Sonntagmorgen, 7.30 Uhr, bei uns in der Siedlung, mit röhrenden Maschinen donnern wir vor.

Die nächste Blühwiese. Mit Megaphonen wecken wir die Nachbarn auf: „Aufstehen, Naturschutz!!! Ran ans Werk!!“

Langsam werden die ersten Jalousien hochgezogen, Gardinen bewegen sich, plötzlich brüllt
jemand: „Erna, ey komma. Die Blühwiesenspinners! Das musst Du gesehen haben, geil ey! Die mit ihre Blühwiesens wieder!“

Die ersten Nachbarn rennen raus, im Laufstil Champagnerflaschen köpfend. Einer, noch im Nachthemd, serviert vegetarische Schnittchen.
Die Leute werfen sich in ihre Arbeitsklamotten, unsere Fräsen röhren…“Super, dass Ihr das macht, das ist voll toll!! Wir machen mit,
wir sorgen für Artenvielfalt“. Viele Anwohner haben Tränen der Rührung in den Augen. Die ersten Champagnerflaschen sind schon leer.

Vielleicht war es auch ganz anders :-/ Aber es KÖNNTE so gewesen sein, das zählt auch im Leben.

Heute ca. 200 m² Blühwiese in Westerhausen (Am Wulberg) angelegt
(naja, 7.30 Uhr war es nicht, eher 11.00…Und: War auch nur ne 20minütige Ausnahme, eigentlich
respektieren wir Sonntagsruhe ;-)).

Achtung: Natürlich ist der späte November NICHT der richtige Zeitpunkt, um Blühwiesen anzulegen.
Andererseits haben wir in den letzten 2 Jahren oft gemerkt, dass Natur eh macht, was sie will.
2017 im März ausgesät, dann wurde es einige Tage sehr warm, danach wieder kalt. Die ganzen Keimlinge tot, Saatgut für 300 Euro futsch…
2018: Im Frühjahr nach Vorschrift ausgesät. Dann die krasse Trockenzeit. Die „Osnabrücker Mischung“ kam auf einigen Flächen so gut wie garnicht.

Wir wetten 5 Kisten Biobier, dass die heute angelegte Blühwiese („Osnabrücker Mischung“) etwas wird, denn: Irgendwas kommt immer.

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