Eine These

Eine (gewagte?) These zur Diskussion gestellt: Die Natur steuert aktuell „sehenden Auges“ auf das größte Artensterben in der modernen Geschichte zu. Dieses hat nicht nur massive volkswirtschaftliche Einbußen zur Folge sondern wird eine Kettenreaktion des Artensterbens verursachen, mit schwerwiegenden Konsequenzen für alle Lebewesen.
Anders formuliert: Bei der aktuellen Entwicklung des Insektenbestandes und einer (aktuell nicht zu erkennenden Änderung globaler Landwirtschaftspolitik) wird es in einigen Jahren zwingend nötig sein, auf kommunaler Ebene Blühstreifen und Blühwiesen verpflichtend anzulegen. Nur so lässt sich „kurz vor 12“ noch das Aussterben einer Vielzahl von Arten verhindern.
Ein aktueller Pressebericht lässt einen Rückschluss auf Teile dieser These zu. Siehe auch diese Hintergrundiformationen.

Öllein
Öllein

Die Anlage dieser Blühwiesen jedoch setzt eine gezielte Planung bzw. entsprechende Erfahrungsmomente voraus. Immanent wichtig wird entsprechendes Datenmaterial sein. Wesentlich wird es hier (auch) um einen räumlichen Bezug und die Beantwortung räumlicher und biologischer Fragestellungen gehen: In welchem Radius eignen sich Blühinseln und Blühwiesen (erstellt aus welchem Saatgut und auf welchem Boden?) dazu, das Insektensterben durch die Bereitstellung von Nahrung und Nisthilfen zu stoppen? Welche Bedeutung hat dabei eine Clusterisierung (unterschiedlicher) Blühareale? Kann eine „einzeln“ angelegte Blühwiese als signifikante Naturschutzmaßnahmen herhalten? Wenn ja, in welchem Radius? Wie unterscheiden sich Einfluss und Qualität von Blühwiesen? Etc. Etc. Prinzipiell ist zu konstatieren: wir wissen (aktuell) noch lange nicht genüg über Insekten, um ihnen einen probaten Schutz zu ermöglichen.
Dieses Kataster nun soll als Entwicklungsbaustein dazu dienen, entsprechende Fragestellungen zu beantworten. Damit dieses gelingt, ist ein valides und vielschichtiges Datenmaterial notwendig. Trage also gerne Deine Blühwiese in die Karte ein.

Über die interaktive Karte wird verdeutlicht, wo die für Insekten eminent wichtigen Blühwiesen angelegt wurden bzw. wo noch „Nachholbedarf“ besteht.

Darüber hinaus präsentiert das Kataster den positiven räumlichen Einfluss, welchen schon Blühareale geringen Umfangs bewirken. Weitere Resultate werden durch kontinuierliche Erweiterung der Hintergrundalgorithmen ausgegeben. Die entsprechende Karte ist wie folgt zu lesen:

Versorgungsgebiet von Blühwiesen und Blühinseln

Innerhalb des „rötlichen“ Schwerpunktes [Kartenebene Versorungsgebiet der Blühwiesen & Blühinseln] ist die Nahrungsgrundlage passabel. Je „röter“ ein Areal eingefärbt ist, desto „besser“ ist die Situation. Die Skala reicht von „dunkelrot“ (sehr gut) über „orange“ und „gelb“ (durchschnittlich), „grün“ „mäßig“, „blau“ (sehr schlecht), nicht eingefärbt (katastrophal).
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Wenn innerhalb dieses Katasters von „Blühinseln“ geschrieben wird, so sind hiermit Areale gemeint, welche kleiner als 4 m² sind.

Die Einfärbung innerhalb der Karte bezieht sich auf den Flugradius von Honig- und Wildbienen (bei etwa 4 Kilometer). Berücksichtigt wird zudem die Größe der Blühareale, die ausgesäte Artenvielfalt und die Anzahl der Blühflächen innerhalb eines bestimmten Radius. Der entsprechende „räumliche Einfärbealgorithmus“ wird kontinuierlich weiterentwickelt (abhängig von entsprechenden wissenschaftlichen Studien).

Standortcluster Blühwiesen

Die Kartenebene [Standortcluster] verdeutlicht, wie viele Blühareale (unabhängig von ihrer Größe) sich in einem bestimmten Radius befinden.

Und was wurde da nun ausgesät?

Ab einer bestimmten Zoomstufe kann durch Mausklick auf die „Blumensymbole“ abgefragt werden, was auf den Arealen ausgesät wurde.

Wie entwickelt sich der Wildbienenbestand?

Auf ausgewählten Flächen findet durch zwei fachkundige Biologen ein Wildbienenmonitoring statt. Wir werden über die Ergebnisse berichten.