Und Diogenes sprach: Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!

Auf einer unserer Versuchsflächen beginnt die Arbeit „Früchte zu tragen“.
Auf einem Teilstück einer gepachteten Fläche haben wir auf 400 m² eine Blühwiese ausgesät.
Direkt daneben, etwa auf 2000 m² wird „nur“ extensiviert (also Nährstoffe ausgetragen, die dann als
Mahdgut an unsere Schafe und Ziegen verfüttert werden). Genau auf diese Art und Weise haben sich „in der guten alten Zeit“ Blühwiesen
schließlich als Kultur-Form der Landwirtschaft (zwei Mal im Jahr eine Mahd) entwickelt.
Nachdem auf dem „Extensivierungsareal“ im ersten Jahr (2016) fast nur „fettes“ Gras wuchs, steigt die Artenanzahl
jedes Jahr merklich an. Schritt für Schritt.
Heute dort Gundermann, Günsel, größere Bestände des Wiesenschaumkrautes, Hirtentäschel, Ackerstiefmütterchen, Ackersenf (sieht aus wie Raps, ist aber keiner),
Färberwaid (sieht z.T. auch aus wie Raps, ist aber auch keiner), etwas rapsartiges und:

DAS ERSTE EXEMPLAR DER ROTEN LICHTNELKE (Silene dioica) in diesem Jahr entdeckt.
Laut johlend die Faust in den Himmel gereckt.

Die rote Lichtnelke verdreht die Augen. „Der Freak schon wieder. Mann ey!“
Einen lauten Jubelschrei (bis nach Gesmold) ausstoßend kann ich mich kaum satt sehen.
„Mann, verpiss Dich! Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!“

Ich verstehe. Die Flockenblume hat wohl Diogenes gelesen.
In Ordnung. Genau wie damals Alexander nehme ich ihr das nicht krum und gehe fröhlich vor mich hinflötend
Mahdgut für unsere Tiere aufladen. Über diesen Flockenblumen-Rotzlöffeln muss man einfach drüberstehen.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabrueck

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