschwerend hinzu.

Mitmachen

Boden bearbeiten
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Auf der Projektseite http://blumiger-lkos.de finden sich zahlreiche Informationen zum Insektensterben sowie zu Möglichkeiten, wie sich schon mit „kleinen Maßnahmen“
die Lebensbedingungen von Insekten verbessert werden können.
Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger, Naturschutzgruppen, Schulen, Parteien, Vereine, Kirchenkreise,
Gemeinden etc. etc. des Landkreises und der Stadt Osnabrück dazu auf, ebenfalls aktiv zu werden und sich ggf.
sogar hier auf http://blumiger-lkos.de als Ansprechpartner auflisten zu lassen. Meldet uns gerne Eure Termine, Aktionen, Maßnahmen, damit wir diese für alle veröffentlichen können.
Jede Nisthilfe, jeder m²-Blühwiese hilft. Gemeinsam können wir Großes schaffen. Handeln wir (gemeinsam) jetzt, denn sonst tut es keiner!